Materialwissenschaft (Master)
Auch bekannt als: Ingenieur/in - Materialwissenschaften · Materialingenieur/in ·
Über den Beruf
Materialingenieure und -ingenieurinnen entwickeln Legierungen, Keramiken oder Polymere für Technik, Medizin und Alltag. Sie untersuchen chemische und physikalische Eigenschaften, wählen Rohstoffe aus und steuern Versuchsreihen. Mit Rasterelektronenmikroskopie, 3-D-Simulation oder Nanobeschichtung testen sie, wie Werkstoffe unter Belastung reagieren und passen Rezepturen an. Anschließend planen sie Produktionsprozesse, entwerfen Anlagen oder optimieren bestehende Fertigungslinien, sodass neue Materialien in Serie gehen können. Während der Herstellung überwachen sie Messdaten, dokumentieren Ergebnisse in CAQ-Systemen und greifen ein, wenn Qualitätsgrenzen überschritten werden. Energieeffizienz, Umweltschutz und Arbeitssicherheit behalten sie dabei stets im Blick. In interdisziplinären Teams klären sie Patentfragen, beraten Kunden zum richtigen Einsatz des Werkstoffs oder erstellen Gutachten zu Schadensfällen. Forschung zu 4-D-Druck, smarten Implantaten oder Energy Harvesting treibt Materialinnovationen voran.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist in Materialwissenschaft
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule Auswahl nach Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
- Ggf. Englischkenntnisse
Passende Studiengänge22
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Materialwissenschaftler/in?
Typischerweise liegt das Gehalt bei 6.503 € brutto im Monat. Mit wachsender Erfahrung sind Einkommen ab etwa 5.466 € aufwärts möglich.
Ist der Beruf als Materialwissenschaftler/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt funktionstüchtige Arme und Hände sowie widerstandsfähige Haut, weil du Proben anschleifst und mit Chemikalien arbeitest. Schweres Heben kommt selten vor – gefordert sind vor allem Feinmotorik und sorgsamer Umgang mit Laborstoffen.
Wie sind die Berufsaussichten als Materialwissenschaftler/in?
Die Berufsaussichten als Materialwissenschaftler/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Ein hoher Fachkräftemangel macht es Arbeitgebern schwer, Stellen zu besetzen – ein Pluspunkt für Bewerbende. Die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt bis 2040, weil Unternehmen länger suchen. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Positionen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Materialwissenschaftler/in?
Gefragt sind Kenntnisse im 3-D-Druck, 3-D-Laserscanning und in 3-D-Simulationen. Du solltest außerdem mit CAM-Systemen, digitalen Zwillingen und Verfahren wie Computed Axial Lithography umgehen können. Extra-Punkte sammelst du mit Know-how zu 4-D-Druck oder intelligenten Implantaten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Materialwissenschaftler/in?
Der Arbeitsalltag wechselt zwischen Labor, Büro und Kundenbesuchen. Präzisionsarbeit an Messgeräten, das Einhalten von Umwelt- und Sicherheitsvorschriften sowie Schutzkleidung gehören genauso dazu wie längere CAD-, CAM- oder CAQ-Sessions am Bildschirm. Wer Teams führt, trägt zusätzlich Personalverantwortung.
Womit arbeitet man als Materialwissenschaftler/in?
Zum Equipment gehören Rasterelektronenmikroskope, Mess- und Prüfgeräte sowie 3-D-Drucker für additive Fertigung. In der Planung nutzt du CAD-, CAM- und CAQ-Software, Werkstofftabellen und Konstruktionszeichnungen. Produktionsanlagen, Stücklisten und Terminpläne begleiten dich im Betrieb, während PC, Telefon und Internet zur Bürogrundausstattung zählen.
Kann man sich als Materialwissenschaftler/in selbständig machen?
Ja, möglich ist beispielsweise ein eigenes Prüflabor oder ein Beratungs- und Handelsbetrieb für Werkstoffe und Anlagen. Typische Geschäftsfelder sind Materialprüfung, Umwelt- und Technologieberatung oder der Vertrieb von Maschinen. Unterstützung bei der Gründung bieten Fachverbände wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Materialwissenschaftler/in?
Seminare in Werkstoffprüfung, physikalischer Messtechnik oder Verfahrenstechnik vertiefen dein Fachwissen. Zusätzliche Kurse in Forschung und Entwicklung, Projektmanagement oder Fertigungstechnik eröffnen neue Aufgabenfelder und Karrierechancen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Materialwissenschaftler/in?
Aufbaulehrgänge wie die REFA-Weiterbildung zum Industrial Engineer ebnen den Weg in leitende Aufgaben der Prozessoptimierung. Für Führungspositionen in Forschung und Entwicklung oder eine Professur empfiehlt sich eine Promotion, gefolgt von einer Habilitation.
