Finanzassistent/Finanzassistentin (doppelt qualifizierende Ausbildung) – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Finanzassistent/Finanzassistentin (doppelt qualifizierende Ausbildung)

BerufsfeldWirtschaft & Finanzen
Arbeitsortein Büro- und Besprechungsräumen · beim Kunden · im Homeoffice bzw. mobil
Dauer2 bzw. 3 Jahre
Ausbildungsplätze89

Über den Beruf

Finanzassistenten und Finanzassistentinnen beraten Privat- und Firmenkunden zu Geldanlagen, Krediten und Versicherungen. Sie analysieren Einkommens- und Vermögensverhältnisse, prüfen Bonität und ermitteln den individuellen Finanzierungsbedarf. Darauf aufbauend erstellen sie Finanzierungspläne etwa für den Immobilienkauf, kalkulieren Hypotheken oder Bauspardarlehen und erläutern staatliche Fördermöglichkeiten. Auch bei der Vermögensanlage begleiten sie ihre Kundschaft: Sie vergleichen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder Fonds, berechnen Renditechancen und führen Wertpapierorders aus. Damit alle Vorgänge rechtlich sicher bleiben, beachten sie Bank-, Steuer- und Versicherungsrecht, dokumentieren Beratungsprotokolle digital und überwachen laufende Engagements. Für Beleihungen bewerten sie Immobilien und legen Beleihungswerte mithilfe von Algorithmic-Decision-Making-Tools fest. Markttrends, Kursschwankungen oder neue Produkte behalten sie kontinuierlich im Blick, um ihr Portfolio aktuell zu halten und passgenaue Angebote zusammenzustellen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAusbildungsberuf
AusbildungsartDoppelt qualifizierende Ausbildung (anerkannter Ausbildungsberuf und Abschluss Finanzassistent/in)
Dauer2 bzw. 3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen2
  • Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife
  • Ausbildungsvertrag in einem anerkannten einschlägigen Ausbildungsberuf

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Finanzassistent/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.894 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.645 € und 6.523 €. Zusatzzahlungen wie Provisionen können dein Einkommen zusätzlich steigern.

Wie lange dauert die Ausbildung als Finanzassistent/in?

Die Ausbildung zum/zur Finanzassistent/in dauert je nach Bundesland zwei bis drei Jahre. Sie ist als doppelt qualifizierende Ausbildung konzipiert, sodass du parallel zur Praxis vertieftes Fachwissen aufbaust.

Welche Schulfächer sind wichtig für Finanzassistent/innen?

Mathematik, Wirtschaft/Recht und Deutsch zählen zu den wichtigsten Schulfächern. Mathe hilft dir beim Berechnen von Finanzierungsplänen, Wirtschaft/Recht beim Umgang mit Gesetzen und Deutsch bei der überzeugenden Kundenkommunikation.

Wie sind die Berufsaussichten als Finanzassistent/in?

Die Berufsaussichten als Finanzassistent/in sind ausgeglichen. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Jobs frei werden. Bis 2040 schrumpft die Beschäftigung jedoch und Arbeitgeber finden voraussichtlich schneller Personal; die Konkurrenz unter Bewerber/innen steigt langfristig.

Welche digitalen Skills braucht man als Finanzassistent/in?

Digitale Kompetenz ist in diesem Beruf Pflicht. Finanzassistent/innen nutzen Dokumentenmanagementsysteme, um Verträge und Beratungsprotokolle papierlos zu verwalten. Du solltest außerdem Robo-Advisors verstehen und mit Vertragsgeneratoren oder Smart Contracts umgehen können, um Policen und Kreditverträge rechtssicher aufzusetzen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Finanzassistent/in?

Finanzassistent/innen verbringen viel Zeit am Bildschirm in Büro- oder Besprechungsräumen, beraten aber auch mobil oder direkt beim Kunden. Die Arbeitszeiten können unregelmäßig sein, weil du dich nach den Terminvorgaben der Kundschaft richtest. Häufig wechselnde Aufgaben erfordern Flexibilität, zugleich musst du strenge gesetzliche Vorgaben einhalten und trägst Verantwortung für hohe Vermögenswerte.

Kann man sich als Finanzassistent/in selbständig machen?

Ja, eine Selbstständigkeit ist möglich. Viele Finanzassistent/innen arbeiten später als unabhängige Finanzdienstleistungsberater/innen, Versicherungsagent/innen, Baufinanzberater/innen oder Immobilienmakler/innen; auch Franchise-Modelle sind verbreitet. Fachverbände wie der BVK oder der BMVF unterstützen mit Gründungsinformationen und Netzwerken.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Finanzassistent/innen?

Nach der Ausbildung kannst du dein Know-how in Seminaren ausbauen. Themen wie Wertpapierhandel, Leasing und Factoring, Bank- oder Versicherungsrecht sowie Finanz- und Rechnungswesen sind besonders gefragt. So spezialisierst du dich etwa auf Vermögensberatung, Steuerfragen oder spezifische Finanzierungsformen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Finanzassistent/in?

Für den nächsten Karriereschritt bieten sich Aufstiegsweiterbildungen zum/zur Fachwirt/in in Finanzberatung, Bank oder Leasing an. Darauf aufbauend qualifiziert dich eine Betriebswirt/in-Fortbildung mit Schwerpunkt Finanzen und Investment für leitende Positionen.

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