Finanz-, Wirtschaftsmathematik (Bachelor) – Arbeitsumfeld
Studium

Finanz-, Wirtschaftsmathematik (Bachelor)

Auch bekannt als: Wirtschaftsmathematiker/in · Finanzmathematiker/in

BerufsfeldNaturwissenschaft & Umwelt
Arbeitsortein Büro- und Besprechungsräumen · in Rechenzentren · beim Kunden, z.B. zur Softwareimplementierung, Anwendungsberatung · in Hörsälen, Unterrichts- und Schulungsräumen · im Homeoffice bzw. mobil
Dauer3-4 Jahre

Über den Beruf

Finanz- und Wirtschaftsmathematiker/innen übersetzen wirtschaftliche Fragestellungen in Gleichungen. Sie entwickeln Modelle, um Risiken von Aktien-, Kredit- oder Versicherungsportfolios zu beziffern, bestimmen kostendeckende Tarife und beraten Management und Aktuariat. In Handel, Industrie oder Energieunternehmen analysieren sie Produktionsdaten, simulieren Materialflüsse und optimieren Standort-, Lager- oder Fahrplanentscheidungen. Dafür nutzen sie Stochastik, numerische Verfahren sowie Business-Intelligence- und Algorithmic-Decision-Making-Tools, programmieren Auswertungen und prüfen die Ergebnisse per Simulation. Anschließend bereiten sie Kennzahlen für Controlling, Vorstand oder Aufsichtsbehörden auf und visualisieren sie verständlich. Häufig entwickeln oder testen sie auch die benötigte Software und schulen Anwender/innen. Ihr Arbeitsgebiet reicht damit von datengetriebener Finanzstrategie über betriebliche Statistik bis zur Gestaltung ganzer Energienetze.

Ausbildung & Zugang

BerufstypGrundständiges Studium
AusbildungsartUniversität, Fachhochschule
Dauer3-4 Jahre
Zugangsvoraussetzungen4
  • Hochschulreife oder Fachhochschulreife
  • Oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis der zuständigen Stelle des Bundeslandes, z.B. Kultusministerium
  • Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
  • Bei dualen Studiengängen i.d.R. Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit geeignetem Unternehmen (Praxispartner)

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Wirtschaftsmathematiker/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.661 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Branche und Region kannst du zwischen 5.482 € und {{entgeltQ75}} € verdienen.

Wie lange dauert das Wirtschaftsmathematik-Studium?

Das Bachelorstudium in Finanz- und Wirtschaftsmathematik dauert je nach Hochschule 3 bis 4 Jahre und umfasst 6 bis 8 Semester. Praktika oder Praxisphasen können die Studiendauer etwas verlängern.

Welche Schulfächer sind wichtig für Wirtschaftsmathematiker/innen?

Für das Studium zählen vor allem gute Kenntnisse in Mathematik. Zusätzlich helfen Wirtschaft/Recht, Informatik und Englisch, weil du betriebswirtschaftliche Grundlagen verstehen, programmieren und internationale Fachliteratur lesen musst.

Wie sind die Berufsaussichten als Wirtschaftsmathematiker/in?

Die Berufsaussichten als Wirtschaftsmathematiker/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, das spricht für Jobsuchende. Bis 2040 finden Arbeitgeber jedoch schneller Personal, wodurch die Konkurrenz unter Bewerbern langfristig zunimmt. Zudem gibt es weniger Altersabgänge als in anderen Berufen.

Welche digitalen Skills braucht man als Wirtschaftsmathematiker/in?

Im Job arbeitest du häufig mit Data-Warehouse-Systemen, Business-Intelligence-Werkzeugen und ERP-Software. Kenntnisse in Algorithmic Decision Making, Augmented Analytics und Business-Process-Management-Systemen helfen dir, große Datenmengen automatisiert auszuwerten. Wer solche Lösungen mitentwickeln will, sollte außerdem Programmiererfahrung und Verständnis für KI-gestütztes Wissensmanagement mitbringen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Wirtschaftsmathematiker/in?

Der Großteil der Arbeit findet am Bildschirm in Büro- oder Besprechungsräumen statt. Du trägst Verantwortung für Sachwerte wie Forschungsbudgets und in Lehrtätigkeiten auch für Studierende. Längere Sitzphasen erfordern Konzentration und ergonomisches Arbeiten, aber Präsentationen und Schulungen sorgen für Abwechslung.

Kann man sich als Wirtschaftsmathematiker/in selbständig machen?

Ja, das ist möglich. Viele Wirtschaftsmathematiker/innen gründen beispielsweise eine Unternehmensberatung, eröffnen ein eigenes Software- oder Systemhaus oder bieten freiberuflich Datenanalyse- und Risikomanagement-Dienstleistungen an.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftsmathematiker/in?

Beliebte Fortbildungen drehen sich um Statistikprogramme, Datenbankentwicklung oder Programmierung. Du kannst dich auch in Finanz- und Rechnungswesen, Controlling oder Versicherungsrecht spezialisieren. Vertiefte Kurse in Wahrscheinlichkeitsrechnung oder numerischer Simulation bereiten dich auf anspruchsvolle Forschungs- oder Analyseaufgaben vor.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftsmathematiker/in?

Ein nächster Karriereschritt ist oft ein Master in Finanz- oder Wirtschaftsmathematik, Statistik, Mathematik oder Data Science. Mit anschließender Promotion eröffnen sich Führungs- und Forschungspositionen, etwa in actuariellen Abteilungen, der Privatwirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung. Für eine Professur an Hochschulen ist in der Regel zusätzlich eine Habilitation erforderlich.