Fallmanager/Fallmanagerin
Auch bekannt als: Beschäftigungsorientierte/r Berater/in und Fallmanager/in
Über den Beruf
Fallmanager/innen unterstützen arbeitsuchende Menschen mit komplexen Problemen beim dauerhaften Einstieg in Beschäftigung. Zuerst analysieren sie Schulden, Sucht, fehlenden Wohnraum oder familiäre Konflikte und halten fest, welche beruflichen Kompetenzen vorhanden sind. Gemeinsam mit den Ratsuchenden stecken sie realistische Ziele, informieren über Qualifizierungs- und Förderprogramme und motivieren zur aktiven Mitarbeit. Sie koordinieren Beratungsstellen, Jugendämter und Bildungsträger, stimmen Termine ab und sorgen dafür, dass Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II korrekt beantragt werden. Gegenüber Arbeitgebenden erläutern sie Fördermöglichkeiten und begleiten Bewerbungsprozesse. Zur Arbeit gehört auch, Fortschritte in Datenbanken zu dokumentieren, Kennzahlen auszuwerten und das eigene Netzwerk aus sozialen Einrichtungen, Verbänden und Unternehmen zu pflegen. Sie prüfen regelmäßig, ob die vereinbarten Schritte greifen oder angepasst werden müssen.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für eine Tätigkeit in Agenturen für Arbeit oder Jobcentern wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung verlangt. In privatwirtschaftlichen oder gemeinnützigen Organisationen wird häufig eine Weiterbildung in Pädagogik oder im Sozialwesen bzw. ein entsprechendes Studium erwartet. Für Führungsaufgaben oder spezialisierte Tätigkeiten ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung werden häufig eine Promotion, z.B. Dr. phil., oder eine Habilitation vorausgesetzt.
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fallmanager/in?
Als Fallmanager/in liegt das Gehalt typischerweise bei 4.276 € brutto im Monat. Mit Berufserfahrung, zusätzlicher Verantwortung oder einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst kannst du zwischen 3.467 € und 5.509 € verdienen.
Wie sind die Berufsaussichten als Fallmanager/in?
Die Berufsaussichten als Fallmanager/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040, wodurch zusätzliche Stellen entstehen. Allerdings steigt auch die Konkurrenz unter Bewerber/innen, weil Arbeitgeber voraussichtlich leichter Personal finden. Zudem fallen weniger Altersabgänge an als in vielen anderen Berufen, sodass vergleichsweise wenige Stellen allein durch Ruhestand frei werden.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fallmanager/in?
Die Arbeitsbedingungen gelten als anspruchsvoll, weil du häufig Verantwortung für Ratsuchende übernimmst und Entscheidungen über Förderleistungen nach dem SGB II und III triffst. Regelmäßiger Kundenkontakt mit Menschen in belastenden Situationen gehört ebenso dazu wie die Einhaltung zahlreicher Rechtsvorschriften. Ein großer Teil der Arbeit findet am Bildschirm in Büro- und Besprechungsräumen statt.
Womit arbeitet man als Fallmanager/in?
Fallmanager/innen arbeiten vor allem mit Formularen und Anträgen, Job- und Weiterbildungsdatenbanken sowie Rechtsvorschriften. Zur Grundausstattung gehören PC, Internetzugang, Telefon und klassische Büroausstattung.
Kann man sich als Fallmanager/in selbständig machen?
Ja, eine Selbständigkeit ist möglich. Viele Fachkräfte eröffnen eine private Berufs- oder Karriereberatung und betreuen Kund/innen auf Honorarbasis.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Fallmanager/in?
Weiterbildungen reichen von Fachkursen in Sozialrecht, Arbeitsrecht oder Sozialmanagement bis zu Seminaren in Coaching-Techniken oder Personalentwicklung. Damit bleibst du rechtlich auf dem neuesten Stand und kannst deine Beratungsmethodik ausbauen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fallmanager/in?
Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich vor allem über ein Masterstudium in Arbeitsmarktorientierter Beratung, Personalmanagement oder Verwaltungsmanagement beziehungsweise Public Management. Mit einer anschließenden Promotion kannst du in Forschung und Lehre wechseln oder dich für Leitungsfunktionen in Behörden und Trägerorganisationen empfehlen.
