Vergolder/Vergolderin
Auch bekannt als: Vergolder-Einrahmer/Vergolderin-Einrahmerin · Vergolder/in und Staffierer/in · Gilder (m/f)
Über den Beruf
Vergolder/innen verleihen Stuckornamenten, Skulpturen, Altären oder Bilderrahmen neuen Glanz. Sie beraten Kundschaft, erstellen Kostenvoranschläge und zeichnen Entwürfe für fehlende Ornamente. Am Objekt beseitigen sie Schadstellen, legen alte Fassungen frei oder modellieren Ersatzteile. Danach grundieren sie Holz, Putz oder Metall mit Leim- und Kreidemischungen, tragen eine Schicht aus Tonerde (Poliment) auf und setzen hauchdünne Gold- oder Silberblätter mit dem Anschießer ein. Achatsteine polieren die Metallhaut zur glänzenden Fläche. Außenflächen vergolden sie mit Klebeöl, Schriftzüge arbeiten sie per Gravur heraus. Für besondere Effekte malen sie Marmor oder Holz täuschend echt nach und patinieren neue Stücke, damit sie antik wirken. Zusätzlich fertigen sie komplette Rahmen und rahmen Gemälde oder Spiegel fachgerecht nach konservatorischen Vorgaben.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Vergolder/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 24.300 € und 26.244 € pro Jahr. In kleinen Ateliers oder bei freiberuflichen Restaurierungsaufträgen kann das Einkommen abweichen, weil es stark von Materialkosten, Auftragsumfang und der regionalen Nachfrage abhängt.
Wie lange dauert die Ausbildung als Vergolder/in?
Die duale Ausbildung zum/zur Vergolder/in dauert regulär 3 Jahre. Währenddessen wechseln sich betriebliche Praxisphasen und Unterricht in der Berufsschule ab.
Welche Schulfächer sind wichtig für Vergolder/innen?
Werken/Technik, Mathematik und Kunst sind besonders hilfreich. Damit fällt es dir leichter, präzise mit Werkzeugen umzugehen, Flächen zu berechnen und eigene Entwürfe für Rahmen oder Ornamente zu gestalten.
Ist der Beruf als Vergolder/in körperlich anstrengend?
Der Beruf erfordert funktionstüchtige Arme und Hände für exakte Feinarbeiten. Du solltest schwindelfrei sein, weil Aufträge an Altären oder Fassaden oft auf Leitern oder Gerüsten stattfinden, und widerstandsfähige Haut sowie gesunde Atemwege mitbringen, da du mit Lösungsmitteln und feinem Schleifstaub arbeitest.
Wie sind die Berufsaussichten als Vergolder/in?
Die Berufsaussichten als Vergolder/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040, was zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch weitere Stellen frei werden. Gleichzeitig ist der Fachkräftemangel gering – offene Jobs werden schnell besetzt, sodass du mit mehr Konkurrenz rechnen musst.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Vergolder/in?
Vergolder/innen arbeiten vor allem in Werkstätten, aber auch auf Baustellen oder in historischen Gebäuden. Schutzkleidung gegen Staub, Lösungsmittel und Witterung ist ebenso Alltag wie präzises Arbeiten in Zwangshaltungen, etwa über Kopf oder auf Gerüsten in größerer Höhe.
Kann man sich als Vergolder/in selbständig machen?
Ja, du kannst einen eigenen Vergolderbetrieb oder einen mobilen Restaurierungsservice gründen. Das Vergolderhandwerk ist zulassungsfrei, eine Meisterprüfung oder mehrjährige Berufserfahrung ist also keine Pflicht – sie erhöht aber deine Chancen bei Kundschaft und Förderbanken.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Vergolder/innen?
Fachkurse in Oberflächenbeschichtung, Galvanik oder historischer Materialkunde erweitern dein handwerkliches Repertoire. Auch Schulungen zu Farblehre, Produktgestaltung sowie Bild- und Schriftgestaltung können neue Geschäftsfelder eröffnen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Vergolder/in?
Mit Berufserfahrung kannst du den Meistertitel erwerben und als Vergoldermeister/in bzw. Bachelor Professional im Vergolder-Handwerk einen Betrieb leiten oder Auszubildende anleiten. Ein weiterer Schritt ist die Qualifikation zum/zur Restaurator/in für Möbel und Holzobjekte (Bachelor Professional Technik). Wer sich stärker wissenschaftlich orientieren möchte, kann ein Bachelor- oder Masterstudium in Konservierung oder Restaurierung anschließen und so in Museen oder Denkmalbehörden aufsteigen.
