Beamter/Beamtin im Justizdienst (mittlerer nichttechnischer Dienst)
Auch bekannt als: Justizsekretär/in
Über den Beruf
Beamte und Beamtinnen im mittleren Justizdienst verwalten gerichtliche Vorgänge und halten den Geschäftsbetrieb an Amts-, Land- oder Familiengerichten am Laufen. Sie legen Akten digital und auf Papier an, überwachen Fristen und organisieren Ladungen. Im Sitzungssaal führen sie Protokoll, nehmen außerhalb der Verhandlungen Aussagen auf und beglaubigen Abschriften. Häufig entwerfen sie Beschlüsse, Kostenfestsetzungen oder Grundbucheintragungen, die Richterinnen und Richter später unterzeichnen. Als Urkunds- oder Kostenbeamte berechnen sie Gebühren, Entschädigungen für Zeugen oder Vergütungen für Sachverständige. Zudem führen sie Register wie Handels-, Vereins- oder Grundbücher, entscheiden über Einsichtnahmen und bescheinigen Rechtskraft. Erfahrene Kräfte leiten Geschäftsstellen und unterweisen den Nachwuchs.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit förderlicher Berufsausbildung, z.B. als Justizfachangestellte/r, Rechtsanwaltsfachangestellte/r oder Notarfachangestellte/r
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Beamter/Beamtin im Justizdienst?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.793 € brutto im Monat. Mit Erfahrung kannst du zwischen 3.592 € und 4.297 € verdienen.
Ist der Beruf körperlich anstrengend?
Starke körperliche Belastungen treten in diesem Beruf selten auf. Du solltest jedoch über ein gutes Nahsehvermögen, sicheres Hörverständnis und uneingeschränktes Sprechvermögen verfügen, weil du viel am Bildschirm arbeitest und regelmäßig mit Bürgerinnen und Bürgern, Zeugen oder Rechtsanwälten sprichst.
Welche digitalen Skills braucht man als Beamter/Beamtin im Justizdienst?
Der Beruf erfordert den sicheren Umgang mit verschiedenen E-Government-Anwendungen. Im Arbeitsalltag nutzt du Dokumentenmanagementsysteme, E-Akte-Software, Formular- und Compliance-Management-Tools, Bürgerkonten, eID-Funktionen und Video-Ident-Verfahren.
Wie sind die Arbeitsbedingungen?
Die Arbeit ist stark von rechtlichen Vorgaben geprägt und findet überwiegend am Bildschirm statt. Du wechselst häufig zwischen Sachbearbeitung, direktem Kontakt mit Zeugen oder Anwältinnen und Verantwortung dafür, dass Auskünfte rechtssicher sind.
Womit arbeitet man als Beamter/Beamtin im Justizdienst?
Beamte und Beamtinnen im Justizdienst arbeiten täglich mit Gesetzen, Akten, Registern und Fristenkalendern sowie digitalen Datenverwaltungssystemen. Dazu kommen übliche Büroausstattung wie PC, Telefon, Internetzugang und Videokonferenztools.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Mögliche Weiterbildungen betreffen vor allem Rechtsgebiete und Verwaltungswissen. Du kannst dich z.B. in Verwaltungsrecht, öffentlicher Verwaltung, Bürgerlichem Recht, Zivilprozessrecht oder allgemeinem Rechnungswesen spezialisieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Mit Berufserfahrung kommen verschiedene Laufbahnwechsel infrage. Du kannst zum Beispiel Gerichtsvollzieher/in im mittleren oder gehobenen Dienst werden, die Rechtspflegerlaufbahn einschlagen oder ein rechtswissenschaftliches beziehungsweise verwaltungswissenschaftliches Studium aufnehmen.
Wie sind die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Justizdienst?
Die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Justizdienst sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering — offene Stellen werden derzeit schnell besetzt. Gleichzeitig steigt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch Stellen frei werden. Genug Nachwuchs, aber Gesamtzahl der Fachkräfte rückläufig.
