Prüftechnologe/Prüftechnologin Keramik
Auch bekannt als: Ceramic testing technologist (m/f)
Über den Beruf
Prüftechnolog/innen Keramik untersuchen Roh-, Halb- und Fertigprodukte aus Keramik, Glas oder mineralischen Baustoffen. Sie entnehmen Proben in jeder Fertigungsstufe, mahlen, trocknen oder brennen sie und stellen Prüfkörper her. Anschließend messen sie Dichte, Feuchtigkeitsgehalt, Korngröße und Porosität, testen Härte, Bruch- oder Biegefestigkeit und simulieren Thermoschocks. Mit Licht- und Elektronenmikroskopen sowie automatischer optischer Inspektion spüren sie selbst Haarrisse auf. Digitale Laborinformationssysteme, IoT-Sensoren und Bildauswertung helfen, Ergebnisse präzise zu erfassen. Weichen Werte von den Vorgaben ab, informieren sie Produktion und Entwicklung und schlagen Korrekturen an Mischungen, Brennkurven oder Formgebungsverfahren vor. Fertige Präzisionsbauteile prüfen sie zusätzlich auf Maßhaltigkeit und Oberflächenfehler. Alle Daten werten sie statistisch aus, erstellen Prüfberichte und bereiten Zertifikate für Kunden oder Behörden vor.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Prüftechnologe/in Keramik?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.378 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Unternehmensgröße und Region kannst du zwischen 3.545 € und 5.401 € verdienen.
Wie lange dauert die Ausbildung zur/zum Prüftechnologe/in Keramik?
Die duale Ausbildung zum/zur Prüftechnologe/in Keramik dauert 3 Jahre. Während dieser Zeit lernst du im Betrieb und in der Berufsschule alle Prüfverfahren und Werkstoffkenntnisse, die du für die Abschlussprüfung brauchst.
Welche Schulfächer sind wichtig für Prüftechnologen/innen Keramik?
Chemie/Physik und Mathematik zählen zu den wichtigsten Fächern. Gute Kenntnisse darin erleichtern dir das Verständnis von Stoffeigenschaften und die Berechnung von Materialkennwerten.
Ist der Beruf als Prüftechnologe/in Keramik körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt eher Feinmotorik als Muskelkraft, dennoch muss die Funktionstüchtigkeit von Armen und Händen gegeben sein, weil du Proben mahlst, zerkleinerst und Messgeräte aufbaust. Ein gutes Farbsehvermögen und widerstandsfähige Haut an Händen und Armen sind wichtig, da du mit teilweise reizenden Chemikalien arbeitest.
Wie sind die Berufsaussichten als Prüftechnologe/in Keramik?
Die Berufsaussichten als Prüftechnologe/in Keramik sind ausgeglichen. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch Stellen frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Beschäftigung bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering — offene Stellen werden meist schnell besetzt, sodass du mit etwas mehr Konkurrenz rechnen musst.
Welche digitalen Skills braucht man als Prüftechnologe/in Keramik?
Digitale Mess- und Dokumentationssysteme gehören zum Alltag. Du solltest Farbmessgeräte (Color Reader) auslesen können, Prüfdaten in einem Dokumentenmanagementsystem organisieren und vernetzte Prüfgeräte über digitale Plattformen steuern und auswerten. Auch der Umgang mit smarten Glas- und Keramiktechnologien ist gefragt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Prüftechnologe/in Keramik?
Du trägst Schutzkleidung wie Handschuhe, Kittel und Schutzbrille, kommst mit Chemikalien sowie Rauch, Staub oder Gerüchen in Berührung und arbeitest häufig im Schichtbetrieb. Ein Teil deiner Tätigkeit besteht zudem aus Bildschirmarbeit, um Prüfergebnisse auszuwerten und zu dokumentieren.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Prüftechnologen/innen Keramik?
Nach der Ausbildung kannst du dich über Lehrgänge in Werkstoffprüfung, Chemie, physikalischer Messtechnik oder Glas- und Keramikverarbeitung spezialisieren. Kurse in Qualitätsprüfung oder naturwissenschaftlicher Labortechnik halten dein Wissen aktuell und verbessern deine Aufstiegschancen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Prüftechnologen/innen Keramik?
Für mehr Verantwortung bieten sich Aufstiegsfortbildungen wie Industriemeister/in Chemie, Glas oder Keramik sowie der Abschluss als Techniker/in Werkstofftechnik (Bachelor Professional in Technik) an. Damit kannst du Labor- oder Produktionsbereiche leiten oder als Qualitätsfachmann/-frau in der Fertigungsprüftechnik arbeiten. Ein anschließendes Bachelor- oder Masterstudium in Keramik- oder Glastechnik, Chemieingenieurwesen oder Materialwissenschaft erschließt darüber hinaus Positionen in Entwicklung und Anwendungstechnik.
