Bioinformatiker/Bioinformatikerin
Auch bekannt als: Bioinformatician (m/f) · Bioinformatics scientist (m/f) · Computer scientist (m/f) (bioinformatics)
Über den Beruf
Bioinformatiker/innen entwickeln Algorithmen und Software, um Genomsequenzen zusammenzusetzen, Proteinstrukturen zu modellieren und biologische Prozesse am Rechner zu simulieren. Sie verarbeiten Daten aus Genetik, Molekularbiologie oder ganzen Ökosystemen mithilfe von Hochleistungsrechnern und künstlicher Intelligenz. Dazu entwerfen sie Datenbanken, integrieren heterogene Messreihen und nutzen Bildverarbeitung, um mikroskopische Strukturen oder Ergebnisse aus Magnetresonanztomografien sichtbar zu machen. Sie modellieren neuronale Netze, werten optische Sensor- oder MRT-Daten mit Mustererkennung aus und pflegen Reaktions- sowie Stoffdatenbanken für Forschung und Biotechnologie. Auch automatisierte Analyse- und Synthesestraßen mit Robotik entstehen unter ihrer Mitwirkung. Mit diesem interdisziplinären Werkzeugkasten liefern sie präzise Vorhersagen über Genfunktionen, Wirkstoffkandidaten und das Verhalten komplexer Stoffwechselwege.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium in Bioinformatik oder Informatik verlangt. Für Führungsaufgaben oder spezialisierte Tätigkeiten ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion oder Habilitation vorausgesetzt; eine Promotion baut i.d.R. auf einem Hochschulabschluss wie Master oder Staatsexamen auf und umfasst Dissertation sowie mündliche Prüfung, die Habilitation setzt u.a. Promotion, Habilitationsschrift, mündliche Prüfung und mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen voraus.
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Bioinformatiker/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.899 € brutto im Monat. Mit Erfahrung kannst du zwischen 4.923 € und 7.119 € verdienen.
Ist der Beruf als Bioinformatiker/in körperlich anstrengend?
Der Job ist körperlich kaum belastend. Du solltest jedoch sicher Farben unterscheiden und 3-D-Strukturen am Monitor oder in VR-Brillen erkennen können, weil farbcodierte Modelle häufig zum Einsatz kommen.
Wie sind die Berufsaussichten als Bioinformatiker/in?
Die Berufsaussichten als Bioinformatiker/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Aktuell herrscht hoher Fachkräftemangel – Stellen sind schwer zu besetzen, das spricht für Jobsuchende. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen bis 2040. Allerdings werden weniger Altersabgänge erwartet als in anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Bioinformatiker/in?
Wichtige digitale Kompetenzen sind 3-D-Simulation und datengetriebene Analyseverfahren. Du solltest dich mit Bilderkennung, DevOps-Tools und kognitivem Computing auskennen. Know-how in KI-basierten Diagnosesystemen, Bioprinting oder KI-gestütztem Wissensmanagement verschafft dir zusätzliche Pluspunkte.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Bioinformatiker/in?
Du hast häufig Kundenkontakt, führst Schulungen durch und übernimmst Verantwortung für Projekte, Budgets und gelegentlich Mitarbeiter/innen. Technische Geräte werden installiert oder getestet, insgesamt dominiert aber die computergestützte Projektarbeit.
Womit arbeitet man als Bioinformatiker/in?
Zum Handwerkszeug gehören leistungsstarke Server, Betriebssysteme und Entwicklersoftware sowie Simulations- und Visualisierungstools. Daneben nutzt du Datenbankkonzepte, Messdaten-Statistiken und Testwerkzeuge. Ein gut ausgestatteter Büroarbeitsplatz mit PC, Internetzugang und Telefon gehört ebenfalls dazu.
Kann man sich als Bioinformatiker/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich, etwa als Berater/in für Biotechnologieunternehmen. Alternativ kannst du einen eigenen Computerdienstleistungsbetrieb gründen oder einen bestehenden übernehmen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Bioinformatiker/in?
Du kannst dich in Biologie oder Biotechnologie weiterqualifizieren oder IT-Themen wie Programmierung, Web- und Softwareentwicklung sowie Datenbankentwicklung vertiefen. Zertifikate in Software-Qualitätssicherung, Testmanagement, IT-Projekt- oder Prozessmanagement erhöhen deine Karrierechancen. Auch eine Spezialisierung in Analytischer Chemie ist möglich.
