Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Klebfachingenieur/Klebfachingenieurin

Auch bekannt als: European Adhesive Engineer (EAE) (m/f)

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsortein Büroräumen · in Werk- und Produktionshallen · in Labors · im Homeoffice bzw. mobil
Offene Stellen7

Über den Beruf

Klebfachingenieure und -ingenieurinnen entwickeln industrielle Klebeverbindungen für Metalle, Kunststoffe, Glas oder Keramik. Dafür analysieren sie Bauteile, wählen geeignete Klebstoffsysteme sowie Fügetechniken und legen Prozessparameter fest. Sie binden den Klebevorgang in den gesamten Produktionsablauf ein, erstellen Arbeitsanweisungen, Stücklisten und Prüfrichtlinien. Während der Fertigung überwachen sie Temperatur, Dosierung und Aushärtezeiten, dokumentieren Messwerte und korrigieren Abweichungen. Sie prüfen fertige Verbindungen zerstörungsfrei oder mittels Zugversuch, bewerten Haftfestigkeit und Dichtheit und entwickeln bei Fehlern Reparaturkonzepte. Um Funktionseigenschaften wie Kraftübertragung oder elektrische Leitfähigkeit zu sichern, optimieren sie kontinuierlich Materialien und Anlagen. Dabei berücksichtigen sie zunehmend umweltschonende Klebstoffe und recyclingfähige Verbunde. Häufig leiten sie Teams, schulen Fachkräfte und stimmen sich mit Konstruktion, Qualitätssicherung und Einkauf ab.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für den Einstieg wird häufig ein abgeschlossenes Studium im Chemieingenieurwesen oder in der Kunststofftechnik vorausgesetzt.

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Klebfachingenieur/in?

Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt bei 69.204 € pro Jahr. Außerhalb des Tarifvertrags können Branche, Unternehmensgröße, Region und Berufserfahrung zu höheren oder niedrigeren Einkommen führen.

Wie sind die Berufsaussichten als Klebfachingenieur/in?

Die Berufsaussichten als Klebfachingenieur/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch, offene Stellen sind schwer zu besetzen – ein Pluspunkt für Bewerber/innen. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbenden, weil Arbeitgeber Stellen länger offenhalten. Allerdings schrumpft die Beschäftigung bis 2040, und es sind weniger Altersabgänge zu erwarten als in anderen Berufen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Klebfachingenieur/in?

Im Alltag wechseln sich Bildschirmarbeit im Büro mit Einsätzen in Laboren und Produktionshallen ab. Du trägst häufig Schutzkleidung wie Handschuhe oder Atemschutz, weil Lösungsmitteldämpfe, Staub oder andere Chemikalien auftreten können. Der Job verlangt Sorgfalt beim Umgang mit Maschinen und Prüfanlagen, bietet aber auch Homeoffice-Phasen für Planungsaufgaben.

Womit arbeitet man als Klebfachingenieur/in?

Zum Equipment gehören Ein- und Mehrkomponenten-Klebstoffe, Grundierungen und Primer sowie Werkstoffe wie Metall, Kunststoff, Glas und Keramik. Du bedienst Heiß- und Kaltklebeanlagen, erstellst Arbeitsrichtlinien am PC und nutzt Prüfgeräte zur Qualitätskontrolle. Schutzausrüstung und digitale Kommunikationsmittel begleiten dich dabei täglich.

Kann man sich als Klebfachingenieur/in selbständig machen?

Ja, das ist möglich. Viele Klebfachingenieur/innen arbeiten als Beratende Ingenieur/innen und unterstützen Unternehmen bei der Auswahl von Klebstoffen, der Prozessoptimierung oder der Qualitätsprüfung.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Klebfachingenieur/in?

Sinnvolle Fortbildungen decken Themen wie Klebtechniken, Werkstoff- und Verfahrenstechnik, Produktionssteuerung oder Qualitätsprüfung ab. Kurse in Forschung und Entwicklung oder physikalischer Messtechnik erweitern dein Fachwissen und können Türen zu leitenden Funktionen öffnen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Klebfachingenieur/in?

Für höhere Fach- oder Führungsaufgaben kommen vor allem ein Master-Studium oder eine Promotion in Kunststofftechnik, Werkstoffwissenschaft, Maschinenbau oder Chemieingenieurwesen infrage. Mit einer Promotion kannst du leitende Positionen in Forschung und Entwicklung übernehmen; eine anschließende Habilitation qualifiziert für eine Professur an Hochschulen.

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