Schiffbau, Meerestechnik (Master)
Auch bekannt als: Ingenieur/in - Schiffbau und Meerestechnik · Schiffbauingenieur/in · Naval architect (m/f)
Über den Beruf
Ingenieure und Ingenieurinnen für Schiffbau und Meerestechnik entwerfen Containerschiffe, Fähren oder Unterwasserroboter, berechnen Kräfte und dimensionieren Rumpf, Aufbauten und Antriebssysteme. Mit CAD und Finite-Element-Analysen konstruieren sie Bauteile, prüfen Stabilität und Sicherheit und testen Modelle in Schleppkanal, 3-D-Simulation oder per 3-D-Druck. Anschließend bestimmen sie Ladekapazität, Antriebsleistung und kalkulieren Material- sowie Personalkosten. Sie erstellen Stücklisten, Programme für CNC-Fertigung und detaillierte Terminpläne. Während Neubau, Umbau oder Reparatur koordinieren sie Werftabteilungen und Zulieferer, beseitigen Störungen und überwachen Qualitätsvorgaben, Arbeitsschutz und Klassifikationsregeln. Im direkten Austausch mit Reedereien präsentieren sie Entwürfe, beantworten technische Fragen und bereiten Ausschreibungsunterlagen vor. Nach Fertigstellung begleiten sie Probefahrten, dokumentieren Messergebnisse und geben das Schiff ab.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen5
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist in Schiffbau oder Meerestechnik
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten Hochschulstudium
- Bei dualen Studiengängen i.d.R. Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit geeignetem Unternehmen (Praxispartner)
- Ggf. Englischkenntnisse
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Schiffbauingenieur/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.779 € brutto im Monat. Mit wachsender Erfahrung sind ab 5.739 € aufwärts möglich, je nach Region, Tarifbindung und Projektverantwortung.
Ist der Beruf als Schiffbauingenieur/in körperlich anstrengend?
Komplett am Schreibtisch sitzt du nicht: Beim Rundgang in Werfthallen, auf Decks oder Versuchsanlagen sind robuste Gesundheit und Schwindelfreiheit gefragt. Funktionstüchtige Arme und Hände brauchst du etwa zum Aufbauen von Modellversuchen oder für manuelle Skizzen. Ein gutes räumliches Sehvermögen hilft dir zudem beim Beurteilen komplexer Strukturen.
Wie sind die Berufsaussichten als Schiffbauingenieur/in?
Die Berufsaussichten als Schiffbauingenieur/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen lassen sich schwer besetzen und bieten Bewerber/innen Vorteile. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Positionen frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Beschäftigung bis 2040, was den Arbeitsmarkt langfristig verkleinern könnte.
Welche digitalen Skills braucht man als Schiffbauingenieur/in?
Gefragt sind Kompetenzen in 3-D-Simulation, 3-D-Druck und 3-D-Laserscanning, um Entwürfe virtuell zu testen oder Prototypen herzustellen. Du solltest Aktorik, autonome Transportsysteme und Cobots in Fertigungsprozesse integrieren können. Apps zur Prozessüberwachung und Augmented-Reality-Lösungen für Wartung und Training runden das Profil ab.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Schiffbauingenieur/in?
Der Job wechselt zwischen CAD-Bildschirmarbeit und Vor-Ort-Einsätzen auf Werften oder Prüfständen. Du trägst Verantwortung für Mitarbeitende, hast Kundenkontakt und musst zahlreiche Sicherheits- und Klassifikationsvorschriften einhalten. Häufige Dienstreisen oder längere Aufenthalte fern des Wohnorts, zum Beispiel während Probefahrten, gehören dazu.
Womit arbeitet man als Schiffbauingenieur/in?
Du nutzt spezialisierte CAD-, CAM- und CIM-Software, um Rumpf, Antrieb und Ausrüstung zu planen und die Fertigung zu steuern. Prüfstände, Messgeräte und sogar Unterwasserroboter dienen dir zum Testen und Abnehmen von Komponenten. In den Hallen triffst du auf CNC-Maschinen, Schiffsmaschinenanlagen oder Klimasysteme, deren Daten in deine Modelle einfließen.
Kann man sich als Schiffbauingenieur/in selbständig machen?
Ja, das ist möglich, etwa mit einem eigenen Ingenieurbüro für Planung, Konstruktion oder Gutachten. Auch Beratungs- und Vertriebsdienstleistungen in der maritimen Industrie bieten sich an. Wer handwerkliche Erfahrung mitbringt, kann sich zudem mit einem Betrieb im Metall- oder Boots- und Schiffbauer-Handwerk in die Handwerksrolle eintragen lassen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Schiffbauingenieur/in?
Fachkurse in Produktions- und Fertigungstechnik, Mechatronik oder Schiff- und Meerestechnik vertiefen dein Know-how. CAD-Schulungen, Projektmanagement oder Forschung & Entwicklung helfen dir, Projekte effizienter zu leiten. Auch Themen wie Mikrotechnik oder Computer Aided Design halten dich technologisch auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Schiffbauingenieur/in?
Du kannst dein Profil mit Aufstiegsweiterbildungen wie Schweißfachingenieur/in oder REFA-Ingenieur/in (Industrial Engineering) schärfen und damit Leitungsfunktionen in Fertigung oder Prozessoptimierung übernehmen. Ein Promotionsvorhaben in Schiffbau, Meerestechnik oder Konstruktionstechnik eröffnet dir Forschungs- und Managementpositionen in Industrie, Forschungseinrichtungen oder Hochschulen. Wer wissenschaftlich weitergehen möchte, qualifiziert sich mit der Promotion auch für eine spätere Habilitation und Professur.
