Gerichtsvollzieher/Gerichtsvollzieherin (gehobener Dienst) – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Gerichtsvollzieher/Gerichtsvollzieherin (gehobener Dienst)

Auch bekannt als: Gerichtsvollzieher/in · Vollstreckungsbeamter/Vollstreckungsbeamtin (Gerichtsvollzieher/in)

BerufsfeldSchutz & Sicherheit
Arbeitsorteim Außendienst (in Privatwohnungen und Geschäftsräumen von Schuldnern) · in Büroräumen
Ausbildungsplätze8

Über den Beruf

Gerichtsvollzieher/innen pfänden bewegliche Sachen, versteigern Wertgegenstände und setzen Räumungsurteile durch. Auf Antrag von Gläubiger/innen stellen sie Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse zu, ermitteln pfändbares Vermögen und bringen Pfandsiegel an. Häufig versuchen sie zunächst, mit Schuldner/innen eine Ratenzahlung oder andere gütliche Lösung zu vereinbaren. Scheitert dies, holen sie Vermögensauskünfte ein, nehmen eidesstattliche Versicherungen ab oder verhaften Schuldner/innen zur Erzwingung der Vermögensoffenbarung. Sie setzen zudem die Herausgabe von Kindern sowie die zwangsweise Vorführung von Zeugen um. Im Büro dokumentieren sie jede Maßnahme, führen Kassen- und Aktenbücher und rechnen eingezogene Beträge ab. In einigen Bundesländern organisieren sie ihren Geschäftsbetrieb eigenständig, planen Außendienste digital und koordinieren Mitarbeitende.

Ausbildung & Zugang

BerufstypBeamtenausbildung in Baden-Württemberg. Laufbahnbezeichnung in Baden-Württemberg:. gehobener Dienst
AusbildungsartStudium an der Hochschule für Rechtspflege, praktische Studienzeiten bei Amtsgerichten und Gerichtsvollziehern/Gerichtsvollzieherinnen
Zugangsvoraussetzungen1
  • Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife oder vergleichbarer Bildungsabschluss

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Gerichtsvollzieher/in?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 37.476 € und 40.380 € pro Jahr. Mit steigender Dienstaltersstufe und Beförderungen kann dein Einkommen noch zulegen.

Welche Schulfächer sind wichtig für Gerichtsvollzieher/innen?

Für die Ausbildung als Gerichtsvollzieher/in sind vor allem Recht, Deutsch und Mathematik wichtig. Gute Noten helfen dir, Rechtsvorschriften sicher anzuwenden, präzise Protokolle zu schreiben und Gebühren korrekt zu berechnen.

Ist der Beruf als Gerichtsvollzieher/in körperlich anstrengend?

Der Beruf erfordert eine uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit von Armen und Händen, etwa um Pfändungsgüter sicher aufnehmen oder versiegeln zu können. Größere körperliche Belastungen treten nur punktuell auf, z.B. beim längeren Stehen während Außeneinsätzen.

Wie sind die Berufsaussichten als Gerichtsvollzieher/in?

Die Berufsaussichten als Gerichtsvollzieher/in sind eher schwierig. Bis 2040 schrumpft die Beschäftigung in diesem Berufsfeld. Der Fachkräftemangel ist gering, offene Stellen werden schnell besetzt – entsprechend hoch ist die Konkurrenz für Bewerber/innen. Zudem werden vergleichsweise wenige Altersabgänge erwartet, sodass nur wenige Positionen nachrücken.

Welche digitalen Skills braucht man als Gerichtsvollzieher/in?

Digitale Aktenführung gehört zum Alltag: Gerichtsvollzieher/innen arbeiten mit Dokumentenmanagementsystemen und der E-Akte. Du solltest außerdem Tourenplanungssoftware beherrschen, um deine Zustellrouten effizient zu organisieren.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Gerichtsvollzieher/in?

Gerichtsvollzieher/innen arbeiten unter strengen gesetzlichen Vorgaben und tragen Verantwortung für Sachwerte. In der Praxis wechselst du zwischen Büroarbeit und Außenterminen, hast häufig Kontakt zu Menschen in Konfliktsituationen und musst dich auf wechselnde Einsatzorte einstellen.

Womit arbeitet man als Gerichtsvollzieher/in?

Zu den typischen Arbeitsmitteln gehören Pfändungs- und Vollstreckungsbescheide, amtliche Urkunden, Gesetzestexte und dienstliche Protokolle. Im Büro nutzt du PC, Internet und Telefon, während du im Außendienst mit Pfandsiegeln oder gepfändeten Gegenständen hantierst und alle Schritte in Akten sowie Geschäfts- und Kassenbüchern dokumentierst.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Gerichtsvollzieher/in?

Fachliche Lehrgänge in Insolvenz-, Zwangsvollstreckungs- oder Verwaltungsrecht halten dein Wissen aktuell und qualifizieren für komplexere Fälle. Auch Seminare in Büroorganisation oder öffentlicher Verwaltung können dich für koordinierende Aufgaben fit machen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Gerichtsvollzieher/in?

Ein klassischer Aufstieg führt über die Beförderung in den höheren Dienst, wo du Leitungsfunktionen am Amtsgericht übernehmen kannst. Ergänzend eröffnet ein Bachelor- oder Masterstudium in Rechtswissenschaft oder Öffentlichem Recht – bis hin zur Promotion – Chancen auf Fachreferate oder strategische Positionen in der Justizverwaltung.

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