Lehrer/Lehrerin - Förderschulen – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Lehrer/Lehrerin - Förderschulen

Auch bekannt als: Förderschullehrer/in · Diplomlehrer/Diplomlehrerin (Uni) für Hilfsschulen · Special educational needs (SEN) teacher (m/f)

BerufsfeldSoziales & Pädagogik
Arbeitsortein Klassenzimmern · in anderen Unterrichtsräumen der Schule, z.B. in Computer- und Werkräumen, Musik- und Zeichensälen, Sprachlabors, in Sporthallen · zu Hause am Schreibtisch (Unterrichtsvor- und Nachbereitung) · in Besprechungsräumen und Lehrerzimmern · im Freien (z.B. im Sportunterricht, als Pausenaufsicht, bei Ausflügen) · in Privatwohnungen (im Rahmen der Frühförderung)
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Über den Beruf

Förderschullehrer/innen unterrichten Kinder und Jugendliche mit geistigen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen und ermitteln zunächst den individuellen Förderbedarf. Auf dieser Basis erstellen sie Förderpläne, wählen geeignete Lehrmethoden und passen Materialien an – von tastbaren Grafiken bis zu Apps auf dem Tablet. Sie steuern Lernprozesse, differenzieren Aufgaben, überwachen Lernfortschritte und korrigieren Arbeiten. Dabei kooperieren sie eng mit Erzieher/innen, Therapeut/innen und Ärzten, koordinieren zusätzliche Maßnahmen und beraten Eltern bei Klassenabenden oder Einzelgesprächen. Digitale Tafeln, Lernplattformen und Game-Based-Learning-Tools nutzen sie, um Motivation und Selbstständigkeit zu stärken. Neben dem Unterricht organisieren sie Projekttage, Ausflüge oder Theateraufführungen, nehmen an Konferenzen teil und bilden Referendar/innen aus. Oft bereiten sie ihre Klassen gezielt auf einen Schulabschluss oder den Einstieg ins Berufsleben vor.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für die Tätigkeit in diesem reglementierten Beruf und auch für das Führen der Berufsbezeichnung ist ein bestimmter Qualifikationsnachweis erforderlich; ausländische Qualifikationen müssen anerkannt werden. Voraussetzung für die Berufsausübung ist das erfolgreiche Bestehen der Zweiten Staatsprüfung nach dem Vorbereitungsdienst. Der Vorbereitungsdienst baut je nach Bundesland auf einem passenden Lehramtsstudium mit Masterabschluss oder Staatsexamen auf.

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Förderschullehrer/in?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 60.552 € und 77.136 € pro Jahr. Sie variiert je nach Bundesland, Besoldungsgruppe und Dienstaltersstufe.

Ist der Beruf als Förderschullehrer/in körperlich anstrengend?

Förderschullehrer/innen benötigen vor allem funktionstüchtige Arme und Hände, zum Beispiel für Sport-, Kunst- oder Werkunterricht. Insgesamt ist die körperliche Belastung moderat; herausfordernd sind eher langes Stehen im Klassenzimmer und wechselnde Aktivitäten während des Schultags.

Wie sind die Berufsaussichten als Förderschullehrer/in?

Die Berufsaussichten als Förderschullehrer/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung wächst bis 2040, was neue Stellen entstehen lässt. Der Fachkräftemangel ist jedoch gering und offene Stellen werden schnell besetzt – Bewerber/innen haben also mehr Konkurrenz. Diese Konkurrenz soll bis 2040 weiter zunehmen. Zudem rechnet man mit weniger Altersabgängen als in vielen anderen Berufen, sodass weniger Stellen durch Ruhestand frei werden.

Welche digitalen Skills braucht man als Förderschullehrer/in?

Digitale Kompetenzen sind fester Bestandteil des Berufs. Häufig genutzt werden Dokumentenkameras, interaktive Whiteboards und Lernplattformen, die Unterrichtsmaterialien speichern und teilen. Für fächerübergreifende Projekte kommen außerdem Game-Based-Learning-Ansätze, Lernroboter oder offene Bildungsressourcen (OER) zum Einsatz. Je besser du solche Tools beherrschst, desto leichter kannst du individuelle Förderpläne digital unterstützen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Förderschullehrer/in?

Der Arbeitsalltag findet in sehr unterschiedlichen Umgebungen statt – vom Klassenzimmer über Sporthallen und Werkstätten bis zum heimischen Schreibtisch für die Vorbereitung. Neben der fachlichen Verantwortung trägst du Aufsichtspflicht für die Schüler/innen und arbeitest eng mit Menschen mit Behinderungen zusammen. Dabei können emotional belastende Situationen auftreten, etwa bei schwerwiegenden Einschränkungen oder Konflikten. Auch Bildschirmarbeit gehört dazu, wenn Zeugnisse oder Gutachten geschrieben werden.

Womit arbeitet man als Förderschullehrer/in?

Förderschullehrer/innen setzen eine große Bandbreite an Lehrmaterialien ein: Schulbücher, Arbeitsblätter, Musikinstrumente, Sport- und Spielgeräte oder Werkzeuge für Handarbeits- und Technikunterricht. Technische Hilfen wie Bildschirmlesegeräte, Hörsprechanlagen und interaktive Whiteboards erleichtern den barrierefreien Unterricht. Für Planung und Dokumentation nutzt du PC, Internetzugang und pädagogische Unterlagen wie Förder- und Stundenpläne.

Kann man sich als Förderschullehrer/in selbständig machen?

Eine Selbständigkeit ist möglich, zum Beispiel mit einer eigenen Nachhilfe- oder Förderschule. Dabei musst du nicht nur unterrichten, sondern auch betriebswirtschaftliche Aufgaben wie Marketing, Raumorganisation und Personalmanagement übernehmen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Förderschullehrer/innen?

Förderschullehrer/innen können sich fachlich breiter aufstellen, etwa über Kurse in sonderpädagogischer Diagnostik, Frühförderung oder Heil- und Sonderpädagogik. Beliebt sind außerdem Trainings in Konfliktmanagement, Mediation oder psychologischen Grundlagen, um schwierige Klassensituationen souverän zu meistern. Solche Fortbildungen verbessern deine Unterrichtsqualität und können bei Bewerbungen um Funktionsstellen Pluspunkte bringen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Förderschullehrer/in?

Aufstiegschancen ergeben sich vor allem über zusätzliche akademische Qualifikationen oder Leitungsfunktionen. Ein Masterstudium oder eine Promotion in Bildungsmanagement, Rehabilitations- oder Sonderpädagogik kann dich für Koordinations- oder Konrektorenstellen qualifizieren. Innerhalb des Schuldienstes sind auch Beförderungen in die Schulleitung oder die Leitung eines sonderpädagogischen Förderzentrums möglich. Mit wachsender Dienstzeit steigen zudem deine Besoldungsgruppe und damit das Einkommen.

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