Beamter/Beamtin im Justizvollzugsdienst (gehobener nichttechnischer Dienst)
Auch bekannt als: Inspektor/in im Justizvollzugsdienst · Justizinspektor/in ·
Über den Beruf
Beamte und Beamtinnen im gehobenen Justizvollzugsdienst steuern die Verwaltung einer Justizvollzugsanstalt. Sie planen Haushalte, überwachen Kassen und kümmern sich um Einstellungen, Beförderungen und Dienstpläne des Personals. Gleichzeitig koordinieren sie Arbeits- und Wirtschaftsbereiche: Sie verhandeln mit externen Firmen, beschaffen Maschinen und Materialien, kalkulieren Preise und prüfen die Wirtschaftlichkeit der Anstaltsbetriebe, in denen Gefangene eingesetzt sind. In der Vollzugsgeschäftsstelle kontrollieren sie Strafzeitberechnungen, führen Statistiken und bearbeiten Anträge der Insassen. Als Teil des Sicherheits- und Ordnungsdienstes legen sie Abläufe fest, führen Stichkontrollen durch und behalten den gesamten Dienstbetrieb im Blick. Übernehmen sie die Leitung einer Abteilung, organisieren sie gemeinsam mit Sozial- und Werkdiensten die Betreuung und Beschäftigung der Gefangenen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife oder vergleichbarer Bildungsabschluss
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Beamter/Beamtin im Justizvollzugsdienst?
Die Bruttobesoldung liegt zwischen 40.380 € und 77.136 € pro Jahr. Mit steigender Dienstzeit und Beförderungen kletterst du in höhere Besoldungsgruppen und profitierst von Zulagen, etwa für Schichtdienst.
Welche Schulfächer sind wichtig?
Wirtschaft, Deutsch sowie Pädagogik/Psychologie gelten als besonders nützlich für die Ausbildung. Sie helfen dir beim Verständnis von Rechts- und Finanzfragen, beim Erstellen von Berichten und im pädagogischen Umgang mit Gefangenen.
Welche digitalen Skills braucht man als Beamter/Beamtin im Justizvollzugsdienst?
Der Beruf erfordert den sicheren Umgang mit digitalen Verwaltungs- und Planungssystemen. Du arbeitest etwa mit elektronischen Akten (E-Akte), Dokumentenmanagement-Systemen, ERP-Software zur Ablaufplanung oder Flottenmanagement-Tools für den Anstaltsfuhrpark; bei Bauprojekten kann sogar Building Information Modeling (BIM) gefragt sein.
Wie sind die Arbeitsbedingungen?
Die Tätigkeit ist von strikten Gesetzen und Dienstvorschriften geprägt und trägt hohe Verantwortung für Personen und Sachwerte. Du musst in belastenden Situationen mit Inhaftierten klarkommen, häufig am Bildschirm arbeiten und dich auf Schicht- oder Bereitschaftsdienste einstellen.
Wie sind die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Justizvollzugsdienst?
Die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Justizvollzugsdienst sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Aktuell besteht nur geringer Fachkräftemangel, offene Stellen werden also schnell besetzt und die Konkurrenz ist hoch. Außerdem werden weniger Altersabgänge erwartet als in vielen anderen Berufen.
Womit arbeitet man als Beamter/Beamtin im Justizvollzugsdienst?
Zum Arbeitsalltag gehören umfangreiche Unterlagen wie Gesetze, Urteile, Anträge und Buchhaltungsbelege. Du nutzt elektronische Akten und Datenbanken am PC, telefonierst mit Auftraggebern oder Lieferanten und erstellst Statistiken sowie Bestelllisten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Nach der Ausbildung kannst du dich in ganz unterschiedlichen Richtungen fortbilden. Beliebt sind Kurse zu Verwaltungsrecht, öffentlicher Verwaltung, Sicherheitsdiensten, Rechnungswesen, Controlling oder psychologischen Umgangsformen mit Gefangenen. Solche Lehrgänge verbessern deine Chancen auf verantwortungsvollere Positionen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Mit Berufserfahrung stehen dir mehrere Aufstiegspfade offen. Du kannst z. B. ein Studium in Sozialmanagement, Sozialer Arbeit, Verwaltungsmanagement oder Public Management anstreben und so in höhere Leitungs- oder Stabsfunktionen wechseln.
