Pharmatechnik (Master)
Auch bekannt als: Ingenieur/in - Pharmatechnik · Pharmaingenieur/in · Chemical development engineer (m/f)
Über den Beruf
Ingenieur/innen für Pharmatechnik entwerfen Produktionsverfahren für Arzneimittel, Kosmetika oder Diagnostika und passen Anlagen präzise an die jeweiligen Wirkstoffe an. Sie konzipieren Reaktoren, Tablettenpressen sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik, programmieren automatisierte Prozessleitsysteme und prüfen im Labor, ob Synthesewege und Galenik stabil laufen. Im Pilotmaßstab überwachen sie Temperatur, Druck und pH-Werte, analysieren Proben, berechnen Haltbarkeiten und optimieren den Ressourceneinsatz, um Material, Energie und Kosten zu sparen. Danach übertragen sie das Verfahren in die Großproduktion, organisieren die Beschaffung von Roh- und Hilfsstoffen, führen Termin- und Kostenkontrollen durch und beseitigen Anlagenstörungen. Sie achten streng auf GMP-Vorgaben, dokumentieren jede Charge, schulen Mitarbeitende in Hygiene- und Sicherheitsfragen und erstellen Umweltkonzepte für einen möglichst sauberen Betrieb. Auf Wunsch beraten sie Kundinnen und Kunden bei der Auswahl neuer Anlagen oder Wirkstoffe und begleiten die Einführung bis zur marktfähigen Serienproduktion.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen5
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist im Studienfach Pharmatechnik
- Bei dualem Studium i.d.R. Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit einem geeigneten Unternehmen (Praxispartner)
- Bei weiterbildendem Studium mind. 1 Jahr Berufspraxis
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
Passende Studiengänge90
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Pharmatechniker/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.788 € brutto im Monat. Einstiegsgehälter beginnen häufig schon ab etwa 5.069 €, wobei Tarifverträge der chemisch-pharmazeutischen Industrie, Unternehmensgröße und Standort für zusätzliche Unterschiede sorgen.
Ist der Beruf als Pharmatechniker/in körperlich anstrengend?
Die Tätigkeit erfordert vor allem geschickte Hände sowie gutes Farb- und räumliches Sehvermögen, zum Beispiel um Reaktoren zu bedienen oder Proben zu beurteilen. Schweres Heben gehört kaum zum Alltag, allerdings trägst du häufig Schutzkleidung und arbeitest mit Chemikalien, was Haut und Atemwegen einiges abverlangen kann.
Wie sind die Berufsaussichten als Pharmatechniker/in?
Die Berufsaussichten als Pharmatechniker/in sind ausgeglichen. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Beschäftigung bis 2040 und der Fachkräftemangel ist gering, sodass offene Positionen meist schnell besetzt sind.
Welche digitalen Skills braucht man als Pharmatechniker/in?
Digitale Kompetenzen sind ein Muss: Du solltest mit 3-D-Druck und 3-D-Simulation umgehen können, Aktoren in vernetzte Anlagen einbinden und Produktionsprozesse per App überwachen. Kenntnisse in Bioprinting, Cobots sowie Computer-Aided Manufacturing (CAM) verschaffen dir zusätzliche Pluspunkte, ebenso Erfahrungen mit Augmented-Reality-Anwendungen für Wartung und Qualitätssicherung.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Pharmatechniker/in?
Die Arbeit wechselt zwischen Labor, Büro und Produktionshalle, oft auch Reinräumen. Du trägst Schutzkittel, Handschuhe und Brille, leitest Teams, berätst Kund/innen und bist für die Einhaltung von Sicherheits- und Qualitätsstandards verantwortlich – gelegentliche Dienstreisen gehören dazu.
Womit arbeitet man als Pharmatechniker/in?
Zum Alltag gehören Roh- und Wirkstoffe, Zentrifugen, Spektrometer und Chromatografie-Anlagen. Außerdem arbeitest du mit Prozessleitsystemen, Konstruktionszeichnungen, Stücklisten und Labordatensystemen, während PC, Internetzugang und Telefon für Planung und Dokumentation bereitstehen.
Kann man sich als Pharmatechniker/in selbständig machen?
Eine Selbstständigkeit ist möglich, etwa durch die Gründung oder Übernahme eines Analyse- und Prüflabors. Häufig arbeiten Pharmatechniker/innen dabei als Gutachter/innen oder Sachverständige und nutzen das technische Know-how für Beratungsaufträge.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Pharmatechniker/in?
Weiterbilden kannst du dich in Themen wie Prozessautomatisierung, Produktions- und Fertigungstechnik, Forschung und Entwicklung oder Projektmanagement. Auch fachspezifische Kurse in Pharmazie, Chemie oder Verfahrenstechnik halten dein Wissen auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Pharmatechniker/in?
Aufstiegschancen eröffnen eine Promotion in Pharmatechnik, Chemieingenieurwesen oder Verfahrenstechnik, die den Weg in Forschung und Leitungspositionen ebnet. Wer Managementmethoden vertiefen will, kann sich zum REFA-Ingenieur/in für Industrial Engineering weiterbilden und damit Verantwortung im Produktions- oder Prozessmanagement übernehmen. Eine Habilitation ermöglicht zusätzlich eine Professur an Hochschulen.
