Facharzt/Fachärztin Fachrichtung Psychiatrie und Psychotherapie
Auch bekannt als: Psychiater/in · Psychiater/in und Psychotherapeut/in ·
Über den Beruf
Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie diagnostizieren Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen und Demenzen. Sie erheben ausführliche Anamnesen, analysieren EEG-Kurven, CT-Bilder oder Laborbefunde und ordnen die Ergebnisse dem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell zu. Auf dieser Grundlage erstellen sie Therapiepläne, kombinieren Medikamente mit Gesprächs-, Verhaltens-, Familien- oder Kreativtherapien und begleiten Patientinnen und Patienten oft über Monate. In der forensischen Psychiatrie fertigen sie Gutachten an, beurteilen Schuldfähigkeit und erarbeiten Behandlungsstrategien für Straftäter. Außerdem bewerten sie Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit, steuern Reha-Maßnahmen und beraten Angehörige. Elektronische Patientenakten, Praxissoftware und KI-gestützte Auswertungen unterstützen sie bei Diagnose und Verlaufskontrolle. Neben der Behandlung dokumentieren sie jeden Schritt, organisieren Visiten, übernehmen Abrechnungen oder leiten ein Stationsteam bzw. eine eigene Praxis.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Approbation als Arzt/Ärztin oder Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufes
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Psychiater/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 88.848 € und 114.108 € pro Jahr. Faktoren wie Zusatzqualifikationen, Bereitschaftsdienste oder eine Tätigkeit in einer Privatklinik können das Einkommen spürbar erhöhen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie?
Die fachärztliche Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie dauert 5 Jahre in Vollzeit. Während dieser Zeit rotierst du durch verschiedene Schwerpunkte wie Akutpsychiatrie, Suchtmedizin oder Gerontopsychiatrie.
Ist der Beruf als Psychiater/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist körperlich wenig belastend, verlangt aber funktionstüchtige Arme und Hände. Du brauchst sie zum Beispiel, um neurologische Tests durchzuführen oder Patient/innen bei bewegungs- und sporttherapeutischen Übungen anzuleiten.
Wie sind die Berufsaussichten als Psychiater/in?
Die Berufsaussichten als Psychiater/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Zusätzlich werden viele Altersabgänge erwartet, sodass weitere Positionen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Psychiater/in?
Digitale Kompetenzen spielen eine zunehmende Rolle. Gefragt sind der sichere Umgang mit elektronischen Patientenakten, Formularmanagementsystemen und Praxisverwaltungssystemen. Pluspunkte sammelst du mit KI-basierten Diagnosesystemen, Predictive Analytics, Affective Computing oder Game-Based-Learning-Anwendungen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Psychiater/in?
Du arbeitest meist in Behandlungs- und Untersuchungsräumen und hast regelmäßig Schicht-, Ruf- oder Bereitschaftsdienst. Hohe Verantwortung für psychisch kranke Menschen, Teamarbeit mit Pflege- und Therapeut/innen sowie emotionale Belastungen gehören zum Alltag. Zudem sitzt du häufig am Bildschirm, um Gutachten oder Abrechnungen zu erstellen.
Kann man sich als Psychiater/in selbständig machen?
Ja. Psychiater/innen können eine eigene Praxis oder sogar eine Privatklinik gründen, oft als Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis oder in Teilhaberschaft.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Psychiater/in?
Beliebte Fortbildungen vertiefen spezielle Therapieformen wie Gestalt-, Kunst- oder Gruppentherapie. Ergänzend kannst du dich in Gesundheits- oder Case-Management, Forschung und Entwicklung oder in allgemeiner ärztlicher Fortbildung weiterqualifizieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Psychiater/in?
Aufstiegschancen ergeben sich über Zusatzqualifikationen wie die Weiterbildung zur/zum Psychoanalytiker/in oder über einen Master in Gesundheitsmanagement, Public Health oder Psychosozialer Beratung. Mit einer Promotion wechselst du leichter in Oberarzt- oder leitende Klinikfunktionen; eine Habilitation kann den Weg zur Professur oder zum Chefarztposten ebnen.
