Tischlermeister/Tischlermeisterin/Bachelor Professional im Tischler-Handwerk
Auch bekannt als: Meister/in im Tischlerhandwerk · Schreinermeister/in · Meister/Meisterin des Bau- und Möbeltischlerhandwerks
Über den Beruf
Tischlermeister/innen planen und steuern die Fertigung individueller Möbel, Fenster oder Innenausbauten. Sie entwickeln Entwürfe am CAD-System, berechnen Materialbedarf und legen CNC-Programme an. Anschließend organisieren sie den Einsatz von Maschinen und Werkzeugen, teilen Aufträge an Fachkräfte aus und überwachen Termine, Kosten sowie Qualitätsstandards. Im Kundenkontakt beraten sie zu Design, Funktion und Oberflächen, kalkulieren Angebote und verhandeln mit Lieferanten. Neben den kaufmännischen Aufgaben führen sie die betriebliche Ausbildung, prüfen Arbeitsschutz und gestalten das betriebliche Qualitätsmanagement. Viele führen einen eigenen Betrieb, entscheiden über Investitionen und analysieren betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Bei komplexen Einzelstücken arbeiten sie selbst mit, restaurieren historische Möbel oder montieren komplette Ladeneinrichtungen vor Ort. Moderne Verfahren wie 3-D-Laserscanning oder CAM unterstützen sie dabei, passgenaue Bauteile zu realisieren.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- I.d.R. Gesellenprüfung als Tischler/in
- Oder Gesellen- oder Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf + mehrjährige Berufstätigkeit im Tischler-Handwerk
- Alternativ Validierungsverfahren zum Nachweis beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten, wenn kein entsprechender Bildungsabschluss vorliegt
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Tischlermeister/in?
Das Gehalt liegt typischerweise 4.011 € brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung und je nach Region kannst du zwischen 3.435 € und 4.806 € verdienen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Tischlermeister/in?
Die Weiterbildung zum/zur Tischlermeister/in hat keine bundeseinheitliche Dauer. Je nach Bildungsanbieter, Lernform und ob du Vollzeit oder berufsbegleitend lernst, kann sie von wenigen Monaten bis hin zu deutlich längeren Teilzeitkursen reichen.
Ist der Beruf als Tischlermeister/in körperlich anstrengend?
Der Beruf bringt einige körperliche Anforderungen mit sich. Du brauchst kräftige und feinmotorisch geschickte Hände, gutes räumliches Sehvermögen sowie belastbare Haut, weil du mit scharfen Werkzeugen, Holzschutzmitteln und Lacken arbeitest. Widerstandsfähige Atemwege sind ebenfalls wichtig, da bei Schleif- und Lackierarbeiten Holzstaub und Dämpfe entstehen.
Wie sind die Berufsaussichten als Tischlermeister/in?
Die Berufsaussichten als Tischlermeister/in sind gut. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen lassen sich schwer besetzen, was deine Chancen verbessert. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen. Gleichzeitig werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Positionen frei werden. Lediglich die Gesamtbeschäftigung im Tischlerhandwerk soll bis 2040 leicht schrumpfen.
Welche digitalen Skills braucht man als Tischlermeister/in?
Digitale Kompetenz ist Pflicht: Du solltest CAM-Software für CNC-Maschinen bedienen, 3-D-Laserscans auswerten und Aufmaß-Apps sicher nutzen. Auch 3-D-Druck, Augmented-Reality-Visualisierungen, Cobots und Dokumentenmanagementsysteme gehören inzwischen zum modernen Werkzeugkasten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Tischlermeister/in?
Die Arbeit wechselt zwischen Büro, Werkstatt, Baustelle und Kundenterminen. Du trägst Verantwortung für Personal, Termine und Sachwerte, arbeitest an Maschinen wie Sägen oder Fräsen und führst gleichzeitig handwerkliche Tätigkeiten aus. Gehörschutz, Schutzbrille und der Umgang mit Staub oder Lackdämpfen gehören dabei zum Alltag.
Kann man sich als Tischlermeister/in selbständig machen?
Ja, nach Eintragung in die Handwerksrolle kannst du einen eigenen Tischlereibetrieb gründen oder übernehmen. Alternativ sind auch spezialisierte Geschäftsmodelle möglich, etwa Parkettleger-, Drechsler-, Küchenstudio-, Renovierungs- oder Messebaubetriebe – auf Wunsch sogar als Franchisenehmer/in.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Tischlermeister/innen?
Du kannst dein Fachwissen gezielt vertiefen, etwa in Holzschutz, Fenster- und Türenbau, Treppen- oder Möbelbau, Polsterei oder Restaurierung. Auch Seminare zur Baustellenleitung oder zur historischen Materialkunde halten dich technisch und organisatorisch auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Tischlermeister/in?
Aufstiegschancen bieten vor allem höhere kaufmännische oder spezialisierte Abschlüsse. Beliebt sind die Fortbildung zum/zur Betriebswirt/in (HwO) oder der Titel Internationale/r Meister/in. Wer sich auf Denkmalpflege fokussieren möchte, kann den Master Professional für Restaurierung im Tischlerhandwerk anstreben.
