Winzer/Winzerin
Auch bekannt als: Weinbau- und Kellereiwirtschaftsfacharbeiter/in · Wine grower (m/f)
Über den Beruf
Winzer/innen bepflanzen Weinberge, pflegen Rebstöcke und verwandeln Trauben in Wein, Sekt oder Traubensaft. Sie lockern den Boden, düngen gezielt, schneiden die Stöcke zurück und schützen sie mit mechanischen, biologischen oder chemischen Mitteln vor Schädlingen. Reife Trauben lesen sie von Hand oder mit Vollerntern, keltern sie in Pressen und steuern im Keller Temperatur, Hefezugabe und Schwefelung, um Aroma und Qualität zu formen. Ist der Ausbau abgeschlossen, pumpen sie den Wein in Tanks oder Fässer um, filtern, füllen ab, etikettieren und lagern. GPS-gestützte Karten, Sensoren im Weinberg oder Drohnendaten helfen, Bewässerung, Frostschutz und Spritzungen punktgenau zu planen. Schließlich organisieren sie Weinproben, beraten Kundschaft und verkaufen die abgefüllten Jahrgänge direkt oder online.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Winzer/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.895 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung und Region kannst du zwischen 2.400 € und 3.462 € verdienen.
Wie viel verdient man in der Ausbildung als Winzer/in?
In der Ausbildung zum/zur Winzer/in erhält man im Durchschnitt rund 1.136 € brutto im Monat. Im ersten Jahr verdienst du 1.066 €, im zweiten 1.122 € und im dritten etwa 1.197 €.
Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Winzer/in?
Die duale Ausbildung zum/zur Winzer/in dauert regulär 3 Jahre. Sie kombiniert praktische Arbeit im Weinbaubetrieb mit Unterricht in der Berufsschule.
Welche Schulfächer sind wichtig für Winzer/innen?
Nützlich sind vor allem Mathematik, Biologie, Chemie sowie Werken/Technik. Damit kannst du beispielsweise Mostgewichte berechnen, Gärprozesse verstehen und Maschinen sicher handhaben.
Ist der Beruf als Winzer/in körperlich anstrengend?
Ja, der Beruf fordert körperlich einiges. Du arbeitest häufig in gebückter Haltung, musst Rebstöcke pflanzen oder Tanks reinigen, bist bei jedem Wetter draußen und brauchst daher Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer.
Wie sind die Berufsaussichten als Winzer/in?
Die Berufsaussichten als Winzer/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen und das verbessert deine Chancen. Zusätzlich werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch neue Stellen entstehen. Langfristig schrumpft die Beschäftigung jedoch und bis 2040 finden Arbeitgeber leichter Personal, sodass der Wettbewerb zunehmen kann.
Welche digitalen Skills braucht man als Winzer/in?
Digitale Technik spielt inzwischen eine Schlüsselrolle im Weinbau. Du solltest Agrarroboter, Smart-Spraying-Anlagen und automatische Teilbreitenschaltungen bedienen können sowie über LP-WAN vernetzte Sensoren auswerten. Kenntnisse im Umgang mit Drohnenbildern und Online-Shop-Systemen helfen dir außerdem, Reben zu überwachen und den Wein direkt zu verkaufen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Winzer/innen?
Nach der Ausbildung kannst du dich mit Lehrgängen in Landwirtschaft, spezialisiertem Weinbau oder Pflanzenschutz weiterqualifizieren. Beliebt sind auch Weinseminare, in denen du Sensorik, internationale Rebsorten oder Vermarktungsstrategien vertiefst.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Winzer/innen?
Mit Berufserfahrung kannst du den Meistertitel als Winzermeister/in oder Weinküfermeister/in erwerben und einen Betrieb leiten. Eine weitere Option ist die Weiterbildung zum/zur Techniker/in für Weinbau und Kellerwirtschaft oder Wirtschafter/in Weinbau. Wenn dich die Vermarktung reizt, qualifizierst du dich als Sommelier/Sommelière.
