Epithetiker/Epithetikerin
Auch bekannt als: Anaplastologe/Anaplastologin
Über den Beruf
Epithetiker/innen rekonstruieren fehlende oder entstellte Gesichtspartien mit individuell gefertigten Epithesen. Sie werten ärztliche Befunde aus, begutachten die betroffene Region und besprechen mit den Patient/innen Wünsche sowie Belastungen im Alltag. Auf dieser Basis legen sie Anforderungen fest, wählen geeignete Materialien wie Silikon, Kunststoff oder Glas und entscheiden über Befestigungslösungen etwa mittels Magneten oder Druckknöpfen. Anschließend nehmen sie millimetergenaue Abformungen, modellieren Wachsrohlinge und gießen diese zum Prothesenkörper aus. Farbe, Hautrelief und Details werden von Hand eingearbeitet, bis der künstliche Teil nahezu unsichtbar wirkt. Nach dem Anpassen erklären sie Pflege, Aufbewahrung und Handhabung und planen Kontrolltermine für spätere Korrekturen. Darüber hinaus erstellen sie Gutachten oder Fachbeiträge. Das Ergebnis ist eine naturgetreue Gesichtsprothese, die Optik und Selbstvertrauen der Betroffenen deutlich verbessert.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Oft wird eine orthopädietechnische Aus- oder Weiterbildung oder ein entsprechendes Studium verlangt. Erwartet wird damit eine Qualifikation im Bereich Orthopädietechnik.
Zugangswege
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Epithetiker/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.849 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.992 € und 7.295 €. Zusätzliche Spezialisierungen oder Leitungsaufgaben können das Einkommen weiter erhöhen.
Wie sind die Berufsaussichten als Epithetiker/in?
Die Berufsaussichten als Epithetiker/in sind gut. Die Beschäftigung wird langfristig voraussichtlich weiter wachsen. Zudem herrscht hoher Fachkräftemangel – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was dir die Jobsuche erleichtert. Gleichzeitig werden viele Altersabgänge erwartet, sodass zusätzliche Positionen frei werden.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Epithetiker/in?
Die Tätigkeit spielt sich überwiegend in Labors, medizinischen Werkstätten und Behandlungsräumen ab und verlangt millimetergenaue Feinarbeit. Du trägst Verantwortung für die Lebensqualität der Patient/innen, hast engen Körperkontakt und erlebst mitunter emotionale Belastungen durch deren Krankengeschichten. Technische Geräte und Werkzeuge sind ständig im Einsatz, weshalb ein sicherer Umgang damit ebenso wichtig ist wie Sorgfalt und Hygiene.
Womit arbeitet man als Epithetiker/in?
Zum Arbeitsalltag gehören sowohl handwerkliche als auch maschinelle Hilfsmittel. Du nutzt beispielsweise Wachsmodelliergeräte, Gießmaschinen, Bohr- und Schleifgeräte, Pinzetten, Pinsel sowie Gussformen, um Epithesen aus Silikon, Kunststoff, Glas oder Wachs herzustellen. Farben, medizinische Kleber und Verbindungselemente wie Magneten oder Druckknöpfe sorgen für natürliche Optik und sicheren Halt. Als Unterlagen dienen dir Patientenbefunde, Fotos und eigene Skizzen.
Kann man sich als Epithetiker/in selbständig machen?
Ja, Epithetiker/innen können sich mit einem eigenen Institut für Epithetik selbständig machen. Ein gesetzlicher Befähigungsnachweis ist nicht vorgeschrieben; das DBVE-Zertifikat „Zertifizierte/r Epithetiker/in“ erhöht jedoch dein Standing bei Kliniken und Kostenträgern. Zudem brauchst du Laborräume nach Medizinprodukte-Vorgaben und verlässliche Kooperationen mit HNO- und Kieferchirurg/innen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Epithetiker/in?
Mögliche Weiterbildungen reichen von Zahntechnik und Medizintechnik über plastisches Gestalten bis hin zur medizinisch-technischen Assistenz oder Arbeit im Labor. Damit vertiefst du dein handwerkliches Können, lernst neue Werkstoffe kennen und kannst dich auch in Forschung oder Qualitätsmanagement spezialisieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Epithetiker/in?
Mit Berufserfahrung sind Aufstiege bis zur Meisterebene oder einem Bachelor Professional im Zahntechniker-Handwerk möglich. Ein anschließendes Studium der Medizinischen Technik oder Zahnmedizin eröffnet dir Leitungsfunktionen in Kliniken, Forschung oder der eigenen Praxis.
