Ingenieur/Ingenieurin für Farben, Lacke
Auch bekannt als: Lackingenieur/in · Diplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Chemische Technik · Chemical engineer (m/f)
Über den Beruf
Ingenieur/innen für Farben und Lacke entwickeln Beschichtungsstoffe für Holz, Metall, Beton oder Kunststoff. Im Labor analysieren sie Pigmente, Harze und Additive, kombinieren Rezepturen und prüfen Korrosionsschutz, Haftung oder Glanz. Sie suchen nach biobasierten Rohstoffen, reduzieren Lösungsmittel und integrieren smarte Funktionen wie Selbstheilung. Vor Serienstart übertragen sie Versuchsergebnisse in industrielle Misch- und Abfüllprozesse, legen Anlagenparameter fest und simulieren Abläufe digital. Während der Fertigung überwachen sie Viskosität, Schichtdicke und Farbton, dokumentieren Kennzahlen und greifen bei Abweichungen ein. Sie definieren Qualitätsstandards, erstellen Kostenkalkulationen und optimieren Verbrauch. Im technischen Vertrieb oder der Anwendungstechnik beraten sie Hersteller von Automobilen, Möbeln oder Bauelementen zu Applikationsverfahren und Farbsystemen. So erhöhen sie Lebensdauer und Effizienz beschichteter Produkte.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg ist i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Chemieingenieurwesen erforderlich. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben wird meist ein Masterstudium erwartet. In Wissenschaft und Forschung sind häufig eine Promotion oder eine Habilitation nötig.
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Lackingenieur/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 65.088 € und 77.268 € pro Jahr. Je nach Branche, Region und Verantwortungsbereich kann dein tatsächliches Einkommen darüber oder darunter liegen.
Ist der Beruf als Lackingenieur/in körperlich anstrengend?
Ganz ohne körperliche Voraussetzungen geht es nicht: Du brauchst funktionsfähige Arme und Hände, gutes Farb- und räumliches Sehvermögen. Gesunde Atemwege sowie widerstandsfähige Haut sind wichtig, weil du mit Lackdämpfen, Lösungsmitteln und Chemikalien in Kontakt kommst.
Wie sind die Berufsaussichten als Lackingenieur/in?
Die Berufsaussichten als Lackingenieur/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was Bewerbern entgegenkommt. Zugleich sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen. Allerdings schrumpft die Gesamtbeschäftigung bis 2040 und es gibt weniger Altersabgänge als in anderen Berufen, was das Stellenangebot etwas dämpft.
Welche digitalen Skills braucht man als Lackingenieur/in?
Digitale Technik ist fester Bestandteil des Jobs. Du solltest 3-D-Simulationen und 3-D-Laserscans beherrschen, um Rezepturen zu testen und Objekte vor dem Lackieren exakt zu vermessen. Know-how in CAM-Systemen, Aktorik oder Cobots erleichtert dir das Programmieren und Optimieren von Produktionsanlagen. Auch Apps zur Prozessüberwachung und Augmented-Reality-Tools für Wartungsarbeiten gehören inzwischen zum Alltag.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Lackingenieur/in?
Im Alltag wechselst du zwischen Büro, Labor und Produktionshalle. Schutzkleidung wie Kittel, Brille und Handschuhe ist ebenso selbstverständlich wie intensive Bildschirmarbeit für Simulationen oder Datenanalysen. In der technischen Kundenberatung bist du zudem häufiger unterwegs und trägst Verantwortung für Mitarbeitende.
Womit arbeitet man als Lackingenieur/in?
Du hast täglich mit Farbpigmenten, Bindemitteln, Lösungsmitteln und modernen Beschichtungsstoffen zu tun. Für Analysen und Produktion nutzt du Laborgeräte, Mess- und Diagnoseinstrumente sowie automatisierte Lackier- und Pulverbeschichtungsanlagen. Digitale Planungs- und Prüflisten auf dem Rechner unterstützen dich bei Aufträgen und Qualitätskontrollen.
Kann man sich als Lackingenieur/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich, etwa mit einem eigenen Handel für Farben, Lacke oder Korrosionsschutzprodukte. Nach Eintrag in die Handwerksrolle kannst du auch einen Maler- und Lackiererbetrieb gründen; Beratung bieten z.B. der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und regionale Kammern.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Lackingenieur/in?
Fachspezifische Seminare in Beschichtungstechnik, Produktions- und Verfahrenstechnik oder betrieblichem Umweltschutz halten dein Know-how aktuell. Ergänzend bringen dich Kurse in Projektmanagement oder Forschung & Entwicklung in Position für leitende Aufgaben.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Lackingenieur/in?
Für den Aufstieg lohnt sich eine Spezialisierung, etwa durch die Weiterbildung zum/zur REFA-Ingenieur/in für Industrial Engineering. Mit einem Master oder einer Promotion in Chemieingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder Wirtschaftschemie kannst du Forschungsprojekte leiten oder langfristig eine Professur anstreben; für letztere ist später häufig eine Habilitation erforderlich.
