Hebamme – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Hebamme

Auch bekannt als: Geburtshelfer/in · Hebamme/Entbindungspfleger. (Ausbildungs-/Studienberuf bis 2022)MidwifeRegistered Midwife ·

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Praxis- und Büroräumen · in Kreißsälen und Entbindungsräumen · auf Schwangeren-, Wochen-, Säuglingsstationen, in Patienten- und Säuglingszimmern · in Gymnastikräumen · in Privatwohnungen · in den Räumen sozialer oder öffentlicher Einrichtungen und Institutionen · in Seminarräumen und Hörsälen
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Über den Beruf

Hebammen betreuen Frauen und ihre Familien von der ersten Schwangerschaftsfrage bis zum Ende der Stillzeit. Sie stellen Schwangerschaften fest, führen gemäß Mutterschaftsrichtlinien Vorsorgeuntersuchungen durch, dokumentieren Befunde im Mutterpass und erkennen Risikoschwangerschaften. In Sprechstunden und Geburtsvorbereitungskursen beraten sie zu Ernährung, Bewegung, Säuglingspflege sowie Atem- und Entspannungstechniken. Während der Geburt leiten sie den Prozess selbstständig, überwachen Wehen, kindliche Herztöne und Vitalwerte und ziehen bei Komplikationen Ärzt/innen hinzu. Direkt danach versorgen sie Mutter und Neugeborenes, unterstützen beim Stillen und leiten Rückbildungs- oder Wochenbettgymnastik an. Elektronische Dokumentationssysteme und Telecare gehören dabei zunehmend zum Alltag. Als Familienhebamme betreuen sie zusätzliche psychosoziale Risiken; mit weiterem Studium übernehmen sie Leitungsaufgaben, Qualitätsmanagement, lehren oder forschen zu geburtshilflichen Themen.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für die Tätigkeit und auch für das Führen der Berufsbezeichnung ist eine festgelegte Qualifikation nachzuweisen; bei ausländischen Abschlüssen ist dafür eine Anerkennung erforderlich. Der Zugang setzt ein abgeschlossenes Studium der Hebammenkunde sowie die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Hebamme voraus.

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Hebamme?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.380 € brutto im Monat. Mit wachsender Berufserfahrung und abhängig von Einrichtung sowie Region kannst du zwischen 3.751 € und 4.936 € verdienen.

Ist der Beruf als Hebamme körperlich anstrengend?

Der Beruf ist durchaus körperlich fordernd. Langes Stehen, Arbeiten in gebückter Haltung während der Entbindung und nächtliche Einsätze verlangen Ausdauer sowie eine belastbare Wirbelsäule und kräftige Arme und Hände. Auch psychische Belastbarkeit ist gefragt, etwa bei komplizierten Geburtsverläufen.

Wie sind die Berufsaussichten als Hebamme?

Die Berufsaussichten als Hebamme sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040, und viele Altersabgänge sorgen zusätzlich für freie Stellen.

Welche digitalen Skills braucht man als Hebamme?

Sicherer Umgang mit elektronischer Pflegedokumentation gehört zum Alltag, etwa in ePD-Systemen. Du solltest Krankenhaus- und Praxisverwaltungssysteme bedienen, Videotelefonie für Telecare-Beratung einsetzen und Touren- sowie Leistungsdokumentationen softwaregestützt erstellen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Hebamme?

Hebammen tragen eine hohe Verantwortung für Mutter und Kind und haben intensiven Kundenkontakt. Gefühlsbelastende Situationen, Zwangshaltungen bei der Geburt, Arbeit in Schicht- und Bereitschaftsdiensten sowie das Tragen von Schutzkleidung prägen den Arbeitsalltag. Hinzu kommt der routinierte Umgang mit medizinischen Geräten wie Wehenschreibern oder Reanimationsgeräten.

Womit arbeitet man als Hebamme?

Im Kreißsaal nutzt du Herzton- und Wehenschreiber, Blutdruckmessgeräte, Ultraschall- und Sauerstoffgeräte. Für die Entbindung kommen Instrumente wie Nabelschnurscheren oder Geburtszangen zum Einsatz, und bei der Dokumentation arbeitest du am PC mit Patientendaten und Mutterpässen.

Kann man sich als Hebamme selbständig machen?

Ja, viele Hebammen arbeiten freiberuflich. Du kannst eine eigene Hebammenpraxis eröffnen, ein Geburtshaus betreiben oder als Beleghebamme mit Kliniken kooperieren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Hebamme?

Fachlich kannst du dich in Entbindungspflege, ambulanter Pflege, Pflegedokumentation oder Familienpflege fortbilden. Kurse für Leitungs- und Lehrtätigkeiten sowie Forschungsprojekte erschließen dir darüber hinaus neue Einsatzfelder.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Hebamme?

Aufstiegsweiterbildungen wie Qualitätsbeauftragte/r im Gesundheits- und Sozialwesen verschaffen dir mehr Verantwortung. Ein Masterstudium in Hebammenkunde, Pflegemanagement oder Medizin- und Pflegepädagogik qualifiziert für Leitungsfunktionen oder die akademische Lehre. Für eine wissenschaftliche Karriere kannst du anschließend promovieren und dich mit einer Habilitation für Professuren empfehlen.

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