Fischwirt/Fischwirtin Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei
Auch bekannt als: Binnenfischer/Binnenfischerin . (Ausbildungsberuf bis 1990) · Fischereiwirtschaftsfacharbeiter/in · Commercial fisher (m/f) - specialising in aquaculture and inland fishing
Über den Beruf
Fischwirte und Fischwirtinnen der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei züchten Speisefische, Krebse und Muscheln in Teichen, Tanks und Fließgewässern. Sie überwachen Sauerstoffgehalt, pH-Wert und Temperatur, steuern automatische Fütterungsanlagen und handeln bei Krankheitssymptomen schnell mit Medikamenten oder Parasitenbehandlungen. In Seen und Flüssen pflegen sie den Lebensraum, entfernen Algen, befestigen Ufer und setzen Jungfische ein, um Bestände zu regulieren. Verkaufsgereifte Tiere fangen sie mit Stell- und Zugnetzen oder Reusen, sortieren sie und halten Lebendware in Hälterbecken oder verarbeiten sie direkt: schlachten, filetieren, räuchern, kühlen. Auch der Transport und die Vermarktung an Großhändler, Einzelhandel oder Privatkundschaft fallen in ihren Aufgabenbereich. Netze, Boote und Pumpen reinigen und reparieren sie eigenständig.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen2
- Keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben
- Beim Umgang mit Lebensmitteln Belehrung und Bescheinigung des Gesundheitsamtes
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fischwirt/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 33.780 € und 35.472 € pro Jahr. Mit wachsender Erfahrung, Zusatzqualifikationen oder Schichtzulagen kann dein Einkommen darüber hinaus steigen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Fischwirt/in?
Die duale Ausbildung erstreckt sich über 3 Jahre. Bei sehr guten Leistungen kannst du die Dauer in Absprache mit Betrieb und Berufsschule verkürzen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Fischwirte/innen?
Biologie, Chemie, Werken/Technik und Mathematik sind besonders hilfreich. Sie erleichtern dir das Verständnis für Fischgesundheit, Wasserchemie, Gerätekunde und Futtermengen-Berechnungen.
Ist der Beruf als Fischwirt/in körperlich anstrengend?
Ja, die Arbeit beansprucht Rücken, Arme und Beine, weil Fische, Netze und Gerätschaften oft per Hand bewegt werden. Du bist zudem bei jeder Witterung draußen oder in Kühlräumen unterwegs und benötigst deshalb Ausdauer sowie eine robuste Gesundheit.
Welche digitalen Skills braucht man als Fischwirt/in?
Digitale Überwachungssysteme gehören längst zum Alltag, etwa IoT-Sensoren zur Wasserqualitätsmessung oder per LP-WAN vernetzte Pumpen. Du solltest daher Routine im Umgang mit cloudbasierter Aquakultur-Software, ferngesteuerten Fütterungssystemen sowie Online-Shop-Tools und Rückverfolgungslösungen wie Blockchain entwickeln.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fischwirt/in?
Du wechselst zwischen Teichanlagen, Booten, Werkstätten und Verarbeitungsräumen. Schutzkleidung wie Wathosen, Handschuhe und Gummistiefel ist Pflicht, und du arbeitest bei Kälte, Hitze, Nässe, Gerüchen sowie im Umgang mit Maschinen und Chemikalien.
Kann man sich als Fischwirt/in selbständig machen?
Ja, viele Fachkräfte gründen eine eigene Fischzucht, einen Fischereibetrieb oder steigen in den Fischhandel ein. Eine abgelegte Prüfung als Fischwirtschaftsmeister/in erleichtert dir Finanzierung, Behördenkontakte und Marktakzeptanz.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Fischwirte/innen?
Fachspezifische Lehrgänge in Fischerei, Fischwirtschaft oder Schiffsverkehr halten dein Know-how aktuell. Dort lernst du zum Beispiel neue Verfahren für nachhaltige Bewirtschaftung, Vermarktung oder Logistik.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fischwirt/in?
Ein wichtiger Karriereschritt ist die Meisterprüfung als Fischwirtschaftsmeister/in in Fischhaltung und Fischzucht oder in Seen- und Flussfischerei. Alternativ qualifiziert dich eine Weiterbildung zum/zur Agrartechniker/in (Bachelor Professional in Technik) für leitende technische Aufgaben. Mit einem Bachelorstudium in Fischereiwesen, Aquakultur oder Agrarbiologie kannst du zudem in Beratung, Management oder Forschung aufsteigen.
