Ingenieur/Ingenieurin für Glas, Keramik, Bindemittel
Auch bekannt als: Diplom Ingenieur (Uni)/ Diplom Ingenieurin (Uni) - Fachrichtung Silikattechnik · Materials engineer (m/f)
Über den Beruf
Ingenieure und Ingenieurinnen für Glas, Keramik und Bindemittel entwickeln neue Glasfasern, Feuerfestkeramiken oder Bindemittel, indem sie Rohstoffe mischen, Versuchsreihen im Labor durchführen und Messergebnisse auswerten. Sie kombinieren Grundlagenforschung mit 3-D-Simulationen und additiver Fertigung, um Werkstoffe gezielt leichter, hitzebeständiger oder umweltfreundlicher zu machen. In Pilotanlagen testen sie die Verfahren, definieren Prozessparameter und begleiten den Übergang in die Serienproduktion. Während der Fertigung überwachen sie Qualität, analysieren Fehlerursachen und optimieren Maschinensteuerungen, oft mithilfe automatischer optischer Prüfsysteme. Zudem planen sie den gesamten Produktionsablauf, kalkulieren Kosten, beschaffen Anlagen und Rohstoffe, koordinieren das Personal und dokumentieren den Fortschritt. Im Produktmanagement platzieren sie Neuentwicklungen am Markt, beraten Kunden und verhandeln mit Lieferanten. Das Ergebnis sind marktfähige, ressourcenschonende Glas- und Keramikprodukte.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in Keramik-, Glastechnik oder Werkstoffwissenschaft, -technik erwartet. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung werden häufig Promotion oder Habilitation vorausgesetzt; die Promotion baut i.d.R. auf einem Hochschulabschluss wie Master oder Staatsexamen auf und umfasst Dissertation sowie mündliche Prüfung, die Habilitation setzt u.a. Promotion, Habilitationsschrift, mündliche Prüfung und mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen voraus.
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 6.503 € brutto im Monat. Mit zunehmender Erfahrung und je nach Region kannst du mindestens 5.466 € verdienen oder – in Leitungspositionen – noch deutlich darüber.
Ist der Beruf als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel körperlich anstrengend?
Der Job verlangt eine robuste Gesundheit, weil du teilweise bei großer Hitze an Schmelzöfen oder unter Staubeinwirkung arbeitest. Für Prüfungen sind funktionsfähige Arme und Hände sowie gutes Farb- und räumliches Sehvermögen nötig, und gesunde Atemwege schützen dich vor Zement- oder Kalkstaub. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lassen sich die Belastungen gut beherrschen.
Wie sind die Berufsaussichten als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Die Berufsaussichten sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040, und der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen werden schwer besetzt, was deine Chancen verbessert. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen, weil viele Altersabgänge bevorstehen. Durch diese Abgänge entstehen zusätzlich neue Positionen.
Welche digitalen Skills braucht man als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Gefragt sind Kenntnisse in 3-D- und 4-D-Druck, 3-D-Simulationen und Laserscanning. Du solltest außerdem automatische optische Inspektionen, App-gestützte Prozessüberwachung, Aktorik sowie Augmented-Reality-gestützte Wartungsprogramme beherrschen, um moderne Produktionslinien effizient zu steuern.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Die Arbeit wechselt zwischen Büro, Labor und Produktionshalle. Neben intensiver Bildschirmarbeit führst du Teams, berätst Kunden und reist mitunter zu Anlagenabnahmen oder Serviceeinsätzen. In Fertigungsstätten können Hitze, Staub oder Dämpfe auftreten, sodass Schutzausrüstung und Sicherheitsvorgaben wichtig sind.
Womit arbeitet man als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Zum Alltag gehören Rohstoffe wie Quarzsand, Kalk, Ton oder Altglas sowie Anlagen zur Formgebung, Beschichtung, Trocknung und additiven Fertigung. Du nutzt Mess- und Prüfsysteme, CAD- sowie Simulationsprogramme und arbeitest mit Unterlagen wie Werkstoffplänen, Stücklisten und Kostenrechnungen.
Kann man sich als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel selbständig machen?
Ja. Du kannst einen eigenen Betrieb für Glas-, Keramik- oder Bindemittelprodukte gründen, technische Keramik herstellen oder – nach Eintragung in die Handwerksrolle – im Glaser- oder Glasapparatebauerhandwerk arbeiten. Auch eine freiberufliche Tätigkeit als Gutachter/in ist möglich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Fachlich wirst du mit Lehrgängen in Glas- und Keramikverarbeitung, Werkstoff- und Materialwissenschaften, Verfahrenstechnik oder Produktions- und Fertigungstechnik fit gehalten. Zusätzlich kannst du dich in Forschung und Entwicklung, Projektmanagement oder naturwissenschaftlicher Laborarbeit spezialisieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Ingenieur/in für Glas, Keramik und Bindemittel?
Weiter nach oben kommst du etwa mit einer Qualifikation zum/zur REFA-Ingenieur/in für Industrial Engineering oder mit einem Master in Keramik- und Glastechnik, Material- oder Baustoffwissenschaft. Wer forschen möchte, kann promovieren; leitende Positionen in Wissenschaft oder Industrie werden oft mit Promotion vergeben, für eine Professur ist meist eine Habilitation erforderlich.
