Wirtschaftsjurist/Wirtschaftsjuristin
Auch bekannt als: Unternehmensjurist/in · Commercial lawyer (m/f)
Über den Beruf
Wirtschaftsjurist/innen prüfen Verträge, beraten Geschäftsleitungen in Rechts- und Steuerfragen und verhandeln Konditionen mit Geschäftspartnern. Sie analysieren Produkte, Projekte oder strategische Vorhaben auf ihre rechtliche Durchsetzbarkeit, erkennen Risiken und entwickeln Lösungsvorschläge. In der Rechtsabteilung entwerfen sie Arbeits-, Liefer- oder Lizenzverträge, formulieren Schriftsätze und erstellen Gutachten. Sie begleiten Steuererklärungen, kontrollieren Bilanzen und führen Wirtschaftlichkeitsanalysen durch. Bei offenen Forderungen leiten sie Mahnverfahren ein, bereiten Prozesse vor und kooperieren mit externen Anwälten. Mittels Dokumentenmanagementsystemen, Compliance-Software und Legal-Tech-Tools überwachen sie interne Abläufe und dokumentieren Entscheidungen. Auch in Marketing, Personal oder Vertrieb gestalten sie Betriebsvereinbarungen, schützen Markenrechte und steuern die rechtliche Seite neuer Produkte bis zur Markteinführung. Sie setzen Ansprüche durch und schützen das Unternehmen vor Haftungsrisiken.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Wirtschaftsrecht verlangt. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung werden häufig eine Promotion, je nach Fachrichtung z.B. als Dr. phil., oder eine Habilitation vorausgesetzt; die Promotion setzt i.d.R. einen Hochschulabschluss wie Master oder Staatsexamen sowie Dissertation und mündliche Prüfung voraus, die Habilitation u.a. Promotion, Habilitationsschrift, mündliche Prüfung und mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen.
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Wirtschaftsjurist/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.886 € brutto im Monat. Mit wachsender Verantwortung kannst du mit mehr als 5.328 € rechnen; Obergrenzen hängen stark von Branche, Standort und Unternehmensgröße ab.
Wie sind die Berufsaussichten als Wirtschaftsjurist/in?
Die Berufsaussichten als Wirtschaftsjurist/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung wächst zwar bis 2040, was neue Jobs schafft. Dennoch ist der Fachkräftemangel gering – offene Stellen werden schnell besetzt, sodass die Konkurrenz hoch bleibt. Bis 2040 steigt der Wettbewerb unter Bewerber/innen weiter, weil Arbeitgeber voraussichtlich leichter Personal finden.
Welche digitalen Skills braucht man als Wirtschaftsjurist/in?
Digitale Kompetenz wird immer wichtiger: Wirtschaftsjurist/innen arbeiten mit E-Akten, Legal-Tech-Plattformen und KI-gestütztem Wissensmanagement. Sie nutzen Predictive Analytics, Compliance-Systeme oder Robotic Process Automation, um Risiken einzuschätzen und Routineaufgaben zu automatisieren. Erfahrung mit solchen Tools verschafft dir im Job einen deutlichen Vorsprung.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Wirtschaftsjurist/in?
Die Tätigkeit spielt sich überwiegend in Büro- und Besprechungsräumen ab und beinhaltet viel Bildschirmarbeit. Wirtschaftsjurist/innen tragen Verantwortung für Sachwerte und mitunter für Personen, etwa bei Schadensfällen oder Wirtschaftlichkeitsanalysen. Regelmäßiger Kundenkontakt und der Umgang mit umfangreichen gesetzlichen Vorgaben prägen den Arbeitsalltag.
Womit arbeitet man als Wirtschaftsjurist/in?
Zum Arbeitswerkzeug gehören Gesetzestexte, Kommentare, Rechtsprechungssammlungen sowie Verträge, Gutachten und Finanzunterlagen. Ergänzt wird das Ganze durch juristische Datenbanken, Datenverwaltungssysteme und Bürohardware wie PC, Internetzugang und Telefon. Damit recherchierst du Sachverhalte, erstellst Dokumente und führst Analysen durch.
Kann man sich als Wirtschaftsjurist/in selbständig machen?
Eine selbständige Tätigkeit ist möglich, etwa als freiberufliche/r Berater/in für wirtschafts- oder arbeitsrechtliche Fragen. Die Gründung oder Übernahme einer eigenen Kanzlei setzt allerdings die Zweite juristische Staatsprüfung und die Zulassung als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin voraus.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftsjurist/in?
Nach dem Studium kannst du dich mit Fachkursen oder Aufbauprogrammen spezialisieren. Beliebte Themen sind Wirtschaftsrecht, Arbeits- und Sozialrecht, Europarecht, Internationales Recht, Steuerrecht, Wirtschaftsprüfung oder Unternehmensberatung. Solche Vertiefungen erhöhen deine Expertise und erweitern dein Einsatzspektrum.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftsjurist/in?
Mit einem Master in Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft übernimmst du komplexere Mandate und empfiehlst dich für Leitungsfunktionen in Rechtsabteilungen. Eine Promotion ebnet den Weg zu forschungsnahen Positionen, in die öffentliche Verwaltung oder ins Top-Management. Wer an Hochschulen lehren und forschen möchte, benötigt darüber hinaus meist eine Habilitation.
