Justizwachtmeister/Justizwachtmeisterin
Auch bekannt als: Erste/r Justizhauptwachtmeister/in · Justizhauptwachtmeister/in ·
Über den Beruf
Justizwachtmeister/innen bewachen Gefangene vor Gericht, führen sie pünktlich zu Verhandlungen und sorgen in Gerichts- sowie Staatsanwaltschaftsgebäuden für Ruhe und Sicherheit. Sie kontrollieren Besucher am Eingang, erteilen Auskünfte an der Pforte und bedienen die Telefonzentrale. Im Innendienst nehmen sie Post an, verteilen Akten, verschicken Dienstpost und verwalten Büro- sowie Verpackungsmaterial. In der Asservatenstelle lagern sie beschlagnahmte Gegenstände fachgerecht. Außendienstlich stellen sie Schriftstücke zu, übermitteln dienstliche Mitteilungen und transportieren Geld oder Wertsachen mit Dienstfahrzeugen. Bei Bedarf wenden sie unmittelbaren Zwang an, etwa durch den Einsatz von Handfesseln. Auch Haus- oder Kontrollgänge im gesamten Gebäude gehören zu ihrem Alltag.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen5
- I.d.R. mind. Hauptschulabschluss
- Je nach Bundesland ggf. berufliche Vorbildung, Mindest- oder Höchstalter oder Führerschein Klasse B
- Beamtenrechtliche Voraussetzungen, z.B. deutsche Staatsangehörigkeit oder EU, Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, guter Leumund, nicht entmündigt und nicht vorbestraft
- Je nach Bundesland Auswahlverfahren zur Feststellung der charakterlichen und geistigen Eignung
- Ärztliche Einstellungsuntersuchung zur Feststellung der körperlichen Eignung
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Justizwachtmeister/in?
Die Bruttobesoldung liegt zwischen 32.484 € und 34.308 € pro Jahr. Als Beamtin oder Beamter des mittleren Justizdienstes wirst du nach den Landesbesoldungsordnungen bezahlt; Erfahrungsstufen, Familienzuschläge und Zulagen für Schicht- oder Sicherheitsdienst können das Einkommen zusätzlich beeinflussen.
Ist der Beruf als Justizwachtmeister/in körperlich anstrengend?
Eine gewisse körperliche Belastbarkeit ist Pflicht, insbesondere funktionstüchtige Arme und Hände für Personenkontrollen oder das Anlegen von Fixierhilfen. Auch längeres Stehen in Eingangsbereichen und das Tragen von Aktenkisten oder Posttaschen gehören zum Alltag, daher solltest du über solide Grundfitness verfügen.
Wie sind die Berufsaussichten als Justizwachtmeister/in?
Die Berufsaussichten als Justizwachtmeister/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering, offene Stellen werden daher schnell besetzt – Bewerber/innen treffen auf starke Konkurrenz. Zusätzlich werden weniger Altersabgänge erwartet als in vielen anderen Berufen, wodurch nur wenige zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Justizwachtmeister/in?
Digitale Aktenführung gehört inzwischen zum Standard: Du solltest Dokumenten- und Formularmanagementsysteme sicher bedienen können, etwa um Asservate oder Besucherlisten zu erfassen. Außerdem kommen Bodycams und andere Wearables im Sitzungs- oder Eingangsbereich zum Einsatz, deren Handhabung und Datenübertragung du beherrschen musst.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Justizwachtmeister/in?
Der Dienst wechselt zwischen Büroarbeit und Einsatzbereichen wie Sitzungssälen oder Eingangskontrollen, häufig auch in Schichtarbeit. Du arbeitest nach strengen gesetzlichen Vorgaben, trägst in bestimmten Situationen Dienstwaffen und musst mit Unfallgefahren sowie dem Umgang mit problembelasteten Menschen rechnen. Gleichzeitig übernimmst du Verantwortung für Personen, Sachwerte und sensible Informationen.
Womit arbeitet man als Justizwachtmeister/in?
Zum Arbeitsalltag gehören Dienstfahrzeuge, Handfesseln und Dienstwaffen ebenso wie Videoüberwachungssysteme. Du hantierst mit Geld, Wertsachen, Akten oder Postsendungen und nutzt am Schreibtisch PC, Internetzugang, Telefon sowie Rechtsvorschriften und Formulare.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Justizwachtmeister/in?
Du kannst dich fachlich vertiefen, z.B. über Lehrgänge in Wach- und Sicherheitsdiensten oder im Empfangs- und Pfortendienst. Spezialkurse zu Geld- und Werttransporten, Verwaltungsrecht oder allgemeiner öffentlicher Verwaltung bereiten dich auf anspruchsvollere Aufgaben oder funktionsspezifische Positionen vor.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Justizwachtmeister/in?
Ein Aufstieg ist innerhalb des öffentlichen Dienstes möglich: Mit zusätzlicher Qualifikation kannst du in den mittleren Justizdienst oder in den mittleren Justizvollzugs- bzw. Abschiebungshaftvollzugsdienst wechseln. Diese Laufbahnen bieten dir mehr Verantwortung, etwa bei der Betreuung von Inhaftierten oder der Verwaltung von Dienststellen.
