Gerichtsvollzieher/Gerichtsvollzieherin (mittlerer Dienst) – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Gerichtsvollzieher/Gerichtsvollzieherin (mittlerer Dienst)

Auch bekannt als: Gerichtsvollzieher/in · Vollstreckungsbeamter/Vollstreckungsbeamtin (Gerichtsvollzieher/in)

BerufsfeldSchutz & Sicherheit
Arbeitsorteim Außendienst (in Privatwohnungen und Geschäftsräumen von Schuldnern) · in Büroräumen
Offene Stellen19

Über den Beruf

Gerichtsvollzieher/innen pfänden bewegliche Sachen, versteigern Wertgegenstände und setzen Räumungsurteile durch. Auf Antrag von Gläubiger/innen stellen sie Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse zu, ermitteln pfändbares Vermögen und bringen Pfandsiegel an. Häufig versuchen sie zunächst, mit Schuldner/innen eine Ratenzahlung oder andere gütliche Lösung zu vereinbaren. Scheitert dies, holen sie Vermögensauskünfte ein, nehmen eidesstattliche Versicherungen ab oder verhaften Schuldner/innen zur Erzwingung der Vermögensoffenbarung. Sie setzen zudem die Herausgabe von Kindern sowie die zwangsweise Vorführung von Zeugen um. Im Büro dokumentieren sie jede Maßnahme, führen Kassen- und Aktenbücher und rechnen eingezogene Beträge ab. In einigen Bundesländern organisieren sie ihren Geschäftsbetrieb eigenständig, planen Außendienste digital und koordinieren Mitarbeitende.

Ausbildung & Zugang

BerufstypBeamtenweiterbildung. abweichende Laufbahnbezeichnungen in den einzelnen Bundesländern
AusbildungsartVorbereitungsdienst, geregelt durch Verordnungen der Bundesländer
Zugangsvoraussetzungen3
  • I.d.R. bestandene Prüfung für den mittleren Justizdienst
  • Zusätzlich Berufserfahrung
  • Ggf. auch Justizfachangestellte + mind. 3 Jahre bewährte Berufspraxis

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Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Gerichtsvollzieher/in?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 37.476 € und 40.380 € pro Jahr. Die Einstufung hängt vom Bundesland, deiner Erfahrungsstufe und eventuellen Zulagen im mittleren Justizdienst ab.

Ist der Beruf als Gerichtsvollzieher/in körperlich anstrengend?

Körperlich fordert der Job vor allem funktionstüchtige Arme und Hände, etwa um gepfändete Gegenstände zu sichern oder Akten zu handhaben. Größer sind die mentalen Belastungen: du triffst häufig auf schwierige Situationen und musst dennoch souverän handeln.

Wie sind die Berufsaussichten als Gerichtsvollzieher/in?

Die Berufsaussichten als Gerichtsvollzieher/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering – offene Stellen werden also schnell besetzt und die Konkurrenz ist höher. Zusätzlich gibt es weniger Altersabgänge als in vielen anderen Berufen, wodurch seltener Positionen frei werden.

Welche digitalen Skills braucht man als Gerichtsvollzieher/in?

Im Arbeitsalltag kommen Dokumentenmanagementsysteme zum Einsatz, um Vermögensverzeichnisse digital zu führen. Du solltest daher mit DMS, der E-Akte und vernetzter Tourenplanung umgehen können, um Akten elektronisch abzurufen und Zustellrouten effizient zu planen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Gerichtsvollzieher/in?

Die Tätigkeit wechselt zwischen Büro und Außendienst. Du musst komplexe Rechtsvorschriften exakt anwenden, hohe Sachwerte verantworten und in emotional angespannten Situationen professionell bleiben. Flexible Einsatzorte und feste Sprechzeiten gehören gleichermaßen zum Alltag.

Womit arbeitet man als Gerichtsvollzieher/in?

Zum Handwerkszeug zählen amtliche Urkunden wie Pfändungs- und Vollstreckungsbescheide, Pfandsiegel, Akten- und Kassenbücher sowie Bargeld oder Wertgegenstände als Pfand. Ergänzt wird das Ganze durch PC, Internetzugang und Telefon für die digitale Dokumentation und Kommunikation.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Gerichtsvollzieher/in?

Fachlich kannst du dich in Themen wie Insolvenz- und Zwangsvollstreckungsrecht oder Verwaltungsrecht spezialisieren. Auch Lehrgänge zu öffentlicher Verwaltung, Büroorganisation oder Sekretariat helfen, deinen eigenen Geschäftsbetrieb effizienter zu führen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Gerichtsvollzieher/in?

Ein Karriereschritt führt in den gehobenen Justizdienst, etwa als Rechtspfleger/in. Darüber hinaus bieten ein Bachelor- oder Masterstudium in Öffentliches Recht oder ein LL.B./LL.M. in Rechtswissenschaft Aufstiegschancen; mit weiterem Master oder Promotion sind sogar wissenschaftliche Laufbahnen erreichbar.

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