Richter/Richterin – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Richter/Richterin

Auch bekannt als: Judge (m/f)

BerufsfeldRecht & Verwaltung
Arbeitsortein Büro- und Besprechungsräumen · in Gerichtssälen · im Homeoffice bzw. mobil
Offene Stellen425

Über den Beruf

Richter und Richterinnen leiten Gerichtsverfahren, klären Sachverhalte und sprechen Urteile. Vor der Verhandlung sichten sie elektronische Akten, recherchieren in Gesetzestexten und früheren Entscheidungen und planen die Beweisaufnahme. Während der Hauptverhandlung stellen sie Fragen an Angeklagte, Zeugen und Sachverständige, ordnen Durchsuchungen oder Untersuchungshaft an und prüfen Anträge der Parteien. Anschließend würdigen sie jedes Beweismittel, wenden die einschlägigen Gesetze an und berücksichtigen höchstrichterliche Rechtsprechung, um Haftstrafen, Geldbußen oder Schadensersatz festzulegen oder einen Vergleich vorzuschlagen. Ihre Entscheidungen begründen sie schriftlich und dokumentieren sie in der E-Akte. Als Ermittlungsrichter/innen sind sie rund um die Uhr erreichbar, wenn eilige Beschlüsse nötig sind. Zudem übernehmen sie Verwaltungsaufgaben, bilden Referendar/innen aus und verfassen Fachbeiträge oder halten Vorlesungen.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für die Ausübung dieses Berufs und auch für das Führen der Berufsbezeichnung ist ein bestimmter Qualifikationsnachweis vorgeschrieben; bei ausländischen Qualifikationen ist eine Anerkennung erforderlich. Erforderlich sind ein Studium der Rechtswissenschaft mit Abschluss durch die Erste juristische (Staats-)Prüfung sowie die Zweite juristische Staatsprüfung.

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Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Richter/in?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 73.044 € und 129.324 € pro Jahr. Wie hoch du eingestuft wirst, hängt von deiner Besoldungsgruppe, deinem Dienstalter und dem Bundesland ab.

Wie sind die Berufsaussichten als Richter/in?

Die Berufsaussichten als Richter/in sind eher schwierig. Zwar wächst die Beschäftigung bis 2040, doch der Fachkräftemangel ist gering – offene Stellen werden rasch besetzt und erhöhen den Konkurrenzdruck. Zusätzlich steigt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040 weiter, weil Gerichte leichter Personal finden. Wer den Richterdienst anstrebt, braucht deshalb ein sehr gutes Examen und Geduld bei den Auswahlverfahren.

Welche digitalen Skills braucht man als Richter/in?

Richter/innen arbeiten zunehmend digital. Du solltest mit Dokumentenmanagementsystemen und der elektronischen Akte sicher umgehen können, weil Schriftsätze, Urteilsentwürfe und Beweismittel heute überwiegend papierlos vorliegen. Kenntnisse in Legal-Tech-Tools zur Analyse juristischer Texte oder zum automatisierten Entwurf von Dokumenten verschaffen dir zusätzlich Zeitvorsprung.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Richter/in?

Der Berufsalltag findet überwiegend in Büroräumen und Gerichtssälen statt und beinhaltet lange Phasen konzentrierter Bildschirmarbeit. Hohe Verantwortung und emotional belastende Verfahren, etwa im Strafrecht, können psychisch fordernd sein. Außerdem musst du in Bereitschaftsdiensten auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten für eilbedürftige Beschlüsse erreichbar sein.

Womit arbeitet man als Richter/in?

Gesetzestexte, Kommentare und Entscheidungssammlungen gehören zu deinen wichtigsten Arbeitsunterlagen, meist als digitale Prozessakte. Recherchen laufen über juristische Datenbanken und Dokumentenmanagementsysteme, in denen du Schriftsätze archivierst und Anordnungen erstellst. Ergänzt wird das Ganze durch übliche Bürohardware wie PC, Internetzugang und Telefon.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Richter/in?

Juristisches Wissen muss ständig aktuell gehalten werden. Lehrgänge in Arbeits-, Verwaltungs- oder Datenschutzrecht, aber auch in Europarecht oder Internationalem Recht helfen dir, neue Spruchkörper zu übernehmen oder Gutachten für Spezialfälle zu erstellen. Fortbildungen in öffentlicher Verwaltung oder Wirtschaftsrecht erleichtern außerdem den Wechsel in Behörden oder Unternehmen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Richter/in?

Nach einigen Jahren kannst du deine Laufbahn über Zusatzabschlüsse ausbauen. Ein Master- oder Promotionsstudium in Rechtswissenschaft, Wirtschaftsrecht oder Öffentlichem Recht öffnet Türen zu leitenden Richterstellen oder Positionen in der Justizverwaltung. Wer sich wissenschaftlich orientiert, legt nach der Promotion noch eine Habilitation ab und qualifiziert sich so für eine Professur.

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