Lehramt an Förderschulen/für Sonderpädagogik (Staatsexamen) – Arbeitsumfeld
Studium

Lehramt an Förderschulen/für Sonderpädagogik (Staatsexamen)

Auch bekannt als: Lehrer/in - Förderschulen · Förderschullehrer/inDiplomlehrer/Diplomlehrerin (Uni) für HilfsschulenSpecial educational needs (SEN) teacher (m/f) ·

BerufsfeldSoziales & Pädagogik
Arbeitsortein Klassenzimmern · in anderen Unterrichtsräumen der Schule, z.B. in Computer- und Werkräumen, Musik- und Zeichensälen, Sprachlabors, in Sporthallen · zu Hause am Schreibtisch (Unterrichtsvor- und Nachbereitung) · in Besprechungsräumen und Lehrerzimmern · im Freien (z.B. im Sportunterricht, als Pausenaufsicht, bei Ausflügen) · in Privatwohnungen (im Rahmen der Frühförderung)
Dauer4-5 Jahre

Über den Beruf

Förderschullehrer/innen unterrichten Kinder und Jugendliche mit geistigen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen und ermitteln zunächst den individuellen Förderbedarf. Auf dieser Basis erstellen sie Förderpläne, wählen geeignete Lehrmethoden und passen Materialien an – von tastbaren Grafiken bis zu Apps auf dem Tablet. Sie steuern Lernprozesse, differenzieren Aufgaben, überwachen Lernfortschritte und korrigieren Arbeiten. Dabei kooperieren sie eng mit Erzieher/innen, Therapeut/innen und Ärzten, koordinieren zusätzliche Maßnahmen und beraten Eltern bei Klassenabenden oder Einzelgesprächen. Digitale Tafeln, Lernplattformen und Game-Based-Learning-Tools nutzen sie, um Motivation und Selbstständigkeit zu stärken. Neben dem Unterricht organisieren sie Projekttage, Ausflüge oder Theateraufführungen, nehmen an Konferenzen teil und bilden Referendar/innen aus. Oft bereiten sie ihre Klassen gezielt auf einen Schulabschluss oder den Einstieg ins Berufsleben vor.

Ausbildung & Zugang

BerufstypGrundständiges Studium
AusbildungsartUniversität
Dauer4-5 Jahre
Zugangsvoraussetzungen5
  • Allgemeine oder ggf. fachgebundene Hochschulreife oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis
  • Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
  • Ggf. Nachweis eines Verfahrens zur Studienorientierung oder Studienwahl, z.B. Selbsttest
  • Für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen Nachweis über Masernschutz
  • Ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B

Karriere & Weiterbildung

Lehramt an Förderschulen/für Sonderpädagogik (Staatsexamen)Aktueller Beruf

Häufige Fragen

Was verdient man als Förderschullehrer/in?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 60.552 € und 77.136 € pro Jahr. Mit zunehmender Berufserfahrung, höheren Besoldungsgruppen und möglichen Funktionszulagen kann dein Einkommen weiter steigen.

Wie lange dauert das Studium als Förderschullehrer/in?

Das Studium für das Lehramt an Förderschulen umfasst in der Regel 4 bis 5 Jahre bis zum ersten Staatsexamen. Praxissemester, Auslandsaufenthalte oder ein zusätzliches Schwerpunktfach können die Studiendauer verlängern.

Welche Schulfächer sind wichtig für das Studium als Förderschullehrer/in?

Besonders hilfreich sind gute Kenntnisse in Deutsch, Pädagogik/Psychologie und Mathematik. Auch Informatik, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Politik/Sozialkunde, Wirtschaft/Recht, Englisch, Sport sowie Ethik/Philosophie erleichtern dir das wissenschaftliche Arbeiten und die spätere Unterrichtsvorbereitung.

Ist der Beruf als Förderschullehrer/in körperlich anstrengend?

Der Beruf erfordert vor allem eine verlässliche Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände, beispielsweise im Sport-, Kunst- oder Werkunterricht. Lange Steh- und Gehphasen gehören dazu, aber schwere körperliche Belastungen treten nur selten auf.

Wie sind die Berufsaussichten als Förderschullehrer/in?

Die Berufsaussichten als Förderschullehrer/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering – offene Stellen werden meist schnell besetzt, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern hoch ist. Bis 2040 nimmt diese Konkurrenz weiter zu, weil Arbeitgeber noch leichter Personal finden. Zudem gibt es weniger Altersabgänge als in vielen anderen Berufen, was zusätzliche Wechselmöglichkeiten begrenzt.

Welche digitalen Skills braucht man als Förderschullehrer/in?

Förderschullehrer/innen brauchen solide digitale Kompetenzen, um Lerninhalte barrierefrei aufzubereiten. Gefragt ist der sichere Umgang mit Blended Learning, Dokumentenkameras, Dokumentenmanagementsystemen, Lernrobotern und Open Educational Resources.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Förderschullehrer/in?

Die Arbeit bringt eine hohe Verantwortung für Kinder und Jugendliche mit sich und erfordert ständigen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Gefühlsmäßig belastende Situationen wechseln sich mit Bildschirmarbeit bei der Vorbereitung von Unterricht, Zeugnissen und Gutachten ab; je nach Fach unterrichtest du außerdem in Sporthallen, Werkstätten oder im Freien.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Förderschullehrer/in?

Du kannst dich unter anderem in sonderpädagogischer Diagnostik, Frühförderung, Konfliktmanagement oder Mediation spezialisieren. Kurse zu Psychologie, Fachdidaktik oder der Arbeit mit Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen erweitern ebenfalls dein Profil.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Förderschullehrer/in?

Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen sich vor allem über ein Master- oder Promotionsstudium, etwa in Bildungsmanagement oder in Rehabilitations- und Sonderpädagogik. Mit einem solchen Abschluss kannst du Leitungsaufgaben an Schulen übernehmen oder in Forschung und Verwaltung wechseln.