Uhrmacher/Uhrmacherin
Auch bekannt als: Uhrmacher/in Produktion · Uhrmacher/in - Zeitmesstechniker/in · Watchmaker (m/f)
Über den Beruf
Uhrmacher/innen prüfen defekte Armbanduhren, zerlegen die winzigen Werke und bringen sie wieder zum Laufen. Mit Pinzette, Lupe und Mikroskop erkennen sie verschlissene Wellen, Zahnräder oder elektronische Module, reinigen das Uhrwerk und ersetzen fehlerhafte Teile. Fehlt ein Ersatzteil, fertigen sie es selbst – von der Handskizze bis zum gedrehten oder gefrästen Bauteil aus Stahl, Messing oder Kunststoff. Für Serienmodelle programmieren sie CNC-Maschinen, nutzen CAM-Software und überwachen die Produktion. Nach Montage und Ölung justieren sie Ganggenauigkeit und Schlagwerke auf elektronischen Prüfständen. Auch historische Großuhren restaurieren sie sorgfältig und dokumentieren jede Maßnahme für Gutachten und Kostenvoranschläge. Im Verkauf beraten sie Kundschaft zu Pflege, Werterhalt und neuen Modellen. Ob Einzelstück oder Massenprodukt – jede Uhr tickt danach wieder exakt.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Uhrmacher/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.431 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.802 € und 4.292 €. Tarifbindung und Spezialisierungen – etwa auf Restaurierung oder Serienfertigung – können das Einkommen zusätzlich beeinflussen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Uhrmacher/in?
Die duale Ausbildung zum/zur Uhrmacher/in dauert 3 Jahre. Während dieser Zeit wechselst du zwischen Betrieb und Berufsschule.
Welche Schulfächer sind wichtig für Uhrmacher/innen?
Werken/Technik, Physik und Mathematik sind besonders hilfreich. Technisches Verständnis und sicheres Rechnen erleichtern dir das Zerlegen, Berechnen und Justieren filigraner Uhrwerke.
Ist der Beruf als Uhrmacher/in körperlich anstrengend?
Kraft ist kaum gefragt, dafür höchste Feinmotorik. Du brauchst funktionstüchtige Arme und Hände, ein gutes räumliches Sehvermögen sowie einen sensiblen Tastsinn, um winzige Schrauben oder Zahnräder millimetergenau zu platzieren.
Wie sind die Berufsaussichten als Uhrmacher/in?
Die Berufsaussichten als Uhrmacher/in sind gut. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen bleiben oft lange unbesetzt, was deine Chancen verbessert. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern, weil viele ältere Fachkräfte ausscheiden. Gleichzeitig werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Einziger Wermutstropfen: Die Gesamtbeschäftigung im Beruf schrumpft bis 2040.
Welche digitalen Skills braucht man als Uhrmacher/in?
Moderne Uhrmacher/innen nutzen zunehmend digitale Fertigungs- und Prüftechniken. Kenntnisse in 3-D-Druck, 3-D-Laserscanning, CAM-Systemen und Maschinendatenerfassung helfen dir, Bauteile präzise herzustellen und Produktionsprozesse in Echtzeit zu überwachen. Auch Tablet-Apps, Datenbrillen oder Online-Shop-Systeme gehören je nach Arbeitsplatz zum Alltag.
Kann man sich als Uhrmacher/in selbständig machen?
Eine eigene Uhrmacherei oder ein kombiniertes Verkaufsgeschäft mit Werkstatt ist möglich, weil das Uhrmacherhandwerk zulassungsfrei ist. Du kannst dich also auch ohne Meistertitel selbständig machen, profitierst aber von Berufserfahrung oder einer Weiterbildung zur/m Uhrmachermeister/in, um Kunden zu überzeugen und komplexe Aufträge zu stemmen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Uhrmacher/in?
Nach der Ausbildung kannst du dich fachlich vertiefen, etwa in Feinwerktechnik, NC-/CNC-Technik, Elektrotechnik, Elektronik, Mechatronik oder Mikrotechnik. Solche Kurse halten dich technisch auf dem neuesten Stand und eröffnen dir Einsatzfelder in der industriellen Fertigung oder im Service.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Uhrmacher/in?
Für den Sprung in leitende Positionen bietet sich die Meisterprüfung zur/m Uhrmachermeister/in (Bachelor Professional im Uhrmacher-Handwerk) an. Eine Alternative ist die Technikerweiterbildung in der Fachrichtung Feinwerktechnik, mit der du Produktionsprozesse steuern oder Teams führen kannst. Mit einem Bachelor- oder Masterstudium in Mikrotechnik oder Mikrosystemtechnik eröffnen sich schließlich Karrierewege in Entwicklung, Qualitätssicherung oder Forschung.
