Hebammenkunde (Bachelor) – Arbeitsumfeld
Studium

Hebammenkunde (Bachelor)

Auch bekannt als: Hebamme · Geburtshelfer/inHebamme/Entbindungspfleger. (Ausbildungs-/Studienberuf bis 2022)MidwifeRegistered Midwife ·

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Praxis- und Büroräumen · in Kreißsälen und Entbindungsräumen · auf Schwangeren-, Wochen-, Säuglingsstationen, in Patienten- und Säuglingszimmern · in Gymnastikräumen · in Privatwohnungen · in den Räumen sozialer oder öffentlicher Einrichtungen und Institutionen · in Seminarräumen und Hörsälen
Dauer3-4 Jahre
Studiengänge49

Über den Beruf

Hebammen betreuen Frauen und ihre Familien von der ersten Schwangerschaftsfrage bis zum Ende der Stillzeit. Sie stellen Schwangerschaften fest, führen gemäß Mutterschaftsrichtlinien Vorsorgeuntersuchungen durch, dokumentieren Befunde im Mutterpass und erkennen Risikoschwangerschaften. In Sprechstunden und Geburtsvorbereitungskursen beraten sie zu Ernährung, Bewegung, Säuglingspflege sowie Atem- und Entspannungstechniken. Während der Geburt leiten sie den Prozess selbstständig, überwachen Wehen, kindliche Herztöne und Vitalwerte und ziehen bei Komplikationen Ärzt/innen hinzu. Direkt danach versorgen sie Mutter und Neugeborenes, unterstützen beim Stillen und leiten Rückbildungs- oder Wochenbettgymnastik an. Elektronische Dokumentationssysteme und Telecare gehören dabei zunehmend zum Alltag. Als Familienhebamme betreuen sie zusätzliche psychosoziale Risiken; mit weiterem Studium übernehmen sie Leitungsaufgaben, Qualitätsmanagement, lehren oder forschen zu geburtshilflichen Themen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypGrundständiges Studium
AusbildungsartUniversität, Fachhochschule
Dauer3-4 Jahre
Zugangsvoraussetzungen9
  • Hochschulreife, ggf. fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife
  • Oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis der zuständigen Stelle des Bundeslandes, z.B. Kultusministerium
  • Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
  • Bei dualem Studium i.d.R. Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit geeignetem Unternehmen als Praxispartner
  • Je nach Hochschule ggf. Vorpraktikum
  • Je nach Hochschule ggf. ärztliches Attest über gesundheitliche Eignung
  • Je nach Hochschule ggf. Führungszeugnis
  • Für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen Nachweis über Masernschutz
  • Ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B

Passende Studiengänge49

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Hebamme?

Das Gehalt liegt typischerweise 4.380 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.751 € und 4.936 €. Tarifbindung, Klinikgröße und eigenes Einsatzgebiet – etwa Kreißsaal, Wochenbettstation oder freiberufliche Hausbesuche – können das Einkommen zusätzlich beeinflussen.

Wie lange dauert das Studium in Hebammenkunde?

Das Bachelorstudium dauert je nach Hochschule drei bis vier Jahre. Es verbindet Vorlesungen und Seminare mit umfangreichen Praxiseinsätzen, sodass du das erlernte Wissen direkt im Kreißsaal anwenden kannst.

Welche Schulfächer sind wichtig für Hebammen?

Biologie, Chemie, Deutsch / Fremdsprachen, Mathematik sowie Wirtschaft / Recht zählen zu den Kernfächern. Gute Kenntnisse erleichtern dir das Verständnis von medizinischen Abläufen, Statistik und rechtlichen Grundlagen im Gesundheitswesen.

Ist der Beruf als Hebamme körperlich anstrengend?

Ja, er erfordert eine stabile Wirbelsäule sowie Ausdauer, weil Geburten lange dauern und häufig gebückte oder kniende Haltungen nötig sind. Auch Arme und Hände müssen belastbar sein, etwa beim Abnabeln oder Umlagern von Neugeborenen. Unregelmäßige Arbeitszeiten und hoher psychischer Druck kommen hinzu.

Wie sind die Berufsaussichten als Hebamme?

Die Berufsaussichten als Hebamme sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was Bewerbern entgegenkommt. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040, Arbeitgeber suchen länger nach Personal. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, sodass zusätzliche Stellen frei werden.

Welche digitalen Skills braucht man als Hebamme?

Hebammen müssen sicher mit elektronischer Pflegedokumentation, Krankenhaus- und Praxisverwaltungssystemen umgehen können. Videoberatung per Telecare sowie softwaregestützte Tourenplanung für Hausbesuche sind weitere digitale Routineaufgaben. Wer diese Tools beherrscht, spart Zeit und dokumentiert rechtskonform.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Hebamme?

Die Arbeit ist von hoher Verantwortung für Mutter und Kind sowie engem Körperkontakt geprägt. Du trägst häufig Schutzkleidung, nutzt Geräte wie Herztonwehenschreiber oder Blutdruckmesser und erlebst gefühlsbelastende Situationen, etwa bei Komplikationen. Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben erledigst du zusätzlich am PC oder im Dienstzimmer.

Kann man sich als Hebamme selbständig machen?

Ja, viele Hebammen arbeiten freiberuflich. Du kannst eine eigene Hebammenpraxis eröffnen, ein Geburtshaus leiten oder als Beleghebamme mit Kliniken kooperieren. In diesem Fall organisierst du Termine, Abrechnung und Qualitätsmanagement eigenverantwortlich.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Hebammen?

Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen sich vor allem über Zusatzqualifikationen und ein Masterstudium, zum Beispiel in Hebammenkunde, Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft. Damit kannst du Leitungsfunktionen im Kreißsaal, im Qualitäts- oder Risikomanagement oder in der Lehre übernehmen. Eine Promotion ermöglicht dir anschließend eine wissenschaftliche Karriere bis hin zur Professur.

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