Hörakustiker/Hörakustikerin
Auch bekannt als: Hörsystemakustiker/in · Hörgeräteakustiker/in · Hearing aid audiologist (m/f)
Über den Beruf
Hörakustiker/innen messen Hörvermögen mit audiometrischen Tests, beurteilen den Gehörgang und ermitteln, welche Technik nötig ist. Sie beraten Kundinnen und Kunden zu Hinter-dem-Ohr-, Im-Ohr- oder digitalen Hörsystemen, erklären Vor- und Nachteile und beachten Diagnosen der HNO-Ärzte. Für eine passgenaue Versorgung nehmen sie Abdrücke des Ohres, erstellen am Computer ein 3-D-Modell und fertigen Otoplastiken per 3-D-Druck oder durch Schleifen und Fräsen. Anschließend bauen sie die Maßohrstücke ein, programmieren die Mikroelektronik nach dem persönlichen Hörprofil und koppeln das Gerät bei Bedarf mit Smartphone-Apps. Sie weisen in Bedienung, Pflege und Hörtraining ein, kontrollieren regelmäßig Sitz und Klang und reparieren defekte Bauteile. Zusätzlich kalkulieren sie Angebote, dokumentieren Messergebnisse und rechnen Leistungen mit Krankenkassen ab.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Hörakustiker/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.964 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.560 € und 3.763 €. Faktoren wie Meistertitel, Betriebsgröße oder Verantwortungsbereich können dein Einkommen zusätzlich nach oben oder unten verändern.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Hörakustiker/in?
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Während dieser Zeit besuchst du abwechselnd Betrieb und Berufsschule und sammelst sowohl praktische als auch theoretische Erfahrung.
Welche Schulfächer sind wichtig für Hörakustiker/innen?
Wichtige Fächer sind Physik, Werken / Technik, Mathematik, Biologie und Deutsch. Damit verstehst du akustische Grundlagen, beherrschst das handwerkliche Arbeiten am Ohrstück und kannst Kundinnen und Kunden kompetent beraten.
Ist der Beruf als Hörakustiker/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt vor allem geschickte, funktionstüchtige Hände und Arme. Du arbeitest viel in Feinmotorik, kommst mit Kleb- und Reinigungsmitteln in Kontakt und brauchst daher widerstandsfähige Haut, insgesamt aber keine schwere körperliche Belastung.
Wie sind die Berufsaussichten als Hörakustiker/in?
Die Berufsaussichten als Hörakustiker/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch, offene Stellen sind schwer zu besetzen – gut für Jobsuchende. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen bis 2040, weil Arbeitgeber länger suchen müssen. Allerdings gibt es weniger Altersabgänge als in vielen anderen Berufen, sodass auf diesem Weg etwas weniger Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Hörakustiker/in?
Wichtige digitale Skills sind der Umgang mit 3-D-Laserscanning, 3-D-Simulation und 3-D-Druck für passgenaue Otoplastiken. Außerdem solltest du Dokumentenmanagementsysteme für Abrechnungen und Messergebnisse beherrschen und dich mit Wearable Technology wie app-gesteuerten Hörsystemen auskennen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Hörakustiker/in?
Die Tätigkeit wechselt zwischen Präzisionshandwerk in der Werkstatt, Messungen im Labor und Beratung im Verkaufsraum. Du arbeitest mit feinen Bohr- und Fräsmaschinen, Audiometern und Messboxen, stehst teilweise im engen Kontakt mit Kund/innen und musst schnell zwischen technischer Detailarbeit und Service umschalten.
Kann man sich als Hörakustiker/in selbständig machen?
Ja, nach bestandener Meisterprüfung kannst du dich in die Handwerksrolle eintragen lassen und einen eigenen Betrieb eröffnen. Häufig kombinieren Selbständige ein Ladengeschäft mit einer kleinen Werkstatt; Informationen zur Gründung bieten die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker und der Fachverband Deutscher Hörakustiker.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Hörakustiker/innen?
Ein klassischer Aufstieg führt über den Titel Hörakustikermeister/in bzw. Bachelor Professional im Hörakustiker-Handwerk. Danach kannst du dich zum/zur Techniker/in für Medizintechnik oder Feinwerktechnik weiterqualifizieren. Wer einen akademischen Weg wählt, steigt häufig mit einem Bachelor- oder Masterstudium in Hörtechnik, Audiologie oder Medizinischer Technik in leitende Funktionen ein.
