Fachlehrer/Fachlehrerin für berufliche/allgemeinbildende Schulen
Auch bekannt als: Gewerbliche/r Fachlehrer/in an Berufsschulen
Über den Beruf
Fachlehrer/innen an beruflichen und allgemeinbildenden Schulen vermitteln praxisnahes Fachwissen aus gewerblich-technischen, hauswirtschaftlichen oder landwirtschaftlichen Bereichen. Sie strukturieren Unterrichtseinheiten, wählen Lehrmittel aus und entwickeln Arbeitsanleitungen, oft auf Lernplattformen oder interaktiven Tafeln. Im Unterricht leiten sie Klassen an, Aufgaben selbstständig zu lösen, organisieren Gruppenarbeiten und führen fachpraktische Unterweisungen durch. Hausaufgaben, Tests und Projekte werden korrigiert, Leistungen dokumentiert und individuelle Fördermaßnahmen angestoßen. Darüber hinaus beraten sie Schüler/innen und Eltern, planen Klassen- und Fachkonferenzen, beschaffen Werkzeuge oder Software und organisieren Exkursionen zu außerschulischen Lernorten. Mit Methoden wie Blended Learning und Game-Based Learning verknüpfen sie analoge und digitale Formate und begleiten junge Menschen bis zum erfolgreichen Berufseinstieg.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen13
- I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss
- Je nach Bundesland und Fachrichtung Erste Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen
- Oder Meister- oder Technikerprüfung + entsprechende Berufspraxis
- Oder Abschluss einer Fachschule, Fachakademie oder eines Berufskollegs + anschließende Berufspraxis
- Oder abgeschlossenes Hochschulstudium + anschließende Berufspraxis
- Für allgemeinbildende Schulen einschlägige Berufsausbildung
- Oder ggf. entsprechende Berufspraxis statt Berufsausbildung
- Für den Vorbereitungsdienst an allgemeinbildenden Schulen Weiterbildung erfolgreich absolvieren
- Auswahlverfahren zur Feststellung der Eignung
- Obligatorische ärztliche Einstellungsuntersuchung
- Beamtenrechtliche Voraussetzungen, z.B. deutsche Staatsangehörigkeit oder EU, Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung, geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, guter Leumund, nicht entmündigt und nicht vorbestraft
- Ggf. Erste-Hilfe-Kurs für die pädagogisch-didaktische Ausbildung
- In den meisten Bundesländern Höchstaltersgrenze
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fachlehrer/in?
Die Bruttobesoldung liegt zwischen 43.032 € und 57.432 € pro Jahr. Sie richtet sich nach der jeweiligen Landesbesoldungsordnung und steigt mit Erfahrungsstufen oder zusätzlichen Aufgaben wie Fachbereichsleitung.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Fachlehrer/in?
Die Weiterbildung dauert je nach Bundesland und Fächerkombination zwischen ein und drei Jahren. Sie wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten, sodass du den Ablauf an deine berufliche Situation anpassen kannst.
Ist der Beruf als Fachlehrer/in körperlich anstrengend?
Der Unterricht selbst ist überwiegend körperlich wenig belastend, erfordert aber eine gute Funktionstüchtigkeit von Armen und Händen. Du musst beispielsweise Versuchsaufbauten im Technik- oder Chemieunterricht zusammenstellen oder Werkzeuge sicher führen.
Wie sind die Berufsaussichten als Fachlehrer/in?
Die Berufsaussichten als Fachlehrer/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Ein hoher Fachkräftemangel sorgt dafür, dass offene Stellen schwer zu besetzen sind – Bewerber/innen haben also ausgezeichnete Chancen. Die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt bis 2040, weil Arbeitgeber länger suchen müssen. Außerdem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Fachlehrer/in?
Fachlehrer/innen benötigen ausgeprägte digitale Kompetenzen. Du solltest Blended-Learning-Konzepte entwickeln, Lernplattformen und Apps bedienen, digitale Tafeln oder Dokumentenkameras einsetzen und Unterrichtsmaterialien in Dokumentenmanagementsystemen verwalten. Auch Game-Based Learning und das Inverted-Classroom-Modell gehören zunehmend zum Arbeitsalltag.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fachlehrer/in?
Der Job verbindet pädagogische Verantwortung mit wechselnden Arbeitsumgebungen. Du arbeitest vor Klassen, in Werkstätten, Sporthallen oder am Schreibtisch, übernimmst Aufsichtspflichten gegenüber Kindern und Jugendlichen und bereitest Unterricht häufig am Bildschirm vor. Dabei nutzt du sowohl Handwerkzeuge als auch technische Geräte wie Whiteboards, Sägen oder Bohrer.
Womit arbeitet man als Fachlehrer/in?
Im Alltag kommen klassische Unterrichtsmaterialien ebenso zum Einsatz wie digitale Tools. Du nutzt Rahmenlehrpläne, Nachweishefte, Prüfungsunterlagen, Lernplattformen, Videokonferenz-Software und virtuelle Klassenzimmer. Je nach Fach richtest du Werkzeuge wie Sägen, Feilen oder Bohrer her und präsentierst Inhalte über interaktive Whiteboards oder Beamer.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Fachlehrer/in?
Nach der Weiterbildung kannst du dein Wissen durch Kurse in Schulpädagogik, Fachdidaktik oder Pädagogischer Diagnostik vertiefen. Beliebt sind außerdem Trainings zu Konfliktmanagement, Mediation, Lernberatung oder Elternberatung. Solche Seminare helfen dir, Unterricht noch besser zu gestalten und dich für zusätzliche Aufgaben wie Beratung oder Qualitätsentwicklung zu qualifizieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fachlehrer/in?
Aufstiegschancen eröffnen sich vor allem über ein Bachelor- oder Masterstudium im Lehramt, zum Beispiel für berufsbildende Schulen, Grundschulen, die Sekundarstufe I oder Gymnasien. Mit dem Studienabschluss kannst du in höhere Besoldungsgruppen aufsteigen oder Leitungsaufgaben innerhalb einer Schule übernehmen.
