Fischwirtschaftsmeister/Fischwirtschaftsmeisterin Schwerpunkt Seen- und Flussfischerei
Auch bekannt als: Meister/Meisterin für Binnenfischerei
Über den Beruf
Fischwirtschaftsmeister/innen der Seen- und Flussfischerei planen Fangtouren, führen Teams und steuern die gesamte Produktion vom Netz bis zur Vermarktung. Sie wählen geeignete Reusen, Stell- oder Schleppnetze, steuern Boote und holen den Fang an Bord. Anschließend töten sie die Fische fachgerecht, schlachten, filetieren, räuchern oder frosten sie. Sensoren und digitale Logbücher liefern Daten zur Wasserqualität und Fangquote, die sie auswerten, um Bestände nachhaltig zu bewirtschaften. Bei Bedarf erbrüten sie Fischbrut künstlich, pflegen Jungfische und setzen diese in Gewässer aus. Kaufmännisch kalkulieren sie Angebote, verhandeln Lieferverträge, überwachen Kosten und bilden Nachwuchskräfte aus. Netze, Motoren und Winden warten oder reparieren sie eigenhändig. Mit dieser Mischung aus Handwerk, Biologie und Betriebsführung bringen sie heimische Speisefische marktgerecht in den Handel.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- I.d.R. Berufsausbildung in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf, z.B. als Fischwirt/in
- Zusätzlich entsprechende Berufspraxis im Bereich Fischwirtschaft
- Alternativ mind. 5 Jahre Berufspraxis im Bereich Fischwirtschaft
- Beim Umgang mit Lebensmitteln Belehrung und Bescheinigung des Gesundheitsamtes
Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fischwirtschaftsmeister/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt bei 38.856 € pro Jahr. Abweichungen sind möglich, etwa wenn du in einem nicht tarifgebundenen Betrieb arbeitest, Zusatzqualifikationen mitbringst oder saisonbedingte Zuschläge erhältst.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Fischwirtschaftsmeister/in?
Die Weiterbildung zum/zur Fischwirtschaftsmeister/in Schwerpunkt Seen- und Flussfischerei dauert in Teilzeit in der Regel 2 Jahre. Unterrichtsblöcke an der Meisterschule wechseln sich meist mit betrieblicher Praxis ab, sodass du weiterarbeiten und Berufserfahrung sammeln kannst.
Ist der Beruf als Fischwirtschaftsmeister/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist körperlich anspruchsvoll. Du musst schwere Netze und Fischbehälter bewegen, stundenlang auf schwankenden Booten arbeiten und bei jeder Witterung draußen sein. Eine robuste Gesundheit, gute Bewegungskoordination und Ausdauer in Rücken, Armen und Beinen sind deshalb unabdingbar.
Welche digitalen Skills braucht man als Fischwirtschaftsmeister/in?
Für moderne Seen- und Flussfischerei sind digitale Kenntnisse gefragt. Du solltest Sensordaten aus vernetzten Aquakultursystemen auswerten, elektronische Fangbücher oder Dokumentenmanagementsysteme führen und mit automatisierten Fütterungs- oder Sortieranlagen umgehen können. Damit optimierst du Erträge und kannst unerwünschten Beifang schneller identifizieren.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fischwirtschaftsmeister/in?
Die Arbeitsbedingungen sind sehr abwechslungsreich. Du wechselst zwischen Freilufteinsätzen am Gewässer, handwerklichen Tätigkeiten wie Netzreparatur, Büroarbeit am Bildschirm und Führungsaufgaben im Team. Schutzkleidung wie Wathosen oder Ölzeug gehört ebenso dazu wie der Umgang mit Maschinen, lebenden Tieren und Kundengesprächen.
Womit arbeitet man als Fischwirtschaftsmeister/in?
Hinzu kommen Unterlagen wie Kalkulationstabellen, Lieferverträge und Fischereigesetze sowie klassische Büroausstattung vom PC bis zum Telefon. Auch die jeweiligen Zielfischarten – etwa Zander, Hecht oder Saibling – gelten als ‚Arbeitsmittel‘, mit denen du fachgerecht umgehen musst.
Kann man sich als Fischwirtschaftsmeister/in selbständig machen?
Ja, eine Selbständigkeit ist möglich. Viele Meister/innen gründen eine eigene Fischzucht, eröffnen einen Direktverkauf am See oder spezialisieren sich auf den regionalen Groß- und Einzelhandel mit Frischfisch.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Fischwirtschaftsmeister/in?
Nach dem Meistertitel kannst du dich gezielt in Fachkursen zu Fischerei, Fischwirtschaft oder Schiffsverkehr weiterqualifizieren. Solche Seminare vertiefen beispielsweise Kenntnisse zu Nachhaltigkeit, Vermarktung oder Navigation und halten dich technologisch auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fischwirtschaftsmeister/in?
Karrierewege führen vor allem über zusätzliche Abschlüsse. Du kannst die Prüfung zum/zur Internationale/n Meister/in ablegen oder ein Bachelor- beziehungsweise Masterstudium in Fischereiwesen, Aquakultur, Agrarbiologie, Agrarwissenschaft oder Agrarmanagement anschließen. Damit eröffnen sich Leitungspositionen in größeren Betrieben oder in Forschung und Beratung.
