Materialwissenschaft (Bachelor) – Arbeitsumfeld
Studium

Materialwissenschaft (Bachelor)

Auch bekannt als: Ingenieur/in - Materialwissenschaften · Materialingenieur/inMaterialwissenschaftler/inMaterials engineer (m/f) ·

BerufsfeldNaturwissenschaft & Umwelt
Arbeitsortein Büroräumen · in Produktionshallen · in Labors · in Besprechungsräumen · im Homeoffice bzw. mobil
Dauer3-4 Jahre
Studiengänge22

Über den Beruf

Materialingenieure und -ingenieurinnen entwickeln Legierungen, Keramiken oder Polymere für Technik, Medizin und Alltag. Sie untersuchen chemische und physikalische Eigenschaften, wählen Rohstoffe aus und steuern Versuchsreihen. Mit Rasterelektronenmikroskopie, 3-D-Simulation oder Nanobeschichtung testen sie, wie Werkstoffe unter Belastung reagieren und passen Rezepturen an. Anschließend planen sie Produktionsprozesse, entwerfen Anlagen oder optimieren bestehende Fertigungslinien, sodass neue Materialien in Serie gehen können. Während der Herstellung überwachen sie Messdaten, dokumentieren Ergebnisse in CAQ-Systemen und greifen ein, wenn Qualitätsgrenzen überschritten werden. Energieeffizienz, Umweltschutz und Arbeitssicherheit behalten sie dabei stets im Blick. In interdisziplinären Teams klären sie Patentfragen, beraten Kunden zum richtigen Einsatz des Werkstoffs oder erstellen Gutachten zu Schadensfällen. Forschung zu 4-D-Druck, smarten Implantaten oder Energy Harvesting treibt Materialinnovationen voran.

Ausbildung & Zugang

BerufstypGrundständiges Studium
AusbildungsartUniversität, Fachhochschule
Dauer3-4 Jahre
Zugangsvoraussetzungen5
  • Hochschulreife, ggf. fachgebundene Hochschulreife, oder Fachhochschulreife
  • Oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis der zuständigen Stelle des Bundeslandes, z.B. Kultusministerium
  • Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
  • Bei dualen Studiengängen i.d.R. Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit einem geeigneten Unternehmen (Praxispartner)
  • Ggf. Vorpraktikum

Passende Studiengänge22

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Materialwissenschaftler/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.495 € brutto im Monat. Mit zunehmender Erfahrung und je nach Branche oder Region pendelt es sich meist zwischen 4.288 € und 6.827 € ein.

Wie lange dauert das Studium Materialwissenschaft?

Das Bachelorstudium in Materialwissenschaft dauert üblicherweise sechs bis acht Semester, also 3 bis 4 Jahre. Praxissemester, Auslandsaufenthalte oder Industrieprojekte können die Regelstudienzeit leicht verlängern, erhöhen aber auch deine Berufspraxis.

Welche Schulfächer sind wichtig für Materialwissenschaft?

Mathematik, Chemie, Physik, Englisch und Informatik zählen zu den wichtigsten Schulfächern. Gute Grundlagen erleichtern dir zum Beispiel das Durchrechnen von Gleichungen, das Analysieren von Stoffeigenschaften oder das Lesen englischsprachiger Forschungspapiere.

Ist der Beruf als Materialwissenschaftler/in körperlich anstrengend?

Größere körperliche Belastungen treten selten auf, doch gesunde, widerstandsfähige Haut an Händen und Armen sowie funktionstüchtige Arme und Hände sind wichtig. Beim Anschleifen von Proben oder dem Umgang mit Lösungsmitteln trägst du Schutzkleidung und musst präzise, feinmotorisch arbeiten.

Wie sind die Berufsaussichten als Materialwissenschaftler/in?

Die Berufsaussichten als Materialwissenschaftler/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was Bewerber/innen entgegenkommt. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen, weil Unternehmen länger nach Personal suchen. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch weitere Stellen frei werden.

Welche digitalen Skills braucht man als Materialwissenschaftler/in?

Gefragt sind vor allem digitale Kompetenzen rund um Additive Fertigung und virtuelle Produktionsprozesse. Du arbeitest zum Beispiel mit 3-D-Druckverfahren, 3-D-Laserscanning, Digitalen Zwillingen oder CAM-Systemen, um Bauteile zu entwerfen und Fertigungsmaschinen anzusteuern.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Materialwissenschaftler/in?

Die Arbeit findet im Wechsel zwischen Labor, Büro und Produktion statt und kombiniert Bildschirmarbeit mit Präzisionsaufgaben an Messgeräten. Du übernimmst Verantwortung für Teams, hast Kontakt zu Kunden und beachtest zahlreiche Sicherheits- und Umweltvorgaben, häufig in Schutzkleidung. Dienstreisen können anfallen, etwa wenn Anlagen bei Kunden abzunehmen sind.

Womit arbeitet man als Materialwissenschaftler/in?

Zum Arbeitsalltag gehören hochauflösende Mikroskope, Prüfstände, komplexe Laborapparaturen und Anlagen für die Additive Fertigung. Softwaregestützte Werkzeuge wie CAD-Modelle, CAM-Programme und Qualitätssicherungs-Tools helfen dir, Messdaten auszuwerten und Fertigungsprozesse zu steuern. Hinzu kommen Unterlagen wie Werkstofftabellen, Konstruktionszeichnungen oder Stücklisten.

Kann man sich als Materialwissenschaftler/in selbständig machen?

Eine Selbständigkeit ist möglich, etwa mit einem Ingenieurbüro für Materialprüfung, Technologieberatung oder dem Handel von Maschinen und Anlagen. Wenn du ein bestehendes Service- oder Wartungsunternehmen übernimmst, profitierst du von gewachsenen Kundenbeziehungen; für eine Neugründung helfen Netzwerke wie der Verein Deutscher Ingenieure bei ersten Schritten.

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