Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin - Mühlen- und Getreidewirtschaft - Agrarlager
Auch bekannt als: Verfahrenstechniker/in - Getreidewirtschaft
Über den Beruf
Verfahrenstechnologen und -technologinnen der Mühlen- und Getreidewirtschaft, Fachrichtung Agrarlager, nehmen Weizen, Mais oder Ölsaaten an, vergleichen Lieferpapiere, entnehmen Proben und trennen Steine, Sand oder befallene Körner mithilfe von Sieben, Absaugvorrichtungen und Farbauslesern. Per Förderanlagen leiten sie das gereinigte Gut in Silos oder Flachlager, richten dort Lüftung, Temperatur und Feuchte ein und dokumentieren Werte digital über Sensorik und Leitstand. Sie kontrollieren Bestände regelmäßig, setzen Schädlingsbarrieren oder zugelassene Bekämpfungsmittel ein und achten beim Umgang mit Dünger oder Pflanzenschutz auf Gefahrstoffvorschriften. Aus Körnern mischen sie Saatgut- oder Futterspezialitäten, trocknen, beizen, wiegen und verpacken sie, bevor RFID-etikettierte Chargen verladen werden. Routinewartung von Förderern, Trocknern und Absauganlagen rundet das Aufgabengebiet ab.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Verfahrenstechnologe/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.769 € brutto im Monat. Mit Berufserfahrung, Region und Betriebsgröße schwankt das Einkommen zwischen 3.241 € und 4.429 €.
Wie lange dauert die Ausbildung zur/zum Verfahrenstechnologe/in?
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Der Unterricht in der Berufsschule ergänzt dabei die Praxis im Ausbildungsbetrieb.
Welche Schulfächer sind wichtig für Verfahrenstechnolog/innen?
Besonders relevant sind Mathematik, Biologie/Chemie und Technik. Mathe brauchst du für Luft- und Trocknungsberechnungen, Bio / Chemie für Qualitätsprüfungen der Rohstoffe und Technik für das Bedienen und Warten der Anlagen.
Ist der Beruf als Verfahrenstechnologe/in körperlich anstrengend?
Der Beruf erfordert eine robuste Gesundheit und funktionstüchtige Arme und Hände. Du arbeitest häufig bei Staub, Lärm und Temperaturschwankungen, trägst Schutzausrüstung und setzt Geruchs-, Geschmacks- sowie Tastsinn zur Qualitätskontrolle ein.
Wie sind die Berufsaussichten als Verfahrenstechnologe/in?
Die Berufsaussichten als Verfahrenstechnologe/in in der Fachrichtung Agrarlager sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen und damit vorteilhaft für Bewerber. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Jobs frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Beschäftigung bis 2040, was deine langfristigen Perspektiven etwas relativiert.
Welche digitalen Skills braucht man als Verfahrenstechnologe/in?
Für Verfahrenstechnolog/innen gewinnen digitale Technologien in Agrarlagern an Bedeutung. Du solltest Lieferungen per RFID erfassen, Bestände mobil buchen, Cobots oder CAM-Anlagen steuern und Sensordaten zur Predictive Maintenance auswerten können. Auch der Umgang mit Dokumentenmanagementsystemen und Wearables wie Datenbrillen wird wichtiger.
Kann man sich als Verfahrenstechnologe/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist in diesem Beruf möglich. Mit genügend Praxis kannst du einen eigenen Agrarlager-, Getreidehandels- oder Mühlenbetrieb gründen; das Müllerhandwerk ist zulassungsfrei, ein Meistertitel ist also kein Muss – erleichtert aber Finanzierung und Kundenvertrauen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Verfahrenstechnologe/in?
Nach der Ausbildung stehen dir zahlreiche Fachseminare offen. Du kannst dich etwa in Lager- und Logistikprozessen, Hygienevorschriften, Schädlingsbekämpfung oder der Überwachung von Maschinen und Anlagen spezialisieren, um dein Einsatzgebiet zu erweitern.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Verfahrenstechnologe/in?
Aufstiegschancen ergeben sich vor allem über anerkannte Fortbildungen. Mit der Meisterprüfung zur/zum Müllermeister/in (Bachelor Professional im Müller-Handwerk) oder als Techniker/in der Fachrichtung Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik kannst du leitende Funktionen übernehmen. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Lebensmitteltechnologie oder Verfahrenstechnik eröffnet dir außerdem Wege in Entwicklung, Qualitätsmanagement oder technische Gesamtleitungen.
