Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin Fachrichtung Kunststofftechnik
Auch bekannt als: Werkstofftechniker/in · Materials tester (m/f) - specialising in plastics technology
Über den Beruf
Werkstoffprüfer/innen der Fachrichtung Kunststofftechnik untersuchen Kunststoffgranulate, Halbzeuge und Bauteile auf Zusammensetzung, Struktur und Belastbarkeit. Sie planen Versuchsreihen, entnehmen Proben aus der laufenden Produktion und präparieren sie durch Stanzen, Schleifen oder Fräsen. Danach bestücken sie Laborpressen, Zug- und Biegeprüfstände oder Thermowaagen, um Härte, Festigkeit, Schlagzähigkeit sowie thermisches Verhalten zu ermitteln. Sie setzen zerstörende und zerstörungsfreie Prüfverfahren ein und nutzen Infrarotspektroskopie, mikroskopische Bildanalyse oder rheologische Tests, um zu prüfen, ob Rezeptur und Faserorientierung den Vorgaben entsprechen. Die Ergebnisse werten sie in Laborinformationssystemen aus, vergleichen Soll-Ist-Daten und geben Qualitätsfreigaben oder Sperrungen. Treten Risse, Verformungen oder Emissionen auf, analysieren sie die Schadensursachen und schlagen Korrekturmaßnahmen für Produktion oder Werkstoffmischung vor. Jede Messreihe dokumentieren sie detailliert.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.319 € brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung und je nach Region kannst du zwischen 3.638 € und 5.155 € verdienen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Praxisphasen im Betrieb.
Welche Schulfächer sind wichtig für Werkstoffprüfer/innen Kunststofftechnik?
Physik, Chemie, Mathematik, Informatik und Werken/Technik sind besonders hilfreich. Gute Noten darin erleichtern dir das Verstehen von Prüfverfahren, Messwertauswertung und Gerätebedienung.
Ist der Beruf als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik körperlich anstrengend?
Der Beruf ist mäßig körperlich fordernd. Funktionstüchtige Arme und Hände, ein gutes Farbsehvermögen, widerstandsfähige Haut sowie gesunde Atemwege sind nötig, da du Prüfgeräte bestückst, mit Chemikalien arbeitest und Schutzkleidung trägst.
Wie sind die Berufsaussichten als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Die Berufsaussichten sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen erhöht. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040, weil Arbeitgeber länger suchen. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Gefragt sind 3-D-Laserscanning, automatische optische Inspektion und Sensorik, um Bauteile präzise zu vermessen. Du programmierst CAM-gesteuerte Prüfanlagen, wertest Daten in Laborinformations- oder Dokumentenmanagementsystemen aus und nutzt IoT-Plattformen, um Messergebnisse zu vernetzen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Du arbeitest abwechselnd in Laboren, Produktionshallen und Büros. Schutzkleidung ist Pflicht, Lärm, Staub oder chemische Dämpfe können auftreten, und du hantierst oft mit Stanz- oder Schleifwerkzeugen sowie Prüfmaschinen unter künstlicher Beleuchtung.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Fachkurse in Werkstoffprüfung, naturwissenschaftlicher Labortechnik oder Kunststoffkunde vertiefen dein Know-how. Längere Lehrgänge zu physikalischer Messtechnik oder Kunststoffbe- und ‑verarbeitung erweitern dein Einsatzfeld und können die Grundlage für spätere Führungsaufgaben sein.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Werkstoffprüfer/in Kunststofftechnik?
Mit Berufserfahrung kannst du dich zum/zur Industriemeister/in Kunststoff und Kautschuk oder zum/zur Techniker/in in Werkstofftechnik, Kunststoff- und Kautschuktechnik oder Physiktechnik weiterqualifizieren. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Werkstoffwissenschaft, Kunststofftechnik oder Materialwissenschaft eröffnet dir zudem Wege in Entwicklung, Forschung oder Qualitätsleitung.
