Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst (mittlerer nichttechnischer Dienst) – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst (mittlerer nichttechnischer Dienst)

Auch bekannt als: Regierungsobersekretär/in · Vollzugshauptsekretär/in · Vollzugsobersekretär/in

BerufsfeldSchutz & Sicherheit
Arbeitsortein Haft- und Gemeinschaftsräumen · in Büroräumen · auf Krankenstationen (Sanitätsdienst) · in Betrieben und Werkstätten (Werkdienst)

Über den Beruf

Beamtinnen und Beamte im mittleren Abschiebungshaftvollzugsdienst betreuen ausreisepflichtige Ausländer/innen, sichern den Haftalltag und bereiten deren Rückführung vor. Sie kontrollieren Hafträume, Gemeinschaftsbereiche und Sicherheitssysteme, führen Leibes- und Zellen­durchsuchungen durch und überwachen den Besucherverkehr. Mit interkultureller Kompetenz deeskalieren sie Konflikte und gehen auf Traumata ein. Sie geben Essen, Kleidung sowie Hygieneartikel aus, dokumentieren Vorkommnisse und pflegen elektronische Gefangenenakten. Im Werkdienst leiten sie etwa Bäckereien oder Schreinereien, unterweisen die Inhaftierten in praktischen Fertigkeiten und beurteilen deren Arbeitsverhalten. Treten gesundheitliche Probleme auf, veranlassen sie ärztliche Hilfe oder unterstützen auf der Krankenstation. Durch sorgfältige Sachbearbeitung – vom Ausfüllen von Aufnahmeformularen bis zur Verwaltung des persönlichen Besitzes – halten sie den Verwaltungsablauf am Laufen und gewährleisten einen sicheren, geordneten Vollzug.

Ausbildung & Zugang

BerufstypBeamtenausbildung. abweichende Laufbahnbezeichnungen in den einzelnen Bundesländern
AusbildungsartVorbereitungsdienst, geregelt durch Verordnungen der Bundesländer
Zugangsvoraussetzungen1
  • I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit förderlicher abgeschlossener Berufsausbildung

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.590 € brutto im Monat. Mit Erfahrung kannst du zwischen 3.255 € und 4.060 € verdienen.

Ist der Beruf körperlich anstrengend?

Der Beruf stellt durchaus körperliche Anforderungen. Du führst Zellendurchsuchungen und Leibesvisitationen durch, musst dich bei Zwischenfällen schnell bewegen und dich selbst schützen können. Eine belastbare Wirbelsäule, Kraft in Armen und Händen sowie gutes Seh- und Hörvermögen sind daher wichtig.

Welche digitalen Skills braucht man als Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst?

Im Abschiebungshaftvollzugsdienst wird mit verschiedenen digitalen Systemen gearbeitet. Du nutzt Dokumenten- und Formularmanagementsysteme, pflegst E-Akte der Insassen und führst digitale Sicherheitsdokumentationen. Auch automatisierte Bestandskontrollen für Kleidung oder Verbrauchsgüter gehören zum Alltag.

Wie sind die Arbeitsbedingungen?

Die Arbeit ist von strengen gesetzlichen Vorgaben und Schichtdienst geprägt. Du wechselst zwischen Büro, Kontrollgängen, Werkstätten und Außenbereichen, trägst bei Bedarf Dienstwaffen und arbeitest eng mit Polizei, Ärztinnen und Kollegen im Team zusammen. Lärm, Unfallgefahr und enger Körperkontakt mit Menschen gehören ebenso dazu wie längere Phasen am Bildschirm.

Wie sind die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst?

Die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Es besteht ein geringer Fachkräftemangel, sodass offene Stellen meist schnell besetzt sind und die Konkurrenz höher ausfällt. Zudem werden weniger Altersabgänge erwartet als in anderen Berufen.

Womit arbeitet man als Beamter/Beamtin im Abschiebungshaftvollzugsdienst?

Beamte/Beamtinnen im Abschiebungshaftvollzugsdienst nutzen eine Mischung aus Verwaltungs- und Sicherheitstechnik. Du arbeitest mit Rechtsvorschriften, Häftlingsakten, elektronischen Datenverwaltungssystemen, PCs und Telefonen. Hinzu kommen Dienstwaffen für den Wachdienst, Werkzeuge und Maschinen in den Werkbetrieben sowie medizinische Geräte auf der Krankenstation.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Du kannst dich in Wach- und Sicherheitsdiensten, Verwaltungsrecht, öffentlicher Verwaltung oder speziellen Rechtsgebieten fortbilden. Seminare zur interkulturellen Kompetenz helfen zusätzlich, Konflikte in einem internationalen Umfeld noch besser zu managen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Mit Berufserfahrung und passenden Lehrgängen ist ein Aufstieg in den gehobenen Justizvollzugsdienst möglich. Alternativ kannst du über ein Studium in Soziale Arbeit, Sozialmanagement oder Public/Verwaltungsmanagement in Leitungs- oder Fachfunktionen wechseln.