Vergoldermeister/Vergoldermeisterin/Bachelor Professional im Vergolder-Handwerk
Auch bekannt als: Meister/in im Vergolderhandwerk · Meister/Meisterin des Vergolderhandwerks
Über den Beruf
Vergoldermeister/innen leiten Werkstätten, kalkulieren Aufträge und veredeln Altäre, Bilderrahmen oder Möbel mit Blattgold, Silber und farbigen Fassungen. Sie planen jeden Arbeitsschritt, wählen geeignete Grundierungen und Werkstoffe und steuern Termine sowie Kosten. Entwürfe zeichnen sie selbst, fertigen Ornamente an und restaurieren beschädigte Vergoldungen an historischen Objekten. Im Büro verhandeln sie mit Kunden, Lieferanten und Kreditinstituten, erstellen Angebote und kümmern sich um den Schriftverkehr. Als Führungskräfte weisen sie Fachkräfte an, schulen Auszubildende und prüfen die Qualität der Arbeitsergebnisse. Digitale Dokumentenmanagementsysteme helfen, Restaurierungsschritte genau zu dokumentieren. Durch präzise Handarbeit und betriebswirtschaftliches Geschick sichern sie den Erhalt wertvoller Kunstwerke und schaffen neue Glanzpunkte im Innenausbau.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen2
- Gesellen- oder Abschlussprüfung z.B. als Vergolder/in oder in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf
- Oder Nachweis beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten durch Validierungsverfahren, falls kein entsprechender Bildungsabschluss vorliegt
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Vergoldermeister/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 48.000 € und 56.496 € pro Jahr. Faktoren wie Betriebsgröße, Region und Umfang der Führungsverantwortung können dein Einkommen zusätzlich nach oben oder unten verschieben.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Vergoldermeister/in?
Die Meistervorbereitung hat keine feste Laufzeit, weil jeder Bildungsträger eigene Modelle anbietet. In kompakten Vollzeitkursen bist du deutlich schneller fertig, während berufsbegleitende Teilzeitangebote sich oft über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Ist der Beruf als Vergoldermeister/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt einiges von deinem Körper: belastbare Arme und Hände, schwindelfreies Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten sowie gesunde Haut und Atemwege wegen Staub und Chemikalien. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, kann die oft filigranen Arbeiten konzentriert und sicher ausführen.
Wie sind die Berufsaussichten als Vergoldermeister/in?
Die Berufsaussichten als Vergoldermeister/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040, was den Arbeitsmarkt stabilisiert. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Zugleich ist der Fachkräftemangel gering – offene Stellen werden schnell besetzt, weshalb du mit mehr Konkurrenz rechnen musst.
Welche digitalen Skills braucht man als Vergoldermeister/in?
Ein sicherer Umgang mit Dokumentenmanagementsystemen ist wichtig. Damit dokumentierst du Restaurierungsschritte, Materialeinsatz und Kosten digital und kannst die Daten jederzeit mit Kunden oder Behörden teilen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Vergoldermeister/in?
Die Arbeit wechselt zwischen Werkstatt, Baustelle und Büro. Du kombinierst filigrane Handarbeit mit hauchdünnem Blattgold, verantwortest wertvolle Kunstobjekte und koordinierst gleichzeitig Personal, Termine und Material – bei Außeneinsätzen auch in luftiger Höhe.
Kann man sich als Vergoldermeister/in selbständig machen?
Ja, mit der Meisterprüfung darfst du einen eigenen Vergolderbetrieb führen und sogar Auszubildende einstellen. Ein eigener Betrieb verschafft dir volle unternehmerische Freiheit, erfordert aber auch kaufmännisches Geschick sowie Verantwortung für Mitarbeitende und Kundschaft.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Vergoldermeister/in?
Fachspezifische Lehrgänge in Restaurierung, Historischer Materialkunde oder Oberflächenbehandlung vertiefen dein Know-how. Auch Kurse in Galvanik, Farbgestaltung, Produktgestaltung oder Kosten- und Leistungsrechnung erweitern dein Profil für Leitungsaufgaben.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Vergoldermeister/in?
Ein nächster Schritt kann die Prüfung zum/zur Betriebswirt/in (HwO) sein, um betriebswirtschaftlich die Führung zu übernehmen. Für internationale Projekte bietet sich der Titel Internationale/r Meister/in an. Wer stärker in die Denkmalpflege möchte, qualifiziert sich als Restaurator/in im Vergolderhandwerk bzw. Master Professional für Restaurierung im Handwerk.
