Nautiker/Nautikerin (Hochschule) – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Nautiker/Nautikerin (Hochschule)

BerufsfeldVerkehr & Logistik
Arbeitsorteauf Brücken, an Deck, in den Frachträumen, den Mannschafts- sowie ggf. den Passagierbereichen von Schiffen · in Büro- und Besprechungsräumen (z.B. der öffentlichen Verwaltung)
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Über den Beruf

Nautiker/innen planen den Kurs von Handelsschiffen, steuern sie auf See und organisieren den gesamten Schiffsbetrieb. Sie berechnen Routen, werten Wetter- und Verkehrsdaten aus und überwachen Position sowie Geschwindigkeit mithilfe elektronischer Navigationssysteme. Im Hafen koordinieren sie An- und Ablegemanöver und vertreten dabei häufig den Kapitän. Als Ladungsoffizier/innen erstellen sie Staupläne, überwachen das Beladen und sichern Container, Massengut oder Gefahrgut. Sie prüfen Laderäume, Ballasttanks und Luken, leiten bei Schäden Instandsetzungsmaßnahmen ein und kontrollieren die Einhaltung internationaler Sicherheitsvorschriften. Parallel kümmern sie sich um Treibstoff, Ersatzteile, Proviant und die fachgerechte Entsorgung von Abfällen. Moderne Sensor- und IoT-Systeme unterstützen sie dabei, Beladung und Energieverbrauch in Echtzeit zu optimieren. Zusätzlich führen sie Besatzungsmitglieder an und bilden Rettungsmannschaften aus, damit Schiff, Ladung und Crew jederzeit geschützt sind.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für den Zugang wird ein abgeschlossenes Studium im Bereich Nautik verlangt. Die Tätigkeit ist reglementiert, d.h. auch das Führen der Berufsbezeichnung setzt den Nachweis der vorgeschriebenen Qualifikation voraus; ausländische Qualifikationen müssen anerkannt werden. Zusätzlich erforderlich sind ein nautisches Befähigungszeugnis sowie ein Zeugnis über die Seediensttauglichkeit.

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Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Nautiker/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.930 € brutto im Monat. Mit einiger Berufserfahrung kannst du bereits rund 5.745 € erreichen; auf großen Seeschiffen oder in leitenden Funktionen ist auch deutlich mehr möglich.

Ist der Beruf als Nautiker/in körperlich anstrengend?

An Bord brauchst du robuste Gesundheit und Seetauglichkeit. Sicheres Gleichgewicht bei starkem Seegang, funktionstüchtige Arme und Hände sowie gutes Fern- und Farbsehen gehören zu den Grundvoraussetzungen.

Wie sind die Berufsaussichten als Nautiker/in?

Die Berufsaussichten als Nautiker/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell gering, offene Stellen werden schnell besetzt. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber jedoch schwieriger, Fachkräfte zu finden, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen freiwerden.

Welche digitalen Skills braucht man als Nautiker/in?

Digitale Seekarten, Radar und GPS bilden die Basis deiner täglichen Arbeit. Du solltest mit Smart-Shipping-Systemen, IoT-Sensorik und Dokumentenmanagementsoftware umgehen können, um Lade- und Routen­daten in Echtzeit auszuwerten. Augmented-Reality-Lösungen oder Narrow-Band-IoT helfen dir zudem, Wartung und Sicherheit an Bord zu steuern.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Nautiker/in?

Der Job findet überwiegend auf See statt, mit wechselnden Arbeitsplätzen zwischen Brücke, Deck und Maschinenraum. Du trägst Schutzkleidung, arbeitest im Schichtdienst und bist oft wochenlang von zuhause weg. Kälte, Nässe, Hitze oder tropische Temperaturen gehören je nach Route ebenso zum Alltag wie längere Phasen am Bildschirm.

Womit arbeitet man als Nautiker/in?

Du nutzt Navigationsgeräte wie Radar, GPS, Kreisel- und Magnetkompass sowie Autopilot-Systeme. Echolot, Wetterkarten, Seehandbücher und digitale Staupläne unterstützen dich dabei, Tiefen zu messen, Kurse zu berechnen und Ladung zu verwalten. Einsatzorte reichen von Containerschiffen über Massengutfrachter bis zu Fähren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Nautiker/in?

Kurze Lehrgänge zu Gefahrguttransport, Ladungssicherung oder internationalem Schiffsverkehr halten dein Wissen aktuell. Solche Zertifikate können Voraussetzung sein, um Spezialschiffe zu fahren oder in neue Fahrtgebiete zu wechseln. Auch Seminare zum Güter- und Personenverkehr erweitern dein Einsatzspektrum.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Nautiker/in?

Ein Master in Nautik, Schiffbau, Meerestechnik oder Reedereimanagement eröffnet dir höhere leitende Positionen an Bord oder an Land, etwa im Hafen- und Flottenmanagement. Wer in Forschung oder Lehre wechseln möchte, kann promovieren; eine spätere Habilitation ist der klassische Weg zur Professur an einer Seefahrts­hochschule.

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