Wirtschaftschemie (Master)
Auch bekannt als: Wirtschaftschemiker/in · Industrial chemist (m/f)
Über den Beruf
Wirtschaftschemiker/innen kalkulieren Entwicklungsbudgets, analysieren Märkte und steuern chemische Produktionsprozesse. Sie vergleichen Rohstoffpreise, erstellen Kosten-Nutzen-Rechnungen und zeigen Einsparpotenziale auf. Parallel bewerten sie die Absatzchancen neuer Wirkstoffe, erarbeiten Marktanalysen und unterstützen Vertriebsteams bei der Kundengewinnung. Im laufenden Betrieb begleiten sie den Einkauf von Werkstoffen, überwachen Produktionsabläufe sowie interne Logistik und prüfen die Qualität mittels laborbasierter Messverfahren. Bei neuen Anlagen bereiten sie Genehmigungsunterlagen vor, erstellen Umweltgutachten und achten auf Arbeitsschutz. In Forschungsprojekten entwickeln sie Versuchspläne, führen analytische oder synthetische Labortätigkeiten durch und veröffentlichen die Ergebnisse. Zusätzlich beraten sie Industriebetriebe, Importeure und Handelspartner in chemisch-technischen und betriebswirtschaftlichen Fragen. In Strategiemeetings präsentieren sie ihre Kennzahlen und empfehlen das weitere Vorgehen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist in Wirtschaftschemie
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule Auswahl nach Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
- Ggf. Englischkenntnisse
Passende Studiengänge10
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Wirtschaftschemiker/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.627 € brutto im Monat. Mit Berufserfahrung und je nach Region kannst du zwischen 4.328 € und 7.296 € verdienen.
Ist der Beruf als Wirtschaftschemiker/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt nur gelegentlich körperliche Belastungen, etwa beim Aufbau von Versuchsapparaturen im Labor. Du solltest jedoch funktionsfähige Arme und Hände, ein gutes Farbsehvermögen sowie gesunde Atemwege mitbringen, weil du teilweise mit Chemikalien und unter Schutzkleidung arbeitest.
Wie sind die Berufsaussichten als Wirtschaftschemiker/in?
Die Berufsaussichten als Wirtschaftschemiker/in sind ausgeglichen. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch offene Positionen entstehen. Gleichzeitig schrumpft die Beschäftigung bis 2040, was das Stellenangebot insgesamt verkleinern kann. Der Fachkräftemangel ist gering, offene Stellen werden daher meist rasch besetzt und die Konkurrenz unter Bewerber/innen ist höher.
Welche digitalen Skills braucht man als Wirtschaftschemiker/in?
Im Berufsalltag kommen zahlreiche digitale Systeme zum Einsatz. Wichtige Tools sind Business-Intelligence- und Augmented-Analytics-Plattformen, mit denen du große Datenmengen auswertest. Außerdem solltest du dich in ERP- und BPM-Systemen zur Prozesssteuerung sowie in Laborinformationssystemen oder IoT-Plattformen für vernetzte Messgeräte zurechtfinden.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Wirtschaftschemiker/in?
Die Tätigkeit wechselt zwischen Labor, Büro und Besprechungsraum, sodass du sowohl Schutzkleidung als auch Bildschirmarbeit gewohnt sein musst. Regelmäßig trägst du Verantwortung für Studierende oder Sachwerte und arbeitest präzise mit Pipetten, Zentrifugen oder Analysegeräten. Kundenkontakt und Projektbesprechungen gehören ebenso zum Alltag wie das Auswerten von Daten am PC.
Womit arbeitet man als Wirtschaftschemiker/in?
Zum Handwerkszeug gehören Laborgeräte wie Zentrifugen, Spektroskope oder Chromatografie-Anlagen ebenso wie klassische Büroausstattung mit PC, Internetzugang und Telefon. Für Kalkulationen und Marktanalysen nutzt du umfangreiche Unterlagen und betriebswirtschaftliche Berechnungsmodelle.
Kann man sich als Wirtschaftschemiker/in selbständig machen?
Ja, Wirtschaftschemiker/innen können einen eigenen Dienstleistungs- oder Handelsbetrieb eröffnen, etwa für Lacke, Farben oder Kosmetik. Beliebt ist auch die freiberufliche Tätigkeit als Berater/in für Unternehmen der chemischen Industrie.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftschemiker/in?
Um fachlich am Ball zu bleiben, stehen Seminare in Chemie, Pharmazie, Verfahrenstechnik oder Labortechnik zur Wahl. Auch betriebswirtschaftliche Themen wie Einkauf, Controlling, Marketing oder Vertrieb können deine Karrierechancen ausbauen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftschemiker/in?
Mit einer Promotion in Wirtschaftschemie, Chemieingenieurwesen oder Betriebswirtschaftslehre kannst du leitende Positionen in Forschung und Management übernehmen. Wer an die Hochschule möchte, strebt danach eine Habilitation an und qualifiziert sich so für eine Professur. Alternativ eröffnet dir die Promotion auch in der Privatwirtschaft oder in Behörden den Zugang zu Führungsaufgaben.
