Brenner/Brennerin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Brenner/Brennerin

Auch bekannt als: Spiritus- und Hefefacharbeiter/Spiritus- und Hefefacharbeiterin . (Ausbildungsberuf bis 1990) · Destillateur/in

BerufsfeldGastronomie & Lebensmittel
Arbeitsortein Produktionshallen · in Lagerhallen · in Labors · in Büroräumen · im Freien
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze18

Über den Beruf

Brenner/innen prüfen Obst, Getreide oder Kartoffeln, sortieren beschädigte Chargen aus und bestimmen Zucker- oder Stärkegehalte. Sie reinigen die Rohstoffe, zerkleinern sie und setzen daraus Maischen an. Dafür steuern sie Mühlen, Dampfkocher und Gärbehälter, überwachen Temperatur, pH-Wert und CO₂-Entwicklung mit Sensorik. Während der ein- bis zweiwöchigen Gärung nehmen sie Proben, justieren Hefezugabe und dokumentieren Messdaten digital. Anschließend destillieren sie die vergorene Maische zu Roh- und Feinbrand, kontrollieren Alkoholgrad und Aroma und rektifizieren das Destillat. Die fertigen Spirituosen verschneiden sie nach Rezept, filtern, füllen sie ab und etikettieren die Gebinde. Brenner/innen reinigen und desinfizieren Leitungen, Kessel und Filter, warten Pumpen und Ventile und nutzen Predictive-Maintenance-Tools, um Ausfälle zu vermeiden. Zudem führen sie Lagerbestandskontrollen durch, erfassen Wareneingänge und erfüllen strenge Hygiene-, Zoll- und Steuerauflagen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in Industrie und Landwirtschaft (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Brenner/in?

Als Brenner/in liegst du typischerweise bei 3.491 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.917 € und 4.263 €.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Brenner/in?

Die Ausbildung zum/zur Brenner/in dauert 3 Jahre. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Welche Schulfächer sind wichtig für Brenner/innen?

Gute Leistungen in Mathematik, Chemie und Biologie sind hilfreich. Damit kalkulierst du Mengen, verstehst chemische Umsetzungen beim Destillieren und beurteilst die Qualität biologischer Rohstoffe.

Ist der Beruf als Brenner/in körperlich anstrengend?

Der Beruf fordert eine robuste Gesundheit, weil du oft bei Hitze, Kälte oder hoher Luftfeuchtigkeit arbeitest. Intakte Atemwege, ein guter Geruchs- und Geschmackssinn sowie belastbare Haut an Händen und Armen sind wichtig, um Rohstoffe zu prüfen und mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln umzugehen.

Wie sind die Berufsaussichten als Brenner/in?

Die Berufsaussichten als Brenner/in sind ausgeglichen. Aktuell ist der Fachkräftemangel gering, deshalb werden offene Stellen meist schnell besetzt. Bis 2040 schrumpft die Beschäftigung etwas, aber viele Altersabgänge sorgen dafür, dass Stellen frei werden. Für dich bedeutet das langfristig weniger Konkurrenz bei Bewerbungen.

Welche digitalen Skills braucht man als Brenner/in?

Moderne Betriebe setzen auf vernetzte Produktionssysteme, Sensorik und Maschinendatenerfassung, um Gär- und Destillationsprozesse zu überwachen. Kenntnisse in Predictive Maintenance, Materialfluss-Systemen oder der Zusammenarbeit mit Cobots helfen dir, Anlagen effizient und störungsarm zu betreiben.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Brenner/in?

Du wechselst zwischen Produktionshallen, Kellerräumen und gelegentlich dem Freien, weshalb Temperaturschwankungen normal sind. Schutzkleidung, Gehörschutz und der Umgang mit Maschinenlärm, Dämpfen oder Staub gehören zum Alltag, ebenso das Einhalten strenger Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.

Womit arbeitet man als Brenner/in?

Hauptarbeitsmittel sind Gär-, Destillier- und Abfüllanlagen sowie Rohstoffe wie Obst, Getreide oder Kartoffeln. Hinzu kommen Mess- und Prüfgeräte, Laborutensilien und IT-Ausstattung für Dokumentation und Prozesskontrolle.

Kann man sich als Brenner/in selbständig machen?

Ja, viele Brenner/innen gründen eine eigene Alkoholbrennerei oder einen Spirituosenbetrieb. Auch Franchise-Modelle sind in der Branche möglich; Fachverbände wie der Bundesverband der deutschen Spirituosen-Industrie informieren zu Finanzierungs- und Rechtsfragen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Brenner/innen?

Als Brenner/in eröffnen sich Aufstiegsmöglichkeiten über die Fortbildung zum/zur Landwirtschaftliche/n Brennmeister/in oder zum/zur Techniker/in für Lebensmitteltechnik – Schwerpunkt Lebensmittelverarbeitungstechnik oder Produktentwicklung und Qualitätsmanagement. Mit einem Bachelor- oder Masterstudium in Brauerei- und Getränketechnologie oder Lebensmitteltechnologie kannst du dich außerdem für leitende Positionen wie Produktionsleiter/in oder Betriebsleiter/in qualifizieren.

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