Keramiker/Keramikerin
Auch bekannt als: Töpfer/in · Ceramist (m/f)
Über den Beruf
Keramiker/innen entwerfen Gebrauchsgeschirr, Baukeramik und Zierobjekte und setzen ihre Ideen anschließend in Handarbeit um. Sie mischen Ton mit Quarz oder Feldspat, entwässern die Masse und kneten sie zu einer geschmeidigen Grundlage. Auf der Töpferscheibe drehen sie runde Formen wie Schalen oder Krüge, plastische Stücke modellieren sie frei oder gießen sie in Gipsformen. Bevor die Rohlinge in den Brennofen kommen, werden Ränder geglättet, Henkel angesetzt oder Reliefs aufmodelliert. Nach dem ersten Schrühbrand bemalen und glasieren die Fachleute die Stücke per Pinsel, Ritz- oder Engobetechnik und brennen die Glasur ein zweites Mal ein. Sie prüfen dabei stetig Temperaturverläufe und Oberflächenqualität. In kleinen Werkstätten übernehmen Keramiker/innen oft auch Präsentation und Kundenberatung und verkaufen ihre Unikate direkt an Auftraggeber.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Keramiker/in?
Keramiker/innen verdienen typischerweise 3.358 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.876 € und 3.874 €. Mit zunehmender Berufspraxis, etwa wenn du einen eigenen Kundenstamm betreust, kann das Einkommen weiter steigen.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Keramiker/in?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Du lernst dabei parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Welche Schulfächer sind wichtig für Keramiker/innen?
Wichtigen Schulstoff liefern vor allem Werken/Technik, Kunst, Mathematik und Chemie. Mit diesen Fächern fällt es dir leichter, Entwürfe zu zeichnen, Glasurmischungen zu berechnen und Rohstoffe zu verstehen.
Ist der Beruf als Keramiker/in körperlich anstrengend?
Der Beruf bringt körperliche Belastungen mit sich. Du kniest oder sitzt lange an der Töpferscheibe, trägst schwere Tonklumpen und arbeitest in der Hitze des Brennofens – dafür brauchst du kräftige Arme, einen belastbaren Rücken und gesunde Haut.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Keramiker/in?
Keramiker/innen arbeiten meist in Werkstätten oder Werkhallen, in denen Handarbeit und Maschinenbedienung sich abwechseln. Staub, Tonreste, Hitze sowie Dämpfe von Glasuren gehören zum Alltag, weshalb du Schutzkleidung wie Handschuhe, Atem- oder Hautschutz trägst.
Womit arbeitet man als Keramiker/in?
Zum wichtigsten Arbeitsmaterial gehört Ton, oft gemischt mit Quarz oder Feldspat. Formgebung und Veredelung erledigst du mit Töpferscheiben, Gipsformen, Keramikbrennöfen, Spritzpistolen, Pinseln, Malhörnern und Gießbüchsen sowie anhand von Zeichnungen und Materiallisten.
Kann man sich als Keramiker/in selbständig machen?
Ja, das ist möglich, denn das Keramiker-Handwerk ist zulassungsfrei. Du kannst also auch ohne Meisterbrief eine eigene Werkstatt gründen; Erfahrung oder ein Meistertitel helfen dir aber, Kunden zu gewinnen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Keramiker/innen?
Fachkurse in Glas- und Keramikverarbeitung, Bildhauerei, plastischem Gestalten, Kunstmalerei, Grafik oder Produktgestaltung erweitern dein Know-how. Auf diese Weise lernst du neue Dekor- und Fertigungstechniken und hältst dein Designrepertoire frisch.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Keramiker/in?
Ein typischer Karriereschritt ist die Meisterprüfung zum/zur Keramikermeister/in, mit der du auch Lehrlinge ausbilden oder einen Betrieb leiten kannst. Weitere Optionen sind der Abschluss als Techniker/in der Fachrichtung Keramiktechnik oder als Keramikgestalter/in (beide Bachelor Professional). Wenn du ein Bachelor- oder Masterstudium in Keramik- oder Glastechnik oder in Produkt- bzw. Industriedesign anschließt, kannst du zusätzlich Entwicklungs- und Designaufgaben übernehmen.
