Lehramt an berufsbildenden/beruflichen Schulen/Berufskollegs (Staatsexamen)
Auch bekannt als: Lehrer/in - berufliche Schulen · Berufsschullehrer/in ·
Über den Beruf
Lehrer/innen an berufsbildenden Schulen vermitteln Berufsschüler/innen fachtheoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten – je nach Fachrichtung etwa in Metalltechnik, Elektrotechnik, Wirtschaft oder Sozialwesen. Sie planen Unterrichtseinheiten für ein Halbjahr, entwickeln passende Methoden und erstellen Arbeitsblätter, Präsentationen oder Lernvideos. Im Werkraum oder Labor bereiten sie Werkzeuge, Materialien und Maschinen vor, zeigen den sicheren Umgang mit CNC-Fräsen, Messgeräten oder Software und begleiten Projekte von der Idee bis zum fertigen Werkstück. Digitale Tafeln, Lernplattformen und Hybrid-Learning-Konzepte binden sie selbstverständlich ein. Nach dem Unterricht bewerten sie Hausaufgaben, Klassenarbeiten und digitale Portfolios, analysieren Lernfortschritte und passen Ziele an. Individuelle Förderung gehört ebenso dazu wie Beratung zu weiteren Ausbildungswegen. Für Prüfungen arbeiten sie mit betrieblichen Ausbilder/innen und Prüfungsausschüssen zusammen und gestalten so den Übergang von Schule in den Beruf.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- Allgemeine oder ggf. fachgebundene Hochschulreife oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Masernschutz für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen
- Ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Berufsschullehrer/in?
Das Gehalt liegt typischerweise 4.912 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 4.068 € und 5.969 €. Es richtet sich nach dem Bundesland und der jeweiligen Besoldungs- oder Tarifstufe, sodass Berufseinsteiger/innen meist etwas unterhalb des Mittelwerts starten.
Wie lange dauert das Lehramtsstudium für berufliche Schulen?
Das Lehramtsstudium für berufliche Schulen dauert an den meisten Universitäten 3 bis 4,5 Jahre bis zum ersten Staatsexamen. Planst du Praxissemester oder Auslandsaufenthalte ein, kann sich die Studiendauer entsprechend verlängern.
Welche Schulfächer sind wichtig für das Lehramt an beruflichen Schulen?
Im Lehramtsstudium zählen Deutsch, Pädagogik/Psychologie, Mathematik und Informatik zu den Kernfächern. Je nach angestrebtem Unterrichtsfach brauchst du zudem solide Vorkenntnisse in Biologie, Chemie, Physik, Englisch oder weiteren Fremdsprachen sowie in Geschichte, Politik/Sozialkunde und Wirtschaft/Recht. Für künstlerische oder sportliche Profile helfen außerdem Vorerfahrungen in Kunst, Musik und Sport.
Ist der Beruf als Berufsschullehrer/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist meist nicht körperlich anstrengend, setzt aber eine funktionstüchtige Arm- und Handmotorik voraus. Im praktischen Unterricht musst du beispielsweise Werkzeuge führen oder Maschinen einstellen – dafür sollten deine Arme und Hände belastbar sein.
Wie sind die Berufsaussichten als Berufsschullehrer/in?
Die Berufsaussichten als Berufsschullehrer/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040, weil Arbeitgeber länger nach geeignetem Personal suchen. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, sodass zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Berufsschullehrer/in?
Digitale Didaktik gehört zum Alltag im Berufsschulunterricht. Du solltest Lernplattformen und Apps einsetzen können, mit digitalen Tafeln und Dokumentenkameras arbeiten und Unterrichtsmaterial in einem Dokumentenmanagementsystem verwalten. Blended-Learning-Konzepte, Game-Based-Learning und das Inverted-Classroom-Modell helfen dir, deine Klassen auch online zu motivieren.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Berufsschullehrer/in?
Der Arbeitsalltag wechselt zwischen Unterricht vor der Klasse, praktischen Übungen in Werkstätten und Bildschirmarbeit am Schreibtisch. Dabei trägst du Verantwortung für Jugendliche, planst Lernmittel, bedienst technische Geräte oder Maschinen und verfasst Zeugnisse sowie Gutachten. Je nach Fachrichtung arbeitest du in Unterrichtsräumen, Werkhallen, Laboren oder auch im Freien bei Exkursionen.
Kann man sich als Berufsschullehrer/in selbständig machen?
Ja, Berufsschullehrer/innen können sich z.B. mit einer privaten Nachhilfeschule selbständig machen. Damit kannst du eigenständig Lernkonzepte entwickeln und individuelle Förderung anbieten, ohne an den Stundenplan einer staatlichen Schule gebunden zu sein.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Berufsschullehrer/in?
Aufstiegschancen eröffnen sich vor allem über zusätzliche Abschlüsse. Mit einem Master oder einer Promotion in Bildungsmanagement kannst du zum Beispiel Leitungsfunktionen in Schulverwaltung, Berufsbildungszentren oder Bildungsministerien übernehmen.
