Wirtschaftsingenieurwesen (Master)
Auch bekannt als: Wirtschaftsingenieur/in · Diplom Ingenieurökonom/Diplom Ingenieurökonomin (Uni) · Industrial engineer (m/f)
Über den Beruf
Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftsingenieurinnen verbinden technisches Know-how mit betriebswirtschaftlichem Blick. Sie planen Produktionsanlagen, wählen kostengünstige Fertigungsverfahren und achten auf hohe Qualität sowie Umweltstandards. Im Fertigungsalltag gestalten sie Arbeitsabläufe, führen Verfahren zur Produktionssteuerung ein und analysieren Risiken. In Logistik und Beschaffung ermitteln sie Bedarfsmengen, wählen Lieferanten und optimieren Lager- und Transportsysteme – zunehmend mit Robotern, RFID oder digitalen Simulationen. Führt der Auftrag in den Vertrieb, analysieren sie Märkte, entwickeln Preis- und Marketingstrategien und beraten Kundschaft zu passgenauen Systemlösungen. Im Controlling werten sie Kennzahlen aus, kalkulieren Investitionen und sichern die Wirtschaftlichkeit von Projekten. Dabei weisen sie Mitarbeitende in neue Verfahren ein und koordinieren interdisziplinäre Teams, um Technik und Organisation eines Unternehmens durchgängig effizient zu gestalten.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen6
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist in Wirtschaftsingenieurwesen
- Bei weiterbildenden Studiengängen mind. 1 Jahr Berufspraxis
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
- Bei dualen Studiengängen i.d.R. Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit geeignetem Unternehmen (Praxispartner)
- Ggf. Englischkenntnisse
Passende Studiengänge356
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Wirtschaftsingenieur/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 7.084 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung und Region sind Einstiegsgehälter ab 5.745 € möglich; mit Projekt- oder Führungsverantwortung kann dein Einkommen deutlich darüber liegen.
Wie sind die Berufsaussichten als Wirtschaftsingenieur/in?
Die Berufsaussichten als Wirtschaftsingenieur/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – das verbessert deine Chancen, weil offene Stellen schwer zu besetzen sind. Bis 2040 sinkt zudem die Konkurrenz unter Bewerbern, Unternehmen müssen also länger suchen. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtbeschäftigung in diesem Berufsfeld, wodurch insgesamt weniger Jobs entstehen. Außerdem fallen weniger Altersabgänge an als in vielen anderen Berufen, sodass seltener Stellen durch Ruhestand frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Wirtschaftsingenieur/in?
Gefragt sind vor allem Fähigkeiten im Umgang mit Industrie-4.0-Technologien. Du solltest 3-D-Simulationen für Produktionsprozesse beherrschen, Business-Intelligence-Systeme auswerten und BPM-Tools zur Prozessautomatisierung nutzen können. Erfahrung mit Auto-ID-Verfahren, Cobots oder Customer-Data-Plattformen erleichtert dir zusätzlich den Einstieg in moderne Logistik- und Marketingprojekte.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Wirtschaftsingenieur/in?
Wirtschaftsingenieure/innen arbeiten überwiegend am Bildschirm in Büros, haben aber auch Termine in Produktionshallen oder bei Kundschaft. Du übernimmst Verantwortung für Mitarbeitende und Sachwerte, berätst Kunden und bist im Außendienst gelegentlich länger von zu Hause weg. Unregelmäßige Arbeitszeiten können auftreten, wenn Projektfristen, internationale Meetings oder Vertriebsreisen anstehen.
Womit arbeitet man als Wirtschaftsingenieur/in?
Zum Alltag gehören Analysen, Bilanzen, Markt- und Organisationspläne sowie rechtliche Unterlagen. Du nutzt PCs mit Spezialsoftware, Telefon und Internet, greifst aber ebenso auf Fertigungsanlagen, Werkzeugmaschinen oder Lager- und Transportsysteme – teils mit Logistikrobotern – zurück.
Kann man sich als Wirtschaftsingenieur/in selbständig machen?
Ja, viele Wirtschaftsingenieure/innen gründen ein eigenes Ingenieurbüro und bieten Beratungs-, Planungs- oder Projektierungsleistungen an. Unterstützung zur Existenzgründung findest du z.B. beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftsingenieur/in?
Gezielte Kurse in Management, Logistik, technischem Vertrieb oder Programmierung halten dein Know-how aktuell. Du kannst dich außerdem in Themen wie Unternehmensführung, Arbeitsstudium oder Forschung & Entwicklung spezialisieren, um dich für Projekt- und Führungsaufgaben zu empfehlen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Wirtschaftsingenieur/in?
Ein beliebter Aufstiegsschritt ist die Zusatzqualifikation als REFA-Ingenieur/in für Industrial Engineering, weil sie dein Profil für Prozess- und Effizienzprojekte schärft. Wer wissenschaftlich arbeiten möchte, kann promovieren; eine anschließende Habilitation eröffnet den Weg zur Professur. In der Privatwirtschaft bringt dir eine Promotion oft Zugang zu leitenden Positionen in Forschung, Entwicklung oder Unternehmensstrategie.
