Orthopädietechnikermeister/Orthopädietechnikermeisterin/Bachelor Professional im Orthopädietechniker-Handwerk – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Orthopädietechnikermeister/Orthopädietechnikermeisterin/Bachelor Professional im Orthopädietechniker-Handwerk

Auch bekannt als: Meister/in im Orthopädietechnikerhandwerk · Orthopädiemechaniker- und Bandagistenmeister/inMeister/Meisterin des BandagistenhandwerksMeister/Meisterin des Orthopädiemechaniker- und Bandagistenhandwerks ·

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Werkstätten oder -hallen · in Verkaufsräumen von Sanitätsgeschäften · in Büroräumen · beim Kunden zu Hause · in Krankenhäusern · im Homeoffice bzw. mobil
DauerUnterschiedlich
Offene Stellen132

Über den Beruf

Orthopädietechnikermeister/innen koordinieren Werkstatt und Büro, beraten Patient/innen und fertigen komplexe Hilfsmittel wie elektronisch gesteuerte Prothesen. Sie nehmen Maß per Gipsabdruck oder 3-D-Laserscan, modellieren Formen, erstellen Entwürfe und justieren Orthesen, Exoskelette oder Prothesen millimetergenau am Körper. Als Führungskräfte planen sie Aufträge, disponieren Materialien, verteilen Arbeiten und überwachen Termine, Kosten und Qualität. Sie leiten Fachkräfte an, schulen Auszubildende und präsentieren neue Produkte auf Fachmessen. Im kaufmännischen Teil kalkulieren sie Angebote, verhandeln mit Lieferanten und entscheiden über Investitionen, etwa in 3-D-Druckanlagen oder robotergestützte Nähsysteme. Eng abgestimmt mit Ärzt/innen, Physio- und Ergotherapeut/innen passen sie jedes Hilfsmittel an die medizinischen Vorgaben und die Wünsche der Kundschaft an. Jede gefertigte Orthese soll Beweglichkeit zurückgeben und den Alltag der Patient/innen erleichtern.

Ausbildung & Zugang

BerufstypWeiterbildungsberuf: Bachelor Professional
AusbildungsartMeisterprüfung nach bundesweit einheitlicher Regelung.
DauerUnterschiedlich
Zugangsvoraussetzungen3
  • I.d.R. Gesellenprüfung als Orthopädietechnik-Mechaniker/in oder Orthopädieschuhmacher/in
  • Oder Gesellen- oder Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf + mehrjährige Berufstätigkeit im Orthopädietechniker-Handwerk
  • Alternativ Validierungsverfahren zum Nachweis beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten

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Karriere & Weiterbildung

Orthopädietechnikermeister/Orthopädietechnikermeisterin/Bachelor Professional im Orthopädietechniker-HandwerkAktueller Beruf

Häufige Fragen

Was verdient man als Orthopädietechnikermeister/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.248 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Unternehmensgröße und Region kannst du zwischen 3.573 € und 5.169 € verdienen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Orthopädietechnikermeister/in?

Die Meisterweiterbildung variiert stark in der Dauer, weil sie von Lehrgangsform und Anbieter abhängt. Vollzeitkurse können in wenigen Monaten abgeschlossen sein, berufsbegleitende Teilzeitmodelle ziehen sich dagegen bis zu mehreren Jahren – erkundige dich daher frühzeitig nach dem Zeitplan deines Wunschlehrgangs.

Ist der Beruf als Orthopädietechnikermeister/in körperlich anstrengend?

Der Beruf ist durchaus körperlich fordernd. Funktionstüchtige Arme und Hände brauchst du für das Abformen und Bearbeiten der Modelle, widerstandsfähige Haut schützt vor Klebstoffen und Harzen, und gesunde Atemwege sind wichtig, weil beim Schleifen oder Kleben Staub und Dämpfe entstehen.

Wie sind die Berufsaussichten als Orthopädietechnikermeister/in?

Die Berufsaussichten als Orthopädietechnikermeister/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Ein hoher Fachkräftemangel macht offene Stellen schwer zu besetzen – das spielt Jobsuchenden in die Karten. Zudem sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen. Lediglich die Zahl der Altersabgänge liegt etwas unter dem Durchschnitt anderer Berufe.

Welche digitalen Skills braucht man als Orthopädietechnikermeister/in?

Digitale Kompetenzen spielen eine immer größere Rolle. Du solltest 3-D-Laserscanning beherrschen, CAD-Daten für den 3-D-Druck verarbeiten können und mit robotergestützten Näh- oder Schleifsystemen (Cobots) umgehen. Auch der Umgang mit elektronischen Patientenakten und sensorgesteuerten Exoskeletten gehört immer öfter zum Tagesgeschäft.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Orthopädietechnikermeister/in?

Die Arbeitsbedingungen sind sehr vielfältig: Du wechselst zwischen Werkstatt, Büro und direktem Kundenkontakt. Schutzkleidung wie Atemschutz und Schutzbrille ist bei Schleif- oder Klebearbeiten Pflicht, zugleich arbeitest du häufig am Bildschirm und trägst Verantwortung für Mitarbeiter/innen sowie Sachwerte.

Kann man sich als Orthopädietechnikermeister/in selbständig machen?

Ja, eine Selbständigkeit ist ausdrücklich vorgesehen. Nach der Eintragung in die Handwerksrolle kannst du einen eigenen Orthopädietechnik- oder Orthopädieschuhmacher-Betrieb gründen und dich zum Beispiel auf diabetesadaptierte Fußbettungen spezialisieren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Orthopädietechnikermeister/in?

Zur fachlichen Vertiefung bieten sich Lehrgänge in Orthopädietechnik, Elektrotechnik oder Elektronik an. Damit bleibst du technologisch auf dem Laufenden und kannst dein Leistungsspektrum – etwa um smarte Prothesen oder robotergestützte Reha-Geräte – erweitern.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Orthopädietechnikermeister/in?

Aufstiegschancen eröffnen dir zum Beispiel die Prüfung zum/zur Betriebswirt/in (HwO) oder der Titel Internationale/r Meister/in. Zusätzlich kannst du mit einem Bachelorstudium in Orthopädie- oder Rehatechnik den Sprung in Entwicklung, Forschung oder höhere Leitungsfunktionen schaffen.

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