Psychoonkologe/Psychoonkologin
Über den Beruf
Psychoonkolog/innen diagnostizieren Ängste, Depressionen oder Schlafstörungen, die eine Krebserkrankung auslöst. Sie führen Einzel- und Gruppengespräche, leiten Entspannungs- und Imaginationsübungen an und nutzen in der Palliativphase Verfahren wie Dignity Therapy. Während Diagnose, Therapie, Nachsorge und Sterbephase begleiten sie Patient/innen und Angehörige, unterstützen bei Therapieentscheidungen und erarbeiten Bewältigungsstrategien. In akuten Krisen intervenieren sie, stärken soziale Netzwerke und vermitteln Kontakte zu Selbsthilfegruppen oder sozialrechtlicher Beratung. Jede Sitzung wird dokumentiert, Tests und Fragebögen werden ausgewertet und der Behandlungserfolg regelmäßig überprüft. Zunehmend verlagern sie Beratungen auf zertifizierte Videoplattformen, um auch immungeschwächte Betroffene verlässlich zu erreichen.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Zugang wird häufig ein Studium, z.B. in Psychologie, Soziale Arbeit oder Humanmedizin, erwartet. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung werden häufig eine Promotion, je nach Fachrichtung z.B. als Dr. phil., oder eine Habilitation vorausgesetzt.
Zugangswege
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Psychoonkologe/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.088 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 4.000 € und 6.387 €. Mit Leitungsaufgaben oder zusätzlichen Qualifikationen kann dein Einkommen nochmals deutlich steigen.
Wie sind die Berufsaussichten als Psychoonkologe/in?
Die Berufsaussichten als Psychoonkologe/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was Bewerber/innen zugutekommt. Viele Altersabgänge stehen bevor, sodass weitere Jobs frei werden. Langfristig finden Arbeitgeber jedoch etwas schneller Personal, wodurch die Konkurrenz bis 2040 leicht zunimmt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Psychoonkologe/in?
Die Tätigkeit bringt eine hohe Verantwortung für die psychische Gesundheit von Patient/innen und Angehörigen sowie häufig emotional belastende Situationen mit sich. Du arbeitest eng im Team mit medizinischen Fachkräften, dokumentierst Therapieverläufe am Bildschirm und übernimmst je nach Einrichtung Bereitschafts- oder Rufdienste. Arbeitsorte reichen von Kliniken und Rehazentren bis zu Büro- und Besprechungsräumen.
Womit arbeitet man als Psychoonkologe/in?
Zum Arbeitsalltag gehören Therapiepläne, Behandlungsprotokolle, psychologische Tests und Fragebögen. Am PC erstellst du Gutachten, führst Leistungsabrechnungen durch und nutzt Videokonferenzen; Telefon und Internet sind ständige Begleiter. Ergänzend setzt du Informationsmaterial ein, um Patient/innen und Angehörige verständlich zu beraten.
Kann man sich als Psychoonkologe/in selbständig machen?
Ja, eine eigene psychoonkologische Praxis oder Beratungsstelle ist möglich. In der Selbständigkeit organisierst du Termine, Marketing und Finanzen selbst und kannst dein Behandlungskonzept frei gestalten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Psychoonkologe/in?
Seminare in Konfliktmanagement, Mediation oder speziellen psychotherapeutischen Verfahren halten dein Fachwissen aktuell. Kurse zu Supervision, sozialer Beratungsarbeit oder kommunikativer Kompetenz erweitern dein Methodenspektrum und erschließen neue Einsatzfelder, etwa in der Beratung von Kolleg/innen oder Institutionen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Psychoonkologe/in?
Ein Aufstieg ist vor allem über eine Promotion in Psychologie, Psychosozialer Beratung und Therapie oder Pädagogischer Psychologie möglich; damit öffnest du dir Wege in Forschung und Lehre. Mit wachsender Erfahrung kannst du außerdem die Leitung eines psychoonkologischen Dienstes oder eines interdisziplinären Teams in einer Klinik übernehmen. Wer eine Professur anstrebt, ergänzt die Promotion häufig durch eine Habilitation.
