Systemwissenschaftler/Systemwissenschaftlerin
Auch bekannt als: Systemanalyst/in
Über den Beruf
Systemwissenschaftler und Systemwissenschaftlerinnen analysieren komplexe Wechselwirkungen in Umwelt-, Technik- oder Wirtschaftssystemen, indem sie mathematische Modelle entwickeln und am Computer simulieren. Aus realen Fragestellungen leiten sie Systemgrenzen, Einflussgrößen und Kennzahlen ab, speisen Mess- und Big-Data-Bestände in Datenbanken ein und kalibrieren ihre Modelle mit numerischen Verfahren. Für Spezialprojekte programmieren sie eigene Simulations- oder Visualisierungstools oder passen vorhandene Software an. In interdisziplinären Teams bündeln sie Beiträge aus Biologie, Energiewirtschaft, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zu einem gemeinsamen Konzept und übernehmen häufig die Projektleitung. In der Forschung planen sie Studien, werben Drittmittel ein, publizieren in Fachzeitschriften und stellen Ergebnisse auf Konferenzen vor. An Hochschulen halten sie Vorlesungen, betreuen Studierende und entwickeln digitale Lehrformate wie MOOCs. Ihre Simulationen zeigen zum Beispiel, wie sich eine veränderte Energiepolitik auf den CO2-Ausstoß oder eine neue Logistikstrategie auf Lieferketten auswirkt.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in Informatik, Mathematik oder Umweltwissenschaft verlangt. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion vorausgesetzt, ggf. mit fachrichtungsbezogenem Zusatz wie Dr. phil.; für eine Professur ist in der Regel eine Habilitation nötig.
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Systemwissenschaftler/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.661 € brutto im Monat. Einstiegsgehälter beginnen oft bei rund 5.482 €, mit zunehmender Projekterfahrung und Leitungsverantwortung sind deutlich höhere Werte möglich.
Wie sind die Berufsaussichten als Systemwissenschaftler/in?
Die Berufsaussichten als Systemwissenschaftler/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040, was neue Stellen schafft. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Positionen bleiben oft länger unbesetzt, das spielt Jobsuchenden in die Karten. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber jedoch leichter, Personal zu finden, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern langfristig zunimmt. Zudem stehen weniger Altersabgänge an als in vielen anderen Berufen, wodurch nur begrenzt frei werdende Stellen hinzukommen.
Welche digitalen Skills braucht man als Systemwissenschaftler/in?
Wichtige digitale Skills reichen von der Arbeit mit Data-Lake-Architekturen für Rohdaten bis hin zu numerischen und 3-D-Simulationen. Du solltest außerdem interaktive Digitale Tafeln in Lehrsituationen beherrschen und Forschungsergebnisse sicher über Open-Access-Plattformen publizieren.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Systemwissenschaftler/in?
Die Tätigkeit spielt sich überwiegend vor dem Bildschirm in Büro- und Seminarräumen ab und ist körperlich wenig belastend. Gleichzeitig trägst du Verantwortung für Studierende sowie für Forschungs- und Projektbudgets, was Sorgfalt und Organisationstalent erfordert. Unterrichtseinheiten und Besprechungen sorgen für Abwechslung zum reinen PC-Job.
Womit arbeitet man als Systemwissenschaftler/in?
Zum Arbeitsalltag gehören Hochleistungsrechner, Datenbanken und spezialisierte Simulationssoftware. Daneben nutzt du Büro- und Präsentationstechnik wie Beamer, Telefon und Online-Handbücher sowie interdisziplinäre Analysedokumente. Netzwerksysteme und ein stabiler Internetzugang sind unverzichtbar, um große Datenmengen zu verwalten und im Team zu teilen.
Kann man sich als Systemwissenschaftler/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich, zum Beispiel mit einer eigenen IT- oder Systemberatung, einem Softwarehaus oder einem spezialisierten Dienstleistungsbetrieb im IT-Bereich. Entscheidend sind dabei neben fachlicher Expertise vor allem Kundenakquise, Projektmanagement und betriebswirtschaftliches Know-how.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Systemwissenschaftler/in?
Weiterbildungen reichen von Datenbankentwicklung und Webprogrammierung über Statistiksoftware bis hin zu vertiefender Wahrscheinlichkeitsrechnung und angewandter Mathematik. Solche Kurse halten dein Know-how aktuell und qualifizieren dich für anspruchsvollere Projekte in Forschung und Entwicklung.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Systemwissenschaftler/in?
Ein Aufstieg gelingt häufig über ein Masterstudium in Mathematik, Informatik oder Softwaretechnik. Damit kannst du komplexere Leitungsaufgaben übernehmen. Eine Promotion öffnet dir Türen zu Projekt- und Forschungsleitungen in Unternehmen oder Behörden. Wer an der Hochschule bleiben möchte, strebt anschließend eine Habilitation an – sie gilt als Voraussetzung für eine Professur.
