Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Agrarbetrieb/Bachelor Professional in Agrarwirtschaft
Auch bekannt als: Wirtschaftler/Wirtschaftlerin Fachrichtung Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft
Über den Beruf
Agrarbetriebswirte und Agrarbetriebswirtinnen steuern komplette landwirtschaftliche Betriebe. Sie erstellen Anbau- und Fruchtfolgepläne, organisieren die Aussaat, überwachen Pflegemaßnahmen und entscheiden über den optimalen Erntezeitpunkt. Gleichzeitig kümmern sie sich um Tierbestände: beschaffen Futter, koordinieren Melkvorgänge und achten auf Hygiene, Tierschutz sowie Zuchtziele. Für alle Arbeitsgänge legen sie den Einsatz von Maschinen, Personal und Betriebsmitteln fest und nutzen dafür Farm-Management-Software sowie automatisierte Systeme zur Fütterung oder Melkung. Auch betriebswirtschaftliche Aufgaben gehören dazu: Kosten kalkulieren, Buchführung erledigen, Investitionen beurteilen und Verträge mit Abnehmern abschließen. In Versuchsbetrieben planen sie darüber hinaus Feldversuche und werten deren Daten aus. So halten sie Produktion und Finanzen eines Hofes im Gleichgewicht.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- I.d.R. einschlägiger anerkannter Ausbildungsberuf
- Zusätzlich Berufspraxis
- Je nach Bundesland Hauptschulabschluss oder mittlerer Bildungsabschluss
- Je nach Bundesland Abschluss als staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in im Bereich Landwirtschaft
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Agrarbetriebswirt/in?
Die Fachschulweiterbildung dauert in Vollzeit meist etwa ein Jahr, in Teilzeit bis zu vier Jahre. So kannst du wählen, ob du dich kompakt oder berufsbegleitend qualifizierst.
Was verdient man als Agrarbetriebswirt/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.713 € brutto im Monat. Mit Erfahrung kannst du zwischen 2.998 € und 4.627 € verdienen.
Ist der Beruf körperlich anstrengend?
Der Beruf bringt körperliche Belastung mit sich, weil du häufig im Freien arbeitest, Maschinen bedienst und Tiere versorgst. Robuste Gesundheit, belastbare Haut beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie funktionstüchtige Arme, Hände, Augen und Gehör sind daher wichtig. Ein stabiles Nervensystem hilft, den Überblick über viele gleichzeitige Aufgaben zu behalten.
Welche digitalen Skills braucht man als Agrarbetriebswirt/in?
Agrarbetriebswirt/innen setzen zunehmend auf digitale Technologien wie Farm-Management-Software und Business-Intelligence-Tools. Du solltest Drohnentechnik, Agrarroboter, automatische Fütterungs- und Melksysteme sowie digitale Karten oder Teilbreitenschaltungen bedienen können, um Ressourcen sparsam einzusetzen und Prozesse zu steuern.
Kann man sich als Agrarbetriebswirt/in selbständig machen?
Ja, viele Agrarbetriebswirt/innen führen einen eigenen Hof oder gründen ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen. Auch eine selbständige Tätigkeit im Beratungsdienst ist möglich, etwa indem du Betriebe bei Produktion und Wirtschaftlichkeit unterstützt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen?
Die Tätigkeit wechselt häufig zwischen Büro, Stall und Feld, sodass du mit Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Gerüchen umgehen musst. Gleichzeitig trägst du Verantwortung für teure Maschinen und für dein Team, während du am Bildschirm Kalkulationen und Planungen erstellst. Kundenkontakte gehören ebenfalls zum Alltag, wenn Preise und Lieferkonditionen ausgehandelt werden.
Wie sind die Berufsaussichten als Agrarbetriebswirt/in?
Die Berufsaussichten als Agrarbetriebswirt/in sind eher schwierig. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch Stellen frei werden. Dennoch schrumpft die Beschäftigung bis 2040. Aktuell ist der Fachkräftemangel gering – offene Stellen werden schnell besetzt. Bis 2040 steigt die Konkurrenz unter Bewerbern weiter.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Wer sich weiterentwickeln möchte, kann ein Studium in Agrarmanagement oder Agrarwissenschaft anschließen. Damit eröffnest du dir Zugänge zu leitenden Positionen, Forschung oder Beratung auf höherem Niveau.
