Önologe/Önologin – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Önologe/Önologin

Auch bekannt als: Oenologe/Oenologin · Oenologist (m/f)

BerufsfeldNaturwissenschaft & Umwelt
Arbeitsortein Büro- und Besprechungsräumen · im Freien (z.B. in Weibergen oder auf Versuchsanbauflächen) · in Gär- und Lagerkellern, Produktions- und Abfüllhallen · in Labors · im Homeoffice bzw. mobil
Offene Stellen5

Über den Beruf

Önologen und Önologinnen steuern den gesamten Weg von der Rebe bis zur abgefüllten Flasche. Sie legen neue Weinberge an, wählen klimaschonende Rebsorten und entscheiden über Pflanzenschutz oder Bewässerung. Während der Lese koordinieren sie Personal und Maschinen, kontrollieren Traubenqualität und bestimmen den optimalen Erntezeitpunkt. Im Keller überwachen sie Gärprozesse, justieren Temperatur und Hefezusatz und prüfen Mostgewicht, Säure- und Farbwerte im Labor. Durch Verschnitt oder den Einsatz spezieller Hefen gleichen sie Jahrgangsschwankungen aus und entwickeln neue Cuvées. Moderne Sensoren, Drohnenbilder oder Predictive-Analytics-Modelle liefern dabei Daten zu Bodenzustand, Ertrag und Lagerklima. Neben der Produktion kalkulieren sie den Bedarf an Hilfsstoffen, warten Abfüllanlagen und optimieren Betriebsabläufe in ERP-Systemen. Sie führen Verkostungen, erstellen Angebote und beraten Winzer sowie Handelspartner zu Anbau, Ausbau und Vermarktung.

Ausbildung & Zugang

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Önologe/Önologin?

Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 52.404 € und 78.960 € pro Jahr. Mit wachsender Verantwortung, etwa in der Kellerleitung oder im Qualitätsmanagement, kannst du dich dem oberen Ende dieser Spanne nähern.

Ist der Beruf als Önologe/Önologin körperlich anstrengend?

Der Beruf verlangt eine gute Grundfitness, weil Kontrollgänge im Weinberg Wirbelsäule, Beine und Arme beanspruchen. Du arbeitest bei jedem Wetter im Freien, bewegst Fässer oder Proben und brauchst ein sicheres Farbsehvermögen, um Weinfarben korrekt einzuschätzen. Insgesamt ist das Pensum gut zu meistern, wenn du belastbar bist und gern in Bewegung arbeitest.

Wie sind die Berufsaussichten als Önologe/Önologin?

Die Berufsaussichten als Önologe/in sind ausgeglichen. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was für Bewerber sehr günstig ist. Zusätzlich sorgen viele Altersabgänge dafür, dass neue Positionen frei werden. Bis 2040 schrumpft die Beschäftigung jedoch und Arbeitgeber finden voraussichtlich leichter Personal, sodass die Konkurrenz langfristig zunimmt.

Welche digitalen Skills braucht man als Önologe/Önologin?

Digitale Werkzeuge sind aus dem modernen Weinbau nicht mehr wegzudenken. Du solltest Drohnensoftware anwenden, ERP-Systeme zur Einsatzplanung nutzen und Laborinformationssysteme für Analysen bedienen können. Auch das Auswerten von NB-IoT-Sensor­daten und der Einsatz von Predictive-Analytics-Modellen zur Ertragsprognose gewinnen an Bedeutung.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Önologe/Önologin?

Die Tätigkeit wechselt zwischen Büro, Keller, Weinberg und Produktionshalle, sodass du regelmäßig die Umgebung wechselst. Schutzkleidung wie Handschuhe, Gehörschutz oder Arbeitsanzug ist in Abfüllanlagen Pflicht, während du im Büro viel Zeit vor dem Bildschirm verbringst. Kundenkontakt, Personalverantwortung und der Umgang mit komplexen Maschinen gehören ebenfalls zum Alltag.

Womit arbeitet man als Önologe/Önologin?

Zum Handwerkszeug gehören Reinigungs-, Filter- und Abfüllanlagen, temperaturgesteuerte Gärtanks sowie Messinstrumente für chemische und biologische Analysen. Du setzt Hefen, Pflanzenschutz- und Reinigungsmittel ein, pflegst Labordaten und Kostenkalkulationen am PC und arbeitest mit Preislisten oder Terminplänen.

Kann man sich als Önologe/Önologin selbständig machen?

Ja, viele Önologen und Önologinnen wählen den Weg in die Selbständigkeit. Du kannst einen eigenen Weinbaubetrieb aufbauen, als freie/r Berater/in andere Weingüter unterstützen oder ein Fachhandelsunternehmen für Kellereibedarf eröffnen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Önologe/Önologin?

Regelmäßige Weiterbildung hält dich fachlich auf dem neuesten Stand. Beliebte Angebote reichen von Pflanzenschutz-Lehrgängen über Kurse in Lebensmittelrecht oder Projektmanagement bis hin zu Seminaren zur betrieblichen Organisation und neuen Verfahren in der Getränkeherstellung.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Önologe/Önologin?

Wer Verantwortung ausbauen will, kann nach dem Bachelor einen Master in Weinbau und Önologie, Brauerei- und Getränketechnologie oder Agrarmanagement anschließen. Eine Promotion eröffnet dir Wege in die Forschung oder in leitende Positionen der Industrie, an Hochschulen kann darauf eine Habilitation zur Professur führen. Auch ohne akademische Laufbahn sind Betriebs- oder Bereichsleitungen im Weingut typische Aufstiegsziele.

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