Ingenieur/Ingenieurin für Systems Engineering
Auch bekannt als: Systemingenieur/in · Systems engineer (m/f)
Über den Beruf
Ingenieure und Ingenieurinnen für Systems Engineering entwickeln komplexe technische Gesamtsysteme – von robotergesteuerten Fertigungsstraßen bis zu Luft- und Raumfahrtanlagen. Sie übersetzen Kundenwünsche in detaillierte Anforderungsprofile, legen Leistungs-, Kosten- und Sicherheitsziele fest und modellieren daraufhin das Systemdesign mit CAD, Simulationen und High-Performance-Computing. Während der Entwicklung analysieren sie Risiken, bewerten Alternativen und dokumentieren Änderungen. Sie koordinieren Schnittstellen zwischen Mechanik, Elektronik und Software, leiten die Integration aller Module und prüfen das Zusammenspiel mithilfe von Verifikations- und Validierungstests. Zugleich behalten sie Budgets, Personal und Termine im Blick und berichten an Auftraggeber. Treten Fehler auf, führen sie Ursachenanalysen durch und optimieren Abläufe. In Forschungsprojekten bringen sie neue Automatisierungs- und KI-Verfahren ein oder geben ihr Wissen in Vorlesungen weiter.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in Systems Engineering verlangt. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion, z.B. Dr. phil. (Geisteswissenschaften), oder eine Habilitation vorausgesetzt.
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Systemingenieur/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 7.084 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Branche und Region kannst du ab rund 5.745 € einsteigen und mit steigender Verantwortung deutlich darüber liegen.
Ist der Beruf als Systemingenieur/in körperlich anstrengend?
Der Job ist überwiegend kopflastig und spielt sich an Bildschirmarbeitsplätzen ab. Du brauchst jedoch funktionsfähige Arme und Hände, um Prototypen zu justieren oder Messgeräte in Testlabors und an Prüfständen zu bedienen.
Wie sind die Berufsaussichten als Systemingenieur/in?
Die Berufsaussichten als Systemingenieur/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch, offene Stellen bleiben oft länger unbesetzt – ein Vorteil für Bewerber/innen. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen bis 2040, weil Unternehmen länger nach passendem Personal suchen. Allerdings soll die Gesamtbeschäftigung bis 2040 schrumpfen, und es werden weniger Altersabgänge erwartet als in vielen anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Systemingenieur/in?
Wichtige digitale Bausteine sind 3-D-Laserscanning, 3-D-Simulationen und Aktorik, um komplexe Anlagen virtuell abzubilden und zu steuern. Du arbeitest außerdem mit Auto-ID-Lösungen wie RFID, entwickelst Apps zur Prozessüberwachung und kannst bei Augmented-Reality-Anwendungen oder Business-Process-Management-Systemen mitwirken.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Systemingenieur/in?
Systemingenieur/innen wechseln zwischen Büro, Labor und Produktionshalle und erledigen einen großen Teil ihrer Aufgaben am Bildschirm. Verantwortung für Teammitglieder, Kundenkontakt sowie Dienstreisen zur Inbetriebnahme von Anlagen gehören zum Alltag. Bei Schicht- oder Montageeinsätzen können unregelmäßige Arbeitszeiten und längere Abwesenheiten vom Wohnort anfallen.
Womit arbeitet man als Systemingenieur/in?
Im Alltag nutzt du CAD-, CAM- und High-Performance-Computing-Software, um Konstruktionen zu entwerfen und Simulationen durchzuführen. Hinzu kommen Versuchsanlagen, Prüfgeräte und Unterlagen wie Anforderungs- oder Fehleranalysen. Für Projektkalkulationen greifst du außerdem auf Kostenrechnungstools und klassische Büro-IT zurück.
Kann man sich als Systemingenieur/in selbständig machen?
Ja, eine Selbständigkeit ist möglich, zum Beispiel als beratende/r Ingenieur/in für Systems Engineering. Unterstützung bei der Existenzgründung bieten Fachverbände wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Systemingenieur/in?
Für den fachlichen Feinschliff bieten sich Lehrgänge in Softwareentwicklung, Maschinen- und Anlagenbau, Verfahrenstechnik oder Projektmanagement an. Du kannst dich auch in elektrischer Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik oder in Forschung und Entwicklung spezialisieren, um anspruchsvollere Projekte zu übernehmen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Systemingenieur/in?
Aufstiegschancen eröffnen vor allem Spezial- und Führungsweiterbildungen. Du kannst dich etwa zum/zur REFA-Ingenieur/in für Industrial Engineering qualifizieren oder einen Master im Systems Engineering, in Produktionstechnik, Mechatronik oder Automatisierungstechnik anschließen. Mit einer Promotion verbesserst du deine Chancen auf leitende Forschungspositionen, und eine anschließende Habilitation ist meist Voraussetzung für eine Professur an der Hochschule.
