Pferdewirt/Pferdewirtin Fachrichtung Pferdezucht
Auch bekannt als: Pferdefachmann/-frau - Schwerpunkt Betreuung und Dienstleistung · Pferdewirtschaftsfacharbeiter/in · Equine manager (m/f) - specialised in horse breeding
Über den Beruf
Pferdewirte und Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferdezucht wählen Zuchtstuten und Hengste nach Abstammung, Gesundheitsdaten und Vererbungsstatistiken aus. Sie planen Reinzucht- oder Kreuzungskombinationen, lassen tierärztliche Untersuchungen durchführen und leiten natürliche Paarungen oder künstliche Besamungen ein. Während der Trächtigkeit überwachen sie Stuten mithilfe digitaler Geburts- und Stallmanagementsysteme, sichern Futterrationen und dokumentieren jede Behandlung im Zuchtbuch. Zum Geburtstermin unterstützen sie den Ablauf, versorgen Muttertier und Fohlen und organisieren die Aufzucht mit passgenauer Ernährung und viel Bewegung. Sie pflegen Jung- und Zuchtpferde, trainieren Grundgangarten und präsentieren vielversprechende Tiere auf Körungen, Auktionen und Leistungsschauen. Auch Zaumzeug, Sättel und Stallanlagen halten sie instand und beraten Kunden beim Kauf oder bei Haltungsfragen. Durch sorgfältige Dokumentation von Impfungen und Pedigrees schaffen sie die Grundlage für gesunde, leistungsfähige Pferdebestände.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen2
- Keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben
- I.d.R. Erfahrungen im Umgang mit Pferden und Reitkenntnisse
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Pferdewirt/in?
Das Bruttojahresgehalt liegt typischerweise bei 30.876 € pro Jahr. Dieser Tarifwert kann je nach Bundesland, Betriebsgröße und Verantwortung variieren, sodass erfahrene Pferdewirte/innen in Zuchtbetrieben vereinzelt auch darüber liegen oder in kleineren Höfen leicht darunter bleiben.
Wie lange dauert die Ausbildung als Pferdewirt/in?
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Mit guten Leistungen kannst du sie in Absprache mit Betrieb und Berufsschule um bis zu sechs Monate verkürzen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Pferdewirte/innen?
Biologie und Mathematik sind besonders gefragt. Biologie hilft dir, Zucht – und Gesundheitsfragen rund ums Pferd zu verstehen, während Mathe nötig ist, um Futterrationen oder Zuchtstatistiken korrekt zu berechnen.
Ist der Beruf als Pferdewirt/in körperlich anstrengend?
Ja, der Arbeitsalltag erfordert viel Kraft und Ausdauer. Du trägst Heu- und Strohballen, mistest Ställe aus und arbeitest bei jedem Wetter im Freien – robuste Gesundheit und belastbare Atemwege sind deshalb wichtig.
Wie sind die Berufsaussichten als Pferdewirt/in?
Die Berufsaussichten als Pferdewirt/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Aktuell ist der Fachkräftemangel gering, offene Stellen werden schnell besetzt. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber jedoch schwieriger, Fachkräfte zu finden, wodurch die Konkurrenz unter Bewerber/innen sinkt. Altersabgänge fallen geringer aus als in vielen anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Pferdewirt/in?
Immer mehr Betriebe setzen auf automatische Fütterungssysteme, die Silos, Mischanlagen und Zeitpläne steuern. Du solltest daher mit sensorgestützten Stall- und Geburtsüberwachungssystemen umgehen können und grundlegende Softwarekenntnisse für deren Bedienung mitbringen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Pferdewirt/in?
Du arbeitest im Wechsel zwischen Stall, Weide, Reithalle, Labor und Büro. Schutzkleidung wie Handschuhe oder Gummischürzen sowie der Umgang mit Staub, Gerüchen und wechselnden Witterungen gehören zum Alltag.
Womit arbeitet man als Pferdewirt/in?
Zum Equipment gehören Pferde verschiedenster Rassen, Zaumzeug, Sattel, Reitgerte und Pflegemittel wie Huffett. Striegel, Mistgabel, Besamungspistole, Katheter und der verpflichtende Pferdepass sind weitere typische Arbeitsmittel.
Kann man sich als Pferdewirt/in selbständig machen?
Ja, viele Absolvent/innen gründen später einen eigenen Zucht- oder Ausbildungsstall, eine Reitschule oder eine Freizeitsporteinrichtung. In der Praxis verlangen Banken und Zuchtverbände meist eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung, bevor sie Fördermittel oder Zuchtrechte vergeben.
